Chinesische Leichtathletinnen gestehen angeblich

Jahrelanges Systematisches Doping

SID
Freitag, 05.02.2016 | 14:03 Uhr
Wang Junxia (Mitte) lief in den 90ern Fabelzeiten
© getty
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Die ehemalige Weltklasse-Langstreckenläuferin Wang Junxia hat offenbar erstmals jahrelanges systematisches Doping in Chinas Leichtathletik-Nationalteam eingestanden. Gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen, erhebt die Weltrekordhalterin schwere Vorwürfe gegen den berüchtigten Läuferinnen-Trainer Ma Junren.

Junxia war Teil der skandalumwitterten "Schildkrötenblut-Armee" unter der Leitung Junrens, deren Mitglieder zahlreiche Medaillen bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen errungen hatten. Der Trainer habe die Athletinnen "viele Jahre gezwungen, eine große Menge illegaler Drogen" zu nehmen, heißt es in dem Dokument.

Zudem gestehen die Unterzeichnerinnen ihre Angst ein, "das Ansehen unseres Landes zu beschädigen und den Wert unserer hart erkämpften Medaillen zu schmälern".

Junxias Bestmarke über 3000 von 8:06,11 Minuten stammt aus dem Jahr 1993, auf den Plätzen zwei bis vier in der Rangliste der besten jemals gelaufenen Zeiten liegen ihre damaligen Teamkolleginnen Qu Yunxia, Zhang Linli und Ma Liyan. Die Kenianerin Hellen Onsando Obiri benötigte 2014 als schnellste nicht-chinesische Läuferin 8:20,68.

Über 10.000 lag Junxia ebenfalls 1993 in 29:31,78 Minuten sogar satte 22 Sekunden unter der 2009 von der Äthiopierin Meselech Melkamu gelaufenen zweitbesten Zeit der Geschichte (29:53,80). Der Weltverband IAAF soll bereits Untersuchungen eingeleitet haben, um die Echtheit des Schreibens zu klären.

Zuletzt Doping-Skandal in Russland

"Die erste Aktion der IAAF muss sein, die Echtheit des Briefes zu überprüfen. Die IAAF hat den chinesischen Verband diesbezüglich um Mitarbeit gebeten", teilte die IAAF mit.

Zuletzt war die internationale Leichtathletik durch den Doping-Skandal in Russland erschüttert worden. Der nationale Verband ARAF wurde daraufhin im November von der IAAF vorläufig suspendiert, russischen Athleten droht damit das Aus für die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro.

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