Darts

"Heimspiel": Der Ally Pally grölt deutsch

SID
Der Ally Pally war am Mittwoch in deutscher Hand

Der Weg der deutschen Darts-Hoffnung Max Hopp bei der WM (täglich live auf DAZN) ist beendet, die Party noch lange nicht. Vom glatten Ausscheiden ihres Helden ließen sich die kostümierten deutschen Fans die Stimmung nicht vermiesen. Unbeeindruckt von der Enttäuschung feierten die vielen Hundert lautstark in ihrer Landessprache - und werden es bei den bevorstehenden Duellen der Favoriten unbeeindruckt bis zum Finale am 2. Januar weiter tun.

"Das Publikum war der Wahnsinn. Ich habe das noch nie gehört, dass so viele deutsche Fans im Ally Pally sind", sagte Hopp nach seiner Zweitrunden-Niederlage gegen den Belgier Kim Huybrechts sichtlich beeindruckt auf Sport1. Das altehrwürdige Gebäude auf einem Hügel im Londoner Norden ist zwischen den Jahren längst zu einer Pilgerstätte für durstige deutsche Darts-Freunde geworden. Insgesamt wurden in diesem Jahr rund 7500 Tickets nach Deutschland verkauft. Das Repertoire der Fans reicht von "Oh, wie ist das schön" bis "Wir haben ein Heimspiel in London".

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Knapp viereinhalb Jahre nach den Sommerspielen zählt in London noch der olympische Gedanke: Dabei sein, ist alles - und Zuschauer aus vielen Nationen feiern und trinken meist friedlich vereint. Selbst als der "Maximiser" beim Rückstand von 0:3 zum "Minimiser" wurde und nicht mehr an eine Wende im Spiel zu glauben schien, pushte ihn das Publikum angetrieben vom Gerstensaft mit lauten "Maxi Hopp"-Sprechchören. Enttäuschung Fehlanzeige, Ernüchterung erst recht.

Sämtliche Karten binnen eines Tages verkauft

"Es war wie bei einem Turnier in Deutschland. Du hast gedacht, du bist nicht in England. Das ist ein Heimpublikum", sagte Hopp. Dabei hatten die deutschen Zuschauer Glück, ihren Landsmann zu sehen bekommen zu haben. Als die Tickets im Sommer in den Verkauf gingen, war noch nicht absehbar, wer an welchem Tag spielen würde. Dennoch waren sämtliche Karten binnen eines Tages vergriffen. Deshalb überlegt der Verband PDC im kommenden Jahr von der kleineren, rund 3000 Zuschauer fassenden Westhall in die benachbarte Great Hall mit einer Kapazität von bis zu 10.400 Zuschauern umzuziehen.

Dass die bei Darts-Turnieren ausgeschenkten Getränke aber auch mal zu Kopf steigen können, zeigte sich vor knapp zwei Jahren bei einem Einladungsturnier in Australien. Als größtenteils alkoholisierte Zuschauer bei einem Spiel zwischen Michael van Gerwen und Lokalmatador Simon Whitlock eine Pyramide aus Plastikstühlen bauten, kippte nach einer Weile nicht nur diese, sondern auch die Stimmung. Kurz darauf flogen die Sitzgelegenheiten durch die Luft und es kam zu einer wilden Keilerei, sodass die Polizei einschreiten und das laufende Match abgebrochen werden musste.

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