Trainer-Legende Fritz Sdunek wird 65

Elf Profi-Weltmeister und noch kein Ende

SID
Mittwoch, 18.04.2012 | 12:05 Uhr
Fritz Sdunek (r.) gemeinsam mit einem seiner vielen erfolgreichen Schützlinge, Vitali Klitschko
© Getty
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65 Jahre - vor Müntefering war das immer das Alter des Ruhestandes. Rente. Pappa ante Portas. Im Garten vertikutieren. "Für mich wäre das nichts, ich mach so lange weiter, wie ich kann", sagt Fritz Sdunek: "Der Job als Boxtrainer ist nie langweilig, und wer rastet, der rostet." Zeit zum Feiern am Mittwoch hat er also nicht: "Mit der Familie essen gehen, das isses."

Am vergangenen Freitag saß Sdunek noch beim überzeugenden WM-Sieg von Felix Sturm gegen Sebastian Zbik in der Ringecke, derzeit bereitet er in Hamburg den Briten Ola Afolabi intensiv auf seinen WM-Kampf im Cruisergewicht am 5. Mai in Erfurt gegen Marco Huck vor. "Das wird ein harter Kampf, Huck ist sehr aggressiv", sagt Sdunek, "aber wir können ihn schlagen."

Erster Weltmeister war Ralf Rocchigiani

Dann wäre Afolabi bereits der zwölfte Profiboxer, der unter Sduneks Anleitung Weltmeister wurde. So oder so ist Sdunek der erfolgreichste deutsche Trainer im Berufsboxen. Die Klitschko-Brüder und Dariusz Michalczewski fallen jedem sofort ein, Ralf Rocchigiani war 2005 der erste dieser beeindruckenden Liste.

Im Dörfchen Lüssow bei Greifswald wurde Sdunek am 18. April 1947 geboren. Sein leiblicher Vater starb, als Fritz erst acht Monate alt war. In seiner Biographie "Durchgeboxt" schildert er eine glückliche Kindheit mit Mutter Helga und Stiefvater Arno Pinger. Von seiner Mutter habe er das natürliche pädagogische Talent geerbt meint Sdunek: "Sie war eigentlich Bäuerin und ist nach einem Unfall mit 38 Jahren noch eine erfolgreiche und beliebte Lehrerin geworden."

Die Boxer- und Trainerkarriere verlief gradlinig. Zunächst in der DDR, nach der Wende auch in der vereinigten Bundesrepublik. Seit März 1994 arbeitete Sdunek für die Hamburger Universum Box-Promotion, machte die Meister und bildete andere Trainer wie Michael Timm und Arthur Grigorian aus. "Ich habe wirklich sehr viele Boxer trainiert. Darunter die schwierigsten Typen", erzählt Sdunek: "Du musstest versuchen, jeden zu packen, das ist mir immer wieder gelungen."

Selbstmordgedanken bei Hautkrebserkrankung

Die privaten Probleme schaffte er, aus der Öffentlichkeit weitgehend rauszuhalten. Von einem unehelichen Sohn berichtet er in seinem Buch, von Schwierigkeiten mit seiner Tochter Kati, auch mit Ehefrau Carola, die einmal sagte: "Ich glaube, er liebt seine Boxer mehr als uns." Und er berichtet von den Krankheiten, dem Herzinfarkt und dem Hautkrebs, der in ihm sogar Gedanken an Selbstmord reifen ließen: "Ich wollte niemandem zur Last fallen."

Fritz Sdunek hat sich durchgeboxt, ist wieder fit und gesund. Auch die Trennung von Universum im Februar 2010 hat er hinter sich gebracht: "Ich bin immer offen, das war nicht so angesagt. Am Ende stimmte die Chemie nicht mehr."

Jetzt also ist er freiberuflich tätig, Sturm, Afolabi, Zsolt Erdei und Witali Klitschko sind seine Schützlinge. Vor allem mit Klitschko verbindet ihn längst mehr als ein normales Trainer-Verhältnis: "Witali ist für mich das Maß aller Dinge, es ist ein Privileg, mit solch einem Menschen und Sportler arbeiten zu dürfen."

Die Weltmeister der Verbände

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