Hühnerjäger mit Dampfhammer

Von Micha Schneider
Samstag, 17.10.2015 | 12:54 Uhr
Vincent Feigenbutz steht womöglich eine große Karriere bevor
© getty
Advertisement
DAZN ONLY Golf Channel
Golf Central Daily -
18. Dezember
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 5
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo
NHL
Kings @ Flyers
NFL
Falcons @ Buccaneers
NBA
Warriors @ Lakers
Basketball Champions League
Ludwigsburg -
Teneriffa
Basketball Champions League
Bonn -
Zielona Gora
NHL
Hurricanes @ Maple Leafs
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 6
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
NBA
Cavaliers @ Bucks
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
DVV Pokal Frauen
Dresden -
Schweriner SC
Primera División
Getafe -
Las Palmas
Basketball Champions League
Oldenburg -
Sassari
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 7
CEV Champions League
Kedzierzyn-Kozle -
Trient
Basketball Champions League
Straßburg -
Bayreuth
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
CFC Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
FC Sevilla
NBA
Lakers @ Rockets
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 8
Primera División
Alaves -
Malaga
NBA
Celtics @ Knicks
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 9 -
Session 1
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 9 -
Session 2
Premiership
Warriors -
London Irish
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
NBA
Lakers @ Warriors
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
BSL
Darüssafaka -
Trabzonspor
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
FC Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 10 -
Session 1
Serie A
CFC Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Primera División
Valencia -
Villarreal
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Premier League
Burnley -
Tottenham
Primera División
La Coruna -
Celta Vigo
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
NHL
Jets @ Islanders
Liga ACB
Fuenlabrada -
Teneriffa
Eredivisie
PSV -
Vitesse
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 10 -
Session 2
Pro14
Connacht -
Ulster
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
NFL
Colts @ Ravens
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
NHL
Maple Leafs @ Rangers
NBA
Mavericks @ Hawks
NFL
Vikings @ Packers
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premiership
Leicester -
Saracens
NFL
RedZone -
Week 16
NBA
76ers @ Knicks
NBA
Cavaliers @ Warriors
NFL
Steelers @ Texans
NBA
Wizards @ Celtics
NFL
Raiders @ Eagles
Premier League
Tottenham -
Southampton
Horse Racing (Racing UK)
King George VI Chase
Spengler Cup
Schweiz -
Riga
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Birmingham -
Norwich
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
1. Bundesliga Frauen
Schweriner SC -
Stuttgart
Spengler Cup
Kanada -
Mountfield
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)
NBA
Jazz @ Nuggets
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 11 -
Session 1
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 11 -
Session 2
Premier League
Newcastle -
Man City
Premiership
Hearts – Hibernian
NBA
Raptors @ Thunder
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 12 -
Session 1
Mubadala World Tennis Championship
ATP Abu Dhabi: Tag 1
Indian Super League
Jamshedpur -
Chennai
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 12
NHL
Canadiens @ Lightning
NBA
Rockets @ Celtics
Mubadala World Tennis Championship
ATP Abu Dhabi: Tag 2
William Hill World Championship
World Darts Championship -
Tag 13 Session 1
Indian Super League
Mumbai -
Delhi
William Hill World Championship
World Darts Championship: Tag 13 Session 2
Premiership
Bath -
Wasps
Serie A
Crotone -
Neapel
Championship
Cardiff -
Preston
NBA
Rockets @ Wizards
Serie A
Florenz – AC Mailand
Premiership
Celtic -
Rangers
Mubadala World Tennis Championship
ATP Abu Dhabi: Tag 3
Serie A
Atalanta -
Cagliari
Serie A
Benevento -
Chievo Verona
Serie A
Bologna -
Udinese
Serie A
AS Rom -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
SPAL
Serie A
FC Turin -
CFC Genua
Premier League
Liverpool -
Leicester
Championship
Barnsley -
Reading
Pro14
Glasgow -
Edindburgh
Serie A
Inter Mailand – Lazio Rom
Premier League
Man Utd -
Southampton
Championship
Bristol City -
Wolverhampton
William Hill World Championship
World Darts Championship: Halbfinale
Serie A
Hellas Verona -
Juventus
NBA
Cavaliers @ Jazz
Liga ACB
Real Madrid -
Estudiantes
Premier League
Crystal Palace -
Man City
Premier League
West Brom -
Arsenal
NFL
RedZone -
Week 17
NHL
Maple Leafs @ Golden Knights
NBA
Bulls @ Wizards

Supermittelgewichtler Vincent Feigenbutz gehört zu den größten Nachwuchshoffnungen Deutschlands. Sein spektakulärer Kampfstil und seine K.o.-Bilanz beeindrucken - die Trainingsmethoden sind legendär. Der Fight gegen Giovanni De Carolis am Samstag soll nur Zwischenstation auf dem Weg in die Geschichtsbücher sein - denn ein WM-Fight ist in greifbarer Nähe.

In der Vorbereitung jagt er Hühner und fängt mit den bloßen Händen Fische. Er geht Holz hacken und verbringt Nächte im Wald. Irgendwo, alleine. Die Aufgabe? Wieder heim finden. Bei Vincent Feigenbutz ist eben alles ein wenig anders. Auch die Trainingsmethoden. "Wir hatten uns für Vincent wieder ein paar Gemeinheiten überlegt - aber alles mit praktischem Hintergrund", sagt sein Coach Hansi Brenner über die ungewöhnliche Kampfvorbereitung für seinen Schützling.

Das "Überlebenstraining" in den slowenischen Bergen hat sich aber schon öfters bewährt - und macht sich auch in seiner beeindruckenden Kampfbilanz bemerkbar: 21 Kämpfe, 20 Siege, 19 davon durch vorzeitigen Knockout. Neunmal überstand der jeweilige Gegner nicht einmal die erste Runde. Als "K.o.-Prinz" und "Prince Vince" wird der 20-Jährige von den Medien bereits gefeiert. Und auch sein Kampfname lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass er sich an den Größten der Szene orientiert und irgendwann selbst ein ganz Großer werden will.

"Iron Junior" nennt er sich, in Anlehnung an sein Idol Mike Tyson: "Der hat auch nichts anbrennen lassen und immer das vorzeitige Ende gesucht - genau wie ich es auch tue", sagte Feigenbutz in einem Interview mit Boxen.com.

Unbekümmert ins Getümmel

Es ist eben jenes "nichts anbrennen lassen", dieser unbekümmerte und gleichzeitig spektakuläre Kampfstil, mit dem Feigenbutz in der Boxszene aufhorchen lässt. Er marschiert, sucht in seinen Fights stets das vorzeitige Ende, ist immer auf der Jagd nach dem nächsten Knockout.

"Das Schöne bei dem Jungen ist, dass er seine Kämpfe immer völlig befreit angeht. Man sieht ihm den Spaß, sich Mann gegen Mann zu beweisen, förmlich an. Seine Auftritte haben Spaßfaktor zehn und die Halle tobt überall, wo er boxt", analysiert auch Coach Hans-Peter Brenner den Stil seines Schützlings.

In der Tat scheint der Shootingstar aus dem Karlsruher Stadtteil Daxlanden in so gar kein Schema zu passen. Zurückhaltung ist nicht das Ding von Feigenbutz - weder im Ring, noch außerhalb. Und auch mit Aufbaukämpfen kann er nicht wirklich etwas anfangen. Dem Jungspund kann es vielmehr nicht schnell genug gehen, große Namen wie Felix Sturm, Robert Stieglitz oder Arthur Abraham vor die Fäuste zu bekommen.

"Langes Abwarten liegt mir nicht. Ich habe schon jetzt das Gefühl, mit der Weltspitze mitzuhalten und diese auch zu schlagen. Wenn man seine Chance erkennt, dann sollte man sie auch nutzen", unterstreicht Feigenbutz selbst seine Ambitionen.

Abraham: "Hab nicht so eine große Fresse"

Es sind Aussagen, die sich durchaus forsch anhören - vor allem für einen gerade 20-Jährigen, der erst seit vier Jahren aktiv im Ring steht. Sein Selbstvertrauen wächst allerdings mit jedem K.o.-Sieg weiter und davon gab es in der jüngeren Vergangenheit trotz durchaus riskanter Kampfansetzungen reichlich.

So gewann Feigenbutz zunächst gegen Polens große Nachwuchshoffnung Maciej Miszkin, ehe er auch die bis dato ungeschlagene Nummer eins des deutschen Nachbarlandes, Andrzej Soldra, in der ersten Runde K.o. schlug. Seinen Bekanntheitsgrad konnte er dadurch nicht nur in Polen steigern.

Das Team Sauerland wurde auf ihn aufmerksam und nahm den Supermittelgewichtler ohne zu zögern unter Vertrag. Auf eine Chance, sein Können endlich gegen einen großen Gegner unter Beweis stellen zu können, muss er sich allerdings weiter gedulden. WBO-Weltmeister Arthur Abraham konterte seine forsche Ansage, er könne "Arthur umhauen", jedenfalls trocken: "Hab nicht so eine große Fresse, du hast doch noch nicht mal eine Mücke geschlagen. Werde erstmal ein großer Boxer und reiß dann den Mund auf." In der Bild legte er nochmal einen drauf: "Feigenbutz ist ein Nichts."

Gehört dieser Feigenbutz also zur im Boxsport nicht seltenen Spezies der Kategorie: "Große Klappe - nichts dahinter"? Ist er Fallobst, wenn ein richtiges Kaliber kommt? Die deutsche Ehemaligengilde glaubt nicht an ein Scheitern des 20-Jährigen, ist von seinem Können überzeugt: "Er erinnert mich an den jungen Tyson", sagt beispielsweise Henry Maske und Regina Halmich ergänzt: "Er hat auf jeden Fall alles, was ein guter Boxer benötigt. Ob er schon reif ist für ganz große Kämpfe, wird sich zeigen."

Ziel: Jüngster deutscher Boxweltmeister

Feigenbutz mag zwar erst am Anfang seines Weges stehen, dennoch läuft ihm schon die Zeit davon. Er kann schließlich noch immer Geschichte schreiben und der jüngste deutsche Boxweltmeister aller Zeiten werden - obwohl sein bereits vertraglich fixierter Titelkampf um die WBA-Krone gegen Sturm-Bezwinger Fedor Chudinov geplatzt war.

Als amtierender Interims-Champion der WBA wäre er zwar legitimer Herausforderer gewesen, allerdings kommt es nun doch zum Rückkampf zwischen Sturm und Chudinov, da die WBA das Kampfurteil plötzlich als diskussionswürdig einstufte. Ein kleiner Skandal, den der ausgebremste Feigenbutz nicht unkommentiert auf sich sitzen lassen wollte.

Via Facebook knöpfte er sich Sturm vor: "Ich bin stinksauer. Ich bin Interims-WBO-Champion und du hast von deinen letzten sieben nur zwei umstritten gewonnen. An mir musst du vorbei. Stell dich hinten an oder nimm die Herausforderung an und kämpfe gegen mich", so der erboste Übergangene.

Genutzt hat seine Verbal-Attacke nichts, von Sturm erntete der Youngster für seine Aussagen nur ein müdes Lächeln. Deshalb geht es nun stattdessen in seiner Heimatstadt Karlsruhe gegen Giovanni De Carolis. "Wir gehen jetzt den harten Weg und schon bald werden uns die Weltmeister nicht mehr aus dem Weg gehen können", sagte Brenner und behielt recht: Denn am Mittwoch entschied der Weltverband, dass der Gewinner des Kampfes im Frühjahr den Sieger des Duells Sturm/Chudinov herausfordern darf.

De Carolis als Zwischenschritt

Der WM-Fight ist also in greifbarer Nähe und vorerst könnte der Umweg De Carolis nicht die schlechteste Lösung sein. Der Italiener bewies gegen Abraham immerhin schon über zwölf Runden Stehvermögen und dürfte durchaus ein ernster Prüfstein für Feigenbutz werden. Im Ranking liegt der Italiener zudem sieben Plätze vor dem Deutschen.

Angst vor der Aufgabe hat Feigenbutz allerdings keine: "Das wird ein Fight wie jeder andere. Ich gehe da rein und haue ihn um. Danach fange ich an, im Super-Mittelgewicht aufzuräumen. Mein Ziel ist es, alle vier Gürtel bei den großen Weltverbänden zu holen."

Selbstbewusste Töne, die sein Promoter Kalle Sauerland gerne hört, schließlich hat er sich gemeinsam mit Manager Rainer Gottwald auf die Fahne geschrieben, den jungen Deutschen zum nächsten Box-Superstar zu machen.

Introvertiertes Großmaul

Ein klassisches Großmaul ist Feigenbutz indes nicht. Zumindest gibt es zwischen dem Boxer und dem Menschen doch so einige Widersprüche. Privat ist der Youngster ein ruhiger Typ. Er hat keine extravaganten Frisuren, trägt keine schrillen Outfits und ist ein leidenschaftlicher Angler.

Parallel zur Boxkarriere absolviert er zudem eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker bei den Stadtwerken Karlsruhe. Dennoch ist der Fokus klar. "Für ihn gibt's nur Boxen und Angeln. Er braucht keine Freundin, das kommt alles später", sagte sein Manager Reiner Gottwald der Süddeutschen Zeitung.

Mit 14 Jahren wurde er erstmals im Karlsruher "Bulldog Gym", der Kaderschmiede aus der unter anderem Regina Halmich hervorging, vorstellig. Sein Entdecker Jürgen Lutz, der auch heute noch zu seinem Tross gehört, nahm ihn in eine Trainingsgruppe auf und schon zwei Jahre später, mit gerade einmal 16 Jahren und ohne jemals im Amateurbereich angetreten zu sein, bestritt er seinen ersten Profikampf.

Alleine dieser Werdegang ist schon außergewöhnlich und zeigt, dass er über besondere Qualitäten verfügt. In seinem zweiten Fight setzte es dennoch prompt die erste Niederlage. Sein rasanter Aufstieg begann erst, als er in Hansi Brenner zum ersten Mal einen privaten Trainer an seiner Seite hatte.

Schwachstelle Defensive

Trotz aller Vorschusslorbeeren muss er sich boxerisch steigern. Feigenbutz ist kein filigraner Kämpfer und kommt vor allem über seine ungemeine Schlagkraft, mit der er seine technischen Rückstände wettmacht, zum Erfolg. Er boxt offensiv und sucht den Infight.

In der Defensive offenbart er allerdings Schwächen: Seine Abwehrfaust rutscht ihm noch zu oft über die Hüfte und lädt seine Gegner zum Zuschlagen ein: "Vince ist nichts für Old-School-Feinschmecker. Er fängt sich auch was ein. Aber was reinkommt, geht tausendfach wieder raus", spielt Sauerland herunter.

Zuschlagen kann er aber, der K.o.-Prinz. Und mit einem Sieg gegen De Carolis geht sein Traum vom WM-Fight in Erfüllung. Aus dem Prinzen könnte also bald tatsächlich der jüngste deutsche Boxkönig aller Zeiten werden.

Die Box-Weltmeister in der Übersicht

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung