Stadt vs. Regierung

Streit um Olympia-Kosten für Tokio

SID
Montag, 18.05.2015 | 16:34 Uhr
Um die Kosten für Olympia 2020 ist ein Streit entbrannt
© getty
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Fünf Jahre vor den Olympischen Spielen in Tokio ist eine heftige Auseinandersetzung über die Kosten für das geplante Olympiastadion in Japans Hauptstadt entbrannt.

Tokios Gouverneur Yoichi Masuzoe reagierte mit Empörung und schweren Vorwürfen auf die Forderung von Sportminister Hakubun Shimomura, dass Präfektur und Stadt sich fast zu einem Drittel an den voraussichtlichen Kosten von umgerechnet über 1,2 Milliarden Euro für die Errichtung einer kleineren als bisher vorgesehenen Arena beteiligen soll.

"Die plötzliche Forderung nach über 400 Millionen Dollar ist ein unverantwortliches Verhalten der Regierung", schimpfte Masuzoe nach einer Konferenz mit Shimomura und weiteren Regierungsvetretern: "Wenn die Regierung bisher sagte, 'Wir bauen, wir bauen', benimmt sie sich wie die Kaiserliche Japanische Armee im Zweiten Weltkrieg - die hat auch immer gesagt 'Wir gewinnen, wir gewinnen' und hat am Ende kapitulieren müssen. Offensichtlich werden wir kein Olympiastadion bauen, weil die Regierung es nicht kann. Wenn es so ist, müssen wir uns Gedanken machen, ein städtisches Stadion zu bauen, das aber nicht mehr allen Japanern gehört, sondern nur noch Tokio."

Kleineres Stadion als geplant

Aus Spargründen will Shimomura außer einer Umverteilung der voraussichtlichen Kosten auch eine Reduzierung der gesamten Stadionplanungen erreichen. Der Minister will das vorgesehene Schiebedach erst nach den Spielen einbauen lassen und außerdem das Fassungsvermögen der künftigen Arena auf 50.000 statt bislang geplant 80.000 Plätze begrenzen. Für Olympia sollen mobile Zusatztribünen der bisher vorgesehenen Besucherzahl Platz bieten können.

"Wir hoffen", sagte Shimomura, "dass wir bis Ende des Monats von den Bauunternehmen genaue Zahlen für einen präzisen Plan bekommen werden."

Von einer Light-Version des Stadions verspricht sich Nippons Regierung auch eine kürzere Bauzeit für die Arena. Dadurch soll das Stadion bereits für den Rugby-World-Cup ein Jahr vor Olympia in Japan fertiggestellt sein.

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