Pferdesport

Totilas und Rath auf dem Weg zum Titel

SID
Das Paar holte das beste Ergebnis, das je bei nationalen Titelkämpfen erreicht wurde
© Getty

Mit einem Rekordergebnis haben Matthias-Alexander Rath und das Ausnahmepferd Totilas Kurs auf ihren ersten Titel genommen. Das neue Dressur-Traumpaar gewann den Grand Prix bei den deutschen Meisterschaften in Balve und unterstrich eindrucksvoll seine Ambitionen.

"Mit dieser Prüfung bin ich wesentlich zufriedener als bei unseren ersten beiden Starts in München und Wiesbaden", sagte der 26 Jahre alte WM-Dritte aus Kronberg nach dem Auftakt der Dressur-Wettbewerbe, fügte jedoch an: "Wir sind aber noch in der Entwicklungsphase."

Das Paar holte mit 81,08 Prozentpunkten nicht nur die bisher höchste Grand-Prix-Wertung in seiner kurzen gemeinsamen Karriere, sondern auch das beste Ergebnis, das je bei nationalen Titelkämpfen erreicht wurde.

Isabell Werth kam im Sattel von El Santo mit einer ebenfalls beeindruckenden Leistung auf Rang zwei. Ein Richter hatte sie in seiner Wertung sogar vor Totilas platziert. "Das war klasse. Ernie hat sich toll entwickelt und in den vergangenen Wochen viel Kraft und Kondition bekommen", kommentierte die Rheinbergerin ihren Auftritt.

Werth auf dem richtigen Weg

Sie sieht sich mit ihrem Nachwuchspferd auf dem richtigen Weg zu den Europameisterschaften in Rotterdam (18. bis 21. August): "Wir streben eine feste Mitgliedschaft im Team an." Die deutschen Meisterschaften gelten als Sichtung für die Titelkämpfe im Nachbarland.

Als Drittplatzierter zeigte sich auch Christoph Koschel (Hagen a.T.) mit seinem Auftritt auf Donnperignon zufrieden: "Wir waren fast fehlerfrei. Vielleicht habe ich ihn einen Tick zu lange vorbereitet, sonst wäre er noch frischer gewesen."

Mit Blick auf die gut gefüllten Zuschauerränge lobte er die Aufmerksamkeit, die Totilas und Rath der Dressur bescherten. "Was sie für den Sport tun, ist toll und wir hoffen, dass das noch lange so weitergeht."

Ein Pferd als Pop-Star

Der neue Star der deutschen Dressurszene dämpfte dagegen die Erwartung, immer gewinnen zu können. "Das ist unrealistisch, das kann kein Pferd", sagte Rath. Mit dem Popstar-Status seines Pferdes habe er aber keine Probleme. "Das kann gerne so weitergehen."

Im Viereck müssen die beiden noch enger zusammenwachsen. Auch in Balve gab es noch kleine Unstimmigkeiten. Bei der Grußaufstellung wechselte Totilas ungeplant den Galopp, und die Einerwechsel gelangen auch nicht ganz sauber.

"Diese Fehler gehen eindeutig auf meine Kappe. Am Anfang habe ich ihn ein bisschen zu frisch reingeritten und die Wechsel bin ich zu optimistisch angegangen, da sie im Training zuletzt sehr gut geklappt haben", sagte Rath. Höhepunkte hatte das Paar in Piaffen, Passagen und Pirouetten, die Totilas mit einer Leichtigkeit präsentierte, die ihn so einzigartig macht.

Preis über 10 Millionen Euro

Im vergangenen Herbst hatte Paul Schockemöhle als größter Pferdehändler Europas den Hengst für mehr als zehn Millionen Euro nach Deutschland geholt. Zuvor hatte Totilas mit Dem Niederländer Edward Gal bei den Weltmeisterschaften in Kentucky 2010 alle drei möglichen Goldmedaillen gewonnen.

Gal hatte zuletzt die Leistungen von Totilas und Rath kristisiert. Das Pferd sei längst noch nicht auf dem Niveau, das er mit ihm erreicht habe. "Edward Gal ist da sicher nach dem Grand Prix in Wiesbaden zitiert worden, und der war auch nicht gut", kommentierte Rath die Äußerungen.

Er habe viel Respekt vor der Leistung von Gal, brauche sich mit seinen Ergebnissen aber nicht zu verstecken. Der 26-Jährige ist mit seinem Sieg im Grand Prix auf dem besten Wege, nach 2008 und 2009 auch in diesem Jahr in Balve deutscher Meister im Dressurviereck zu werden

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