Donnerstag, 11.09.2008

Tischtennis

Gold und Silber für Deutschland

Tischtennisspieler Jochen Wollmert hat bei den 13. Paralympics in Peking für die fünfte Goldmedaille des deutschen Teams gesorgt.

Paralympics, Tischtennis, Wollmert
© dpa

Wollmert, der für den BS Solingen startet setzte sich im Einzelfinale der Startklasse M7 gegen den Chinesen Chaoqun Ye mit 3:1 Sätzen durch.

Arnold holt Silber

Im entscheidenden vierten Durchgang verwandelte Wollmert seinen ersten Matchball zum 11:9. Der 43-Jährige hatte bereits 2000 in Sydney Gold geholt.

"Das ist einfach das Größte. Ich bin einfach nur glücklich. Immerhin spielen hier 400 Millionen Leute Tischtennis", meinte Wollmert. Seit Geburt hat er eine Versteifung der Fuß- und Handgelenke.

Obwohl er seit 1989 Leistungssport betreibt, hat er so eine Atmosphäre noch nicht erlebt. "Da läuft es dir an der Platte eiskalt den Rücken herunter. Erst sind sie alle gegen dich und dann feiern sie dich", betonte Wollmert, dessen Gold-Mission von Beginn an nach Plan lief.

Bronze gewann der Spanier Alvaro Valera, der den US-Amerikaner Mitchell Seidenfeld ebenfalls mit 3:1 bezwang. Einen Tag zuvor hatte Andrea Zimmerer Silber und damit die erste Medaille der deutschen Tischtennis-Mannschaft gewonnen.

Silber für Arnold

Anders war es bei Arnold: "Wir starteten von München nach Peking, doch nach fast drei Stunden Flugdauer bekamen wir vom Cockpit die Info, dass eines unserer Triebwerke nicht mehr funktionieren würde. Daher mussten wir zurück und in eine neue Maschine mit Sonderstartgenehmigung wegen des Nachtflugverbots umsteigen", sagte Arnold, dessen Arme und sein rechtes Bein verkürzt sind.

"Und heute war wohl auch nicht mein Tag. Der Däne hatte immer das glücklichere Ende und gewann dann auch noch mit einem Netzroller."

Schmidt beendet Karriere

Auch Deutschlands Aktivensprecher Rainer Schmidt verlor sein Finale. Im Spiel um Bronze unterlag er dem Niederländer Nico Blok mit 1:3 - und erklärte danach seine 28-jährige Karriere für beendet.

Nur im Teamwettbewerb tritt er nochmal an. Ob es noch mit Mannschafts-Gold klappt, ist fraglich. "Wir sind jetzt bis zur Klasse 8 und nicht wie sonst bis zur 7 eingestuft worden sind", erklärte Wollmert.

Um den "Schock" der unglücklichen Auslosung besser verdauen zu können, fuhr das Team in Pekings einzige Tischtennis-Kneipe, der Sports-Bar von Schwedens TT-Legende Jan Ove Waldner.

"Wer wollte, durfte auch gegen den chinesischen Wirt an der Platte antreten. Laut eigener Aussage hat er noch kein einziges Mal verloren, also forderte ich ihn heraus", meinte Arnold, der dann doch noch einen Sieg verbuchen konnte.


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