Donnerstag, 10.05.2012

Neuer VW-Sportchef spricht sich gegen Formel 1 aus

Capito: "Konzentration gilt der Rallye-WM"

Die Hoffnungen auf einen Formel-1-Einstieg von VW werden sich auch nach dem fliegenden Wechsel an der Spitze der Motorsport-Abteilung des Wolfsburger Automobilkonzerns so schnell nicht erfüllen. Denn der neue Motorsportdirektor Jost Capito machte bereits an seinem ersten offiziellen Arbeitstag sehr deutlich, dass er bei Volkswagen andere Prioritäten setzen wird.

Jost Capito (l.) bei der Präsentation der "FIA World Rally Championship Manufacturers Trophy" 2006
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Jost Capito (l.) bei der Präsentation der "FIA World Rally Championship Manufacturers Trophy" 2006

Die ganze Konzentration gelte der Rückkehr in die Rallye-Weltmeisterschaft 2013. "Da gibt es nicht den Raum, um an irgendetwas anderes zu denken", sagte Capito auf einer Telefonkonferenz am Donnerstag.

Der neue Motorsportchef betonte, dass die Aufgabe in der Rallye-WM bei Null beginne. Er habe deshalb alle Hände voll zu tun, ein Team für die Rallye-WM aufzubauen. "Das ist das Hauptprogramm von Volkswagen im Motorsport", sagte Capito. Über andere Großprojekte wie die Formel 1 denke man derzeit nicht nach, da der Werkseinsatz in der Rallye-WM von 2013 bis 2015 angelegt sei.

VW-Vorstand wünscht dem Neuen viel Erfolg

VW-Vorstand Ulrich Hackenberg hatte Capito einen Tag zuvor begrüßt und der Belegschaft in Wolfsburg vorgestellt. Capito löst den Dänen Kris Nissen ab, der das Werksteam seit 2003 geleitet hatte. In dieser Zeit gelangen dem Automobilkonzern neben vielen anderen Erfolgen drei Siege in Folge bei der Rallye Dakar.

Hans-Joachim Stuck - eine Karriere in Bildern
1977 fährt Stuck in der Formel 1 bei Brabham Alfa Romeo unter Teamchef Bernie Ecclestone. Bilanz: 7. Platz in der Fahrerwertung und Dritter in Hockenheim und Zeltweg
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In seinem letzten Jahr in der Formel 1 fährt er 1979 mit dem deutschen ATS Team. Seine Bilanz: fünf Punkte. Danach konzentrierte sich Stuck auf den Tourenwagensport
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In seinem letzten Jahr in der Formel 1 fährt er 1979 mit dem deutschen ATS Team. Seine Bilanz: fünf Punkte. Danach konzentrierte sich Stuck auf den Tourenwagensport
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1985 sein Wechsel zu Porsche, wo er prompt mit Derek Bell mit Siegen in Hockenheim, Mosport und Brands Hatch Langstrecken-Weltmeister wird
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Strietzel als Langstreckenweltmeister. Seine Oma verpasste ihm den Spitznamen nach der Taufe in Anlehnung an den gleichnamigen schlesischen Hefezopf.
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Teampräsentation des Porsche-Teams für Le Mans 1989. Zwei Jahre zuvor gewann er im Porsche 962 die 24-Stunden von Le Mans mit Derek Bell
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Bei den Audi-Testfahrten 1989 in Riccione teilt Stuck mit Walter Röhrl (m.) im Motorhome auch private Dinge
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Noch einmal auf dem Nürburgring 2010 nach dem Duell im MAN-Racetruck gegen Timo Schneider (l.) im DTM-Audi A4
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Früher wurde noch selbst Hand angelegt. Hier prüft Strietzel den Ölstand seines Porsches vor einem Rennen bei der Formel-2-Europameisterschaft
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Präsentation des neuen BMW Z4 2003 neben Hans-Reiner Schröder von BMW (m.) und Prinz Leopold von Bayern
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Stuck holt im BMW an der Seite von Dirk (m.) und Jörg Müller beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring seinen dritten Gesamtsieg nach 1970 und 1998
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"Ich begrüße Jost Capito herzlich als neuen Motorsport-Direktor in unseren Reihen, ich wünsche ihm und dem Team viel Erfolg", sagte Hackenberg, der die Übertragung der Amtsgeschäfte von Nissen auf Capito als Übergabe eines Staffelstabes betrachtet: "Dieser Prozess geschieht Hand in Hand und zielt darauf ab, im Anschluss weiter zu beschleunigen." Der VW-Vorstand bedankte sich bei Nissen, der die Mannschaft zu einem echten Siegerteam geformt habe.

Capito bedankte sich in seiner Antrittsrede ebenfalls bei seinem Vorgänger: "Ich freue mich sehr darauf, mit diesem starken Team zusammenzuarbeiten und habe großen Respekt vor den bisherigen Erfolgen." Auf alle im Team warten jetzt große und interessante Aufgaben, "die wir mit großer Motivation angehen werden".

Nissen bleibt VW als Berater erhalten

Nissen, der wegen einer angeblichen Sex-Affäre im vergangenen Jahr in die Schlagzeilen geraten war, räumte seinen Posten ohne Groll. "Ich bin sehr stolz darauf, was die Mannschaft in den vergangenen Jahren erreicht hat. Volkswagen hatte nie zuvor ein so umfangreiches und vor allem so erfolgreiches Motorsport-Programm wie heute", sagte der Däne.

Nissen steht dem Unternehmen laut VW künftig aber weiter beratend zur Verfügung. Nach dem Hattrick bei der Rallye Dakar stellt sich VW einer neuen Herausforderung im internationalen Motorsport. Ab 2013 startet das Werksteam mit dem Polo R WRC in der Rallye-WM und bereitet sich aktuell auf diesen Einsatz vor.

Für diese Aufgabe scheint Capito der richtige Mann. Er verfügt über eine große Rennsporterfahrung, die er unter anderem in der Formel 1, aber auch als Co-Pilot und Gewinner der Rallye Paris-Dakar in der LKW-Wertung gesammelt hat. Der 53-Jährige kommt von der Ford Motor Company USA zum Volkswagen-Konzern.

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