Mit 48 Jahren vor seinem 5. Comeback

Holyfield: Kampf gegen seinen Schatten

Von Marie Heller
Donnerstag, 20.01.2011 | 11:39 Uhr
Evander Holyfield wagt mit 48 Jahren ein erneutes Comeback: "Wenn Gott will, sterbe ich im Ring!"
© Getty
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Seit Jahrzehnten bezeichnet sich Evander Holyfield als "The Real Deal", übersetzt "der einzige Wahre." Der Name besteht weiterhin, jedoch nur auf dem Papier, denn in Wahrheit ist Holyfield mittlerweile ein Schatten seiner selbst. Doch der Box-Opa will seine Erfolgsgeschichte neu schreiben: Am 22. Januar wagt er seine Rückkehr ins große Rampenlicht und kämpft gegen Sherman Williams.

Das Warten hat ein Ende: Am 22. Januar steigt Evander Holyfield im Kampf um den WBF-Gürtel im Schwergewicht wieder in den Ring. Der Gegner seines 56. Profikampfes, der bereits zweimal verlegt worden war, heißt Sherman Williams.

Doch dieser Fight stellt für den Box-Methusalem Holyfield nur eine Zwischenstation dar, denn für den US-Amerikaner markiert das Duell gegen Williams lediglich den Beginn seiner Rückkehr auf die ganz große Bühne der Boxwelt.

Schulden, Schläge, Drogen

In den letzten Jahren machte Holyfield jedoch eher durch private Skandale und Miseren auf sich aufmerksam: Der Box-Opa zeugte elf Kinder mit fünf Frauen, kaufte eine 109-Zimmer-Villa mit 17 Badezimmern, drei Küchen und einer Bowlingbahn und lebte auch sonst auf großem Fuß.

Die 34 Millionen Dollar Preisgeld für den Tyson-Fight waren so schnell verprasst, dass er heute nicht einmal mehr die 9000 Dollar Unterhalt für seine Kinder zahlen kann - im Gegenteil: Holyfield ist seit Jahren hochverschuldet.

Doch es kam noch dicker: Zu Beginn des vergangenen Jahres wurde sein 20-jähriger Sohn Ewin Ezekiel wegen Drogenbesitzes verhaftet und auch Holyfield selbst geriet in eher unsportliche Schlagzeilen. Nachdem seine Frau Candi sich weigerte, dem Box-Star die Einzahlungsbelege für die Kirchengemeinde zu zeigen, soll der Boxer sie sogar brutal geschlagen haben.

Der Glaube an Gott steht über allem

Apropos Kirche: Innerhalb der letzten 15 Jahre soll Holyfield der Kirche über 20 Millionen Dollar gespendet haben - in Anbetracht seiner finanziellen Notlage eine stolze Summe.

Zumal wenn man bedenkt, dass er sein Haus lieber zwangsversteigert hätte, als auf die beträchtlichen Spenden für die Kirche zu verzichten. Handelt es sich hier um den modernen "Ablasshandel?"

Holyfield scheint jedenfalls fest daran zu glauben, dass Gott ihm für all sein Geld etwas "zurückgibt" oder gegebenenfalls auch "erlässt". In einem Interview mit der "Welt" sagte er einst: "Wenn Gott es will, sterbe ich im Ring."

Revival-Fight mit Tyson geplatzt

Vergangenes Jahr aber ergab sich für Holyfield die Chance, das finanzielle Debakel ad acta zu legen. Er forcierte einen Revival-Kampf mit Mike Tyson, der ihm vor 13 Jahren beinahe sein Ohr halbierte. 35 Millionen Dollar hätte es für den Fight gegeben - eine Summe, die Holyfield mit einem Schlag aus den Schulden herausgeholt hätte.

Doch der Kampf platzte - und der Box-Methusalem erklärte in der englischen "Sun": "Man muss ein großes Herz und einen großen Charakter haben, um so viel Geld abzulehnen. Aber ich respektiere Tyson dafür. Mike ist ein Krieger. Er würde nur in den Ring steigen, wenn er an einen Sieg glaubt."

Holyfield fand einen anderen Weg, das finanzielle Schlamassel zu reduzieren und die Haushaltskasse zu füllen: Durch Auftritte als Wrestler oder beim US-amerikanischen Pendant von "Dancing Stars" verhinderte der Box-Star seinen privaten Bankrott. Zudem vermarktet Holyfield den "Real Deal Grill" und verkauft ein komplettes Barbecue-Equipment über seine Homepage.

Holyfields "Golden Nineties" sind vorbei

Und doch fällt es Holyfield schwer einzusehen, dass seine "Golden Nineties" vorüber sind. Es war nicht nur der spektakuläre Kampf gegen Tyson 1997, inklusive Ohrbiss, der den Fighter einst zu einem der aufregendsten Boxer der Welt machte.

Er kämpfte gegen die Besten der Besten, boxte Larry Holmes, Michael Moorer, Lennox Lewis und George Foremen, wies diejenigen in die Schranken, die langsam alt wurden, und erteilte denen eine Lektion, die sich alt genug glaubten. Doch seine einstigen Höchstleistungen sind längst Vergangenheit.

Niederlagen gegen große Namen

Im November 2004 wurde Holyfield in den USA die Boxlizenz entzogen, um ihn "vor sich selbst zu schützen", wie es in der Begründung hieß. Ein weiterer Rückschlag, doch der Boxer kämpfte unerbittlich für sein Comeback.

Mit Erfolg: Zwei Jahre später stieg der Amerikaner wieder in den Ring. Zunächst boxte er gegen kleinere Aufbaugegner, doch 2007 wartete mit Sultan Ibragimow der erste große Fight nach der Sperre. Holyfield bekam die Chance, um die WBO-Weltmeisterschaft zu kämpfen, musste jedoch eine deutliche Niederlage gegen den Russen einstecken.

Aber Holyfield gab nicht auf, trat nur ein Jahr später gegen den WBA-Weltmeister Nikolai Walujew an - und verlor. Erneut.

"Alles, was ich der Welt sagen kann, ist, dass ich der Beste bin"

Der letzte Kampf des Boxers liegt inzwischen neun Monate zurück. Im April 2010 bezwang Holyfield Box-Dinosaurier Francois Botha durch TKO und holte den sportlich unbedeutenden WBF-Titel im Schwergewicht. Ein Sieg, der Holyfield wieder Auftrieb gab und ihn sofort zu einer ambitionierten Zielsetzung veranlasste: "Ich werde der unumstrittene Schwergewichts-Weltmeister sein."

Große Worte für einen Boxer, der fünf seiner letzten zehn Kämpfe verlor und unter anderem gegen Chris Byrd und Ibragimow nahezu chancenlos blieb. Doch der 48-Jährige strotzt weiterhin vor Selbstbewusstsein: "Alles, was ich der Welt sagen kann, ist, dass ich der Beste bin", sagte Holyfield letztes Jahr in einem SPOX-Interview.

"The Real Deal" will es nochmal wissen

Immerhin: Der 48-Jährige will endlich wieder gegen die Besten seiner Gewichtsklasse kämpfen, denn trotz herber Rückschläge fürchtet der Box-Methusalem keinen Gegner: "Ich will gegen die Klitschko-Brüder und David Haye boxen. Es geht mir um Gegner mit Titeln. Meinen nächsten Kampf gegen Williams werde ich nur absolvieren, um aktiv zu bleiben. Ich kann auf die drei Jungs mit ihren Titeln nicht lange warten. Wenn sie viel Geld verdienen wollen, bin ich der Typ, gegen den sie kämpfen müssen," sagte er im September 2010 dem "Daily Star".

Man wird den Eindruck nicht los, dass es vor allem der hohe Schuldenberg ist, welcher Holyfield fast schon übermütig in den Ring treibt: "Wenn sie glauben, es wird gegen mich ein leichter Kampf, dann sollen sie antreten und gegen mich kämpfen. Aber sie wollen nicht von einem alten Mann vorgeführt werden."

Zwei Kämpfe in sechs Wochen

Sein kommender Gegner "The Caribbean Tank", alias  Sherman Williams, ist elf Jahre jünger als Holyfield, allerdings stand der Mann von den Bahamas seit Oktober 2009 nicht mehr im Ring. Damals verlor er gegen Manuel Charr nach Punkten.

Für Holyfield ist Williams nur ein Schritt auf dem Weg zurück zu Ruhm und Ehre - und nur die erste Hälfte eines straffen Progamms, denn nur sechs Wochen später wartet bereits der nächste Fight auf den Real Deal: Brian Nielson.

Auch der 45-jährige Däne ist kein echter Härtetest, ist es für ihn doch der erste Kampf nach mehr als acht Jahren und mehreren Operationen. Für Holyfield aber bietet sich eine weitere Gelegenheit, in Form zu kommen. Die kurze Zeitspanne zwischen den Kämpfen stört den Nimmersatt nicht: "Ich glaube, dass ich immer noch drei bis vier Kämpfe im Jahr bestreiten kann."

Schließlich hat Holyfield ein ambitioniertes Ziel: Der vierfache Weltmeister im Schwergewicht will sich unsterblich machen - doch dafür braucht er überzeugende Auftritte, um sich für Kämpfe gegen große Namen wieder zu empfehlen. Trotz allem wird sein mittlerweile fünftes Comeback aus allen Teilen der Welt mit Hochspannung erwartet, denn seine internationale Popularität und riesige Fangemeinde hat der Box-Star niemals eingebüßt.

Die anstehenden Box-Highlights

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