SPOX-Meinung zur Bauermann-Entlassung

Die eierlegende Wollmilchsau

SID
Samstag, 29.09.2012 | 22:17 Uhr
Im August noch vereint: Marko Pesic. Dirk Bauermann, Uli Hoeneß, Bernd Rauch (v.r.)
© Imago
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Alles auf einmal - und das so schnell wie möglich: Die Bauermann-Entlassung demonstriert die Ungeduld der Bayern-Bosse. Und die Zerbrechlichkeit des gesamten Projekts. Ein Kommentar von SPOX-Chefreporter Haruka Gruber.

Ohne Dirk Bauermann wäre München noch immer eine Basketball-Diaspora. Erst ein Abendessen mit ihm vor zwei Jahren hatte Uli Hoeneß davon überzeugt, dass sich der FC Bayern zum Basketball bekennen sollte. "Ich hatte das Gefühl, der Raum ist voll", sagte Hoeneß damals begeistert ob der Ausstrahlung des erfolgreichen Trainers.

Nun ist nichts mehr, wie es einmal war: Zur Verblüffung aller wurde Bauermann sechs Tage vor dem Beginn der BBL-Saison beurlaubt.

Eine folgenschwere Entscheidung, über deren konkrete Hintergründe die Bayern nicht sprechen möchten. Die privaten Tollheiten einiger Spieler und die angeblich fehlende Strenge des Trainers hatte den Oberen missfallen, ebenso das enttäuschende Ausscheiden des BBL-Aufsteigers im Playoff-Viertelfinale. Zudem soll sich Bauermann mit seiner prätentiösen Haltung innerhalb des Klubs unbeliebt gemacht und den Rückhalt der Mannschaft verloren haben.

Es sind teils massive Vorwürfe gegen Bauermann, die von der Bayern-Spitze indirekt bestätigt oder nur halbherzig dementiert werden, um Verständnis für die Trennung zu schaffen. Bei all dem Trubel seit der Entlassung bleibt jedoch eine Frage unbeantwortet, die für die Bayern wesentlicher sein sollte als die vermeintlichen Verfehlungen ihres Ex-Trainers: Gibt es einen Fehler in der Grundkonstruktion?

Spiel 1 nach Bauermann: Niederlage bei der BBL-Generalprobe gegen Panathinaikos

Seit dem Beginn des Basketball-Projekts mahnten Hoeneß und der für die Sportart zuständige Bayern-Vize Bernd Rauch zumindest nach außen Geduld an, intern allerdings zeigten sie sich zunehmend unzufrieden. Nur: Was stellte sie so unzufrieden?

Denn das Duo Hoeneß/Rauch sollte wissen, dass ihre allzu ambitionierten Hoffnungen widersprüchlich sind zu der Wirklichkeit im europäischen Basketball.

Dirk Bauermann: "Muss mich zurückhalten"

Die Bayern wollen alles auf einmal - und das so schnell wie möglich. Die Bayern wollen gemäß des Financial Fair Play nur so viel ausgeben, wie sie einnehmen. Die Bayern wollen amerikanische Topspieler, die bitte nicht so viel kosten sollen und im Notfall kurzfristig nachverpflichtet werden können. Die Bayern wollen zugleich deutsche Spieler entwickeln und die halbe Nationalmannschaft stellen. Und: Die Bayern wollen sofort Deutscher Meister werden und im zweiten Schritt dem Vorbild des FC Barcelona und Real Madrid nacheifernd nicht nur im Fußball zur europäischen Spitze gehören.

Die Realität ist allerdings eine andere: Mit dem Etat von rund acht Millionen Euro setzt der FCB selbst national keine Maßstäbe, Bamberg und Alba Berlin verfügen über ähnlich viel Geld und besitzen zudem noch organisch gewachsene Strukturen. Die internationalen Topteams gehen mit einem drei-, vier- oder sogar fünffachen des Etats in die neue Saison.

Entsprechend kann Sportdirektor Marko Pesic nur jene US-Profis von den Bayern überzeugen, die bei allem Talent von den internationalen Topteams keine Angebote erhalten, weil es Zweifel gibt über deren Einstellung. Chevon Troutman und insbesondere Jared Homan waren bereits vor dem Wechsel zu den Bayern aktenkundig, daher kommen ihre Eskapaden nicht ganz überraschend.

Ähnlich anspruchsvoll gestaltet sich die Arbeit mit den deutschen Spielern: Dass bei Bamberg und Berlin seit Jahren nur vereinzelt deutsche Spieler in der engen Rotation stehen, sollte ein Indiz für die noch fehlende Wettkampfhärte vieler DBB-Talente sein. Die Bayern aber versuchten es gleich mit drei älteren (Jagla, Hamann, Greene) und drei jüngeren Deutschen (Benzing, Schwethelm, Doreth) - und überforderten diese.

Und inmitten des Wirrwarrs stand Bauermann. Er sollte das Gesicht des FC Bayern sein, der erfahrene Guru, der Meistermacher, der Talenteförderer, der brillante Rhetoriker und bei Bedarf charakterfeste Alphamann. Er sollte Bayerns eierlegende Wollmilchsau sein.

Jetzt müssen Hoeneß und Rauch erkennen, dass selbst Bauermann nicht die Anforderungen erfüllen kann. Es wird Zeit, die Ansprüche etwas nach unten zu korrigieren.

Der BBL-Spielplan: So fängt die neue Saison an

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