Sonntag, 15.07.2012

DTM im Olympiastadion: Ein Erfolg?

Balsam für geschundene Seelen

Die zweite Auflage des DTM-Spektakels im Münchener Olympiastadion wurde von allen Beteiligten als Erfolg betrachtet. Besonders Audi und Mercedes betrieben Seelenmassage. BMW zahlte Lehrgeld.

Große Show! Die DTM in München war ein voller Erfolg
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Große Show! Die DTM in München war ein voller Erfolg

Von wegen: Nur Show. Von wegen: Es geht um nichts. Wer den Siegern beim DTM-Showrennen im Münchener Olympiastadion auf dem Podium und in der Pressekonferenz in die Gesichter geschaut hat, bekam einen anderen Eindruck.

Jede Menge Freude und Erleichterung waren da zu sehen. Bei Ralf Schumacher, bei Mattias Ekström, bei Timo Scheider. Für sie war München nicht nur Show, es war Seelenmassage.

Krisenbewältigung bei Schumacher, Ekström und Co.

Schumacher feierte am Samstag im Teamwettbewerb seinen ersten DTM-Sieg überhaupt und sagte: "Ich könnte mich daran gewöhnen." Ekström, der 2012 den DTM-Titel gewinnen wollte, stand nach seinem Sieg im Einzelrennen am Sonntag erstmals seit dem Saisonauftakt in Hockenheim wieder auf dem Podium.

"Damals habe ich Gary Paffett gesagt, dass ich nächstes Mal ganz oben stehen würde. Ich hätte niemals geahnt, dass es mein letzter Besuch auf dem Podest sein würde", sagte Ekström und gestand: "Ich muss aber sagen: Der Champagner schmeckt wieder."

Auch für Doppel-Champion Scheider war der zweite Platz am Samstag ein Lichtblick in einer von vorne bis hinten verkorksten Saison: "Das ist mal ein erster Schritt. Das Podium fühlt sich mal wieder gut an."

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BMW überragend - nur beim Heimspiel nicht

So hatte das Wochenende in München dafür, dass es eigentlich um nichts ging, doch ganz schön viele sportliche Sieger.

Ausgerechnet BMW war nicht dabei. Beim ersten Auftritt "im Wohnzimmer im Schatten des Vierzylinders", wie Motorsportchef Jens Marquardt nicht ganz ohne Stolz formulierte, war der geteilte dritte Platz von Bruno Spengler am Sonntag die beste Platzierung.

Völlig untypisch für eine Comeback-Saison in der DTM, die mit einem Sieg und sechs Podestplätzen kaum besser laufen könnte. BMW beeindruckt aber eben nur, wenn es auch wirklich um etwas geht. So leid es allen Beteiligten für die BMW-Fans im Olympiastadion auch getan hat.

Samstag pfui, Sonntag hui

45.000 Zuschauer sind am kompletten Wochenende gekommen - trotz Kälte und Regens am Sonntag - und haben nach einem relativ tristen Bild am Samstag am Sonntag für sehr gute Stimmung gesorgt.

Am größten war der Jubel nach dem knappen Ausscheiden von DTM-Champion Martin Tomczyk im BMW im Viertelfinale. Dramatisch war's und Tomczyk als Rosenheimer, der "endlich mal wieder bayrisch reden durfte", wie er sagte, eben der Lokalheld der Fans.

"Wir waren hier die Anfänger und haben teilweise Anfängerfehler gemacht", fasste Marquardt aus sportlicher Sicht zusammen.

BMW, Mercedes und Audi auf der Suche nach neuen Fans

Aber auch ihm war an der Lockerheit und dem permanenten Lächeln im Gesicht anzumerken, dass der komplette Event für BMW ein Erfolg war. Endlich konnte sich das DTM-Projekt den heimischen Fans einmal hautnah präsentieren. Die Fahrer, die Autos, auch den Sportchef gab es für jedermann zum anfassen. In der prestigeträchtigen BMW Welt direkt neben dem Stadion reihte sich ein PR-Event an den anderen.

PR ist das, was sich die DTM grundsätzlich vom Showrennen in der Stadt verspricht. Daran haben Mercedes und Audi ebenso viel Interesse wie BMW.

Mit dem Ziel, die DTM zu den Leuten zu bringen, die nicht die Hardcore-Motorsportfans sind, sondern sich überlegen, ob sie sonntags ins Kino, in den Park oder eben zur DTM ins Olympiastadion gehen, wurde das Projekt vor einem Jahr gestartet.

Neue Streckenführung wertet Event deutlich auf

In der zweiten Auflage 2012 wurden viele Kinderkrankheiten ausgemerzt. Die Streckenführung wurde stark verändert, die Autos fuhren nun auf parallelen Kursen in die gleiche Richtung, nicht wie 2011 in entgegen gesetzte.

"Die neue Streckenführung ist sehr gut, weil die Zuschauer und auch wir als Fahrer genau sehen können, wer im Rennen vorne liegt", erklärte Jamie Green, Sieger im Team und Zweiter im Einzelrennen.

Schumacher, der zusammen mit Green am Samstag im Team gewonnen hatte, lobte die Strecke ebenfalls: "Sie ist nicht mehr mit 2011 zu vergleichen. Wir haben diesmal mehr Grip und mehr Auslaufzonen. Das heißt, wir können bis ans Limit pushen, ohne direkt in die Mauer zu knallen."

Das freute die Sportchefs aller drei Hersteller besonders. Denn ganz im Gegensatz zu 2011 gab es diesmal keinen einzigen Unfall, bei dem ein Auto nachhaltig beschädigt wurde. Das spart Geld - und zwar eine Menge.

Anwohner beschweren sich über den Lärm

Bei so vielen guten Nachrichten überrascht es nicht, dass sich die Verantwortlichen der DTM und des Veranstalters sehr um eine Verlängerung des 2013 auslaufenden Vertrags bemühen.

Das ist jedoch nicht ganz unproblematisch, denn nicht einmal die stets um Harmonie bemühten DTM-Verantwortlichen verschwiegen, dass es Probleme mit Anwohnern des Olympiaparks gibt, die sich üben den Lärm beschweren.

"Uns ist wichtig, dass wir das Gefühl haben, willkommen zu sein", sagte Jürgen Pippig, Vorstand der DTM-Organisationsgesellschaft ITR, und betonte mit fast schon übertriebenem Nachdruck: "Hier haben wir dieses Gefühl."

Punkte für Stadionrennen nicht ausgeschlossen

Sollte das so bleiben, sehr gut, denn München profitiert von der medialen Aufmerksamkeit, die die DTM erzeugt, nicht unerheblich. Ändert sich am Wohlbefinden der Verantwortlichen aber irgendwann etwas, dann ist auch eine Tour des Stadionevents durch einige andere Städte vorstellbar.

Ebenso wie die Aufwertung durch die Vergabe von Meisterschaftspunkten. Im Moment sind noch fast alle - vor allem die Fahrer - dagegen. Aber Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat das Thema trotzdem nicht abgehakt. "Darüber wird viel diskutiert und wir werden weiter nach einem Modus des Events suchen, nach dem man eventuell Punkte vergeben könnte."

Mit gutem Gefühl in die Sommerpause

Über die hätten sich die Sieger Schumacher und Ekström sicher noch mehr gefreut. So bleibt ihnen aber immerhin ein positives Gefühl, mit dem sie in die fünfwöchige Sommerpause gehen.

Danach geht es am Nürburgring weiter - ohne Stadion, aber dafür wieder mit Punkten.

Die DTM-Saison im Überblick

Mercedes und Audi triumphieren vor der BMW-Haustür
Die DTM machte Station in München. Genauer gesagt: Im Olympiastadion. Für die Fans ein ganz besonderes Spektakel: Zwei parallele Kurse, komplett im Blick!
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Die DTM machte Station in München. Genauer gesagt: Im Olympiastadion. Für die Fans ein ganz besonderes Spektakel: Zwei parallele Kurse, komplett im Blick!
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Links Audi, rechts Mercedes: Gut tausend PS warten darauf, endlich losgelassen zu werden
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Links Audi, rechts Mercedes: Gut tausend PS warten darauf, endlich losgelassen zu werden
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Mattias Ekström war in der Qualifikation unheimlich schnell unterwegs, im Viertelfinale weniger. Für ihn und seinen Partner Molina kam das schnelle Aus
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Mattias Ekström war in der Qualifikation unheimlich schnell unterwegs, im Viertelfinale weniger. Für ihn und seinen Partner Molina kam das schnelle Aus
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Insbesondere beim Start hatten die Mercedes-Piloten leichte Vorteile. BMW (r.) tat sich da schon etwas schwerer
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Insbesondere beim Start hatten die Mercedes-Piloten leichte Vorteile. BMW (r.) tat sich da schon etwas schwerer
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Einer links, einer rechts. Anders als im letzen Jahr, waren die Strecken exakt gespiegelt. Durch das neue Layout sollten Crashs vermieden werden. Good Job!
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Einer links, einer rechts. Anders als im letzen Jahr, waren die Strecken exakt gespiegelt. Durch das neue Layout sollten Crashs vermieden werden. Good Job!
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Tolle Kulisse: Auch wenn der ganz große Andrang ausblieb, ein Rennen im Schatten der Haupttribüne des Olympiastadions macht optisch einiges her
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Tolle Kulisse: Auch wenn der ganz große Andrang ausblieb, ein Rennen im Schatten der Haupttribüne des Olympiastadions macht optisch einiges her
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Bei weiß-blauem Himmel fährt sich's doch einfach am Besten. Vor allem natürlich in Bayern
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Bei weiß-blauem Himmel fährt sich's doch einfach am Besten. Vor allem natürlich in Bayern
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Am zweiten Tag war es dann allerdings vorbei mit dem Sonnenschein. Die Zuschauer bei der Einzelkonkurrenz hatten aber vorgesorgt
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Am zweiten Tag war es dann allerdings vorbei mit dem Sonnenschein. Die Zuschauer bei der Einzelkonkurrenz hatten aber vorgesorgt
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Für BMW war das Heimspiel im Halbfinale beendet. Bruno Spengler (l.) zog gegen Jamie Green in seinem Mercedes (r.) den Kürzeren
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Ins Finale geschafft hatte es dagegen Audi-Pilot Mattias Ekström, der mit den Wassermassen auf der Strecke ordentlich zu Kämpfen hatte
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Ins Finale geschafft hatte es dagegen Audi-Pilot Mattias Ekström, der mit den Wassermassen auf der Strecke ordentlich zu Kämpfen hatte
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Ekström führte im Finale gegen Mercedes-Pilot Jamie Green bis zum Boxenstopp. Der misslang dem Audi-Team aber gründlich...
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Ekström führte im Finale gegen Mercedes-Pilot Jamie Green bis zum Boxenstopp. Der misslang dem Audi-Team aber gründlich...
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...und Green fuhr den Vorsprung im ersten Durchgang locker ins Ziel. In Runde Zwei durfte er also mit einem kleinen Vorsprung starten
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...und Green fuhr den Vorsprung im ersten Durchgang locker ins Ziel. In Runde Zwei durfte er also mit einem kleinen Vorsprung starten
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Doch beim zweiten Boxenstopp machten es die Kollegen von Mercedes wenig besser und Ekström zog wieder an Green vorbei
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Doch beim zweiten Boxenstopp machten es die Kollegen von Mercedes wenig besser und Ekström zog wieder an Green vorbei
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Nochmal ließ sich Ekström die Butter dann nicht vom Brot nehmen. Der Schwede kam deutlich vor seinem Kontrahenten über die Ziellinie
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Nochmal ließ sich Ekström die Butter dann nicht vom Brot nehmen. Der Schwede kam deutlich vor seinem Kontrahenten über die Ziellinie
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Punkte in der DTM-Wertung gabs für das Spektakel im Olympiastadion zwar keine, aber immerhin über schicke Trophäe im München-Look durfte sich Ekström freuen
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Punkte in der DTM-Wertung gabs für das Spektakel im Olympiastadion zwar keine, aber immerhin über schicke Trophäe im München-Look durfte sich Ekström freuen
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Was darf am Ende natürlich nicht fehlen? Natürlich, die obligatorische Champagner-Dusche für Sieger Ekström. Als hätte es nicht schon genug geregnet...
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Was darf am Ende natürlich nicht fehlen? Natürlich, die obligatorische Champagner-Dusche für Sieger Ekström. Als hätte es nicht schon genug geregnet...
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Für die Gewinner der BMW Performance Packages war das Wochenenden ein tolles Erlebnis: Hier ein Bild aus dem Olympiastadion...
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Für die Gewinner der BMW Performance Packages war das Wochenenden ein tolles Erlebnis: Hier ein Bild aus dem Olympiastadion...
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...und eines hinter den Kulissen, beim Treffen mit Bruno Spengler (l.). BMW Motorsport und SPOX freuen sich, dass die Gewinner mit Begeisterung dabei waren!
© Oliver Weidel
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...und eines hinter den Kulissen, beim Treffen mit Bruno Spengler (l.). BMW Motorsport und SPOX freuen sich, dass die Gewinner mit Begeisterung dabei waren!
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