Freitag, 18.01.2008

Roy Jones jr. vs. Felix Trinidad

"Er wird es keine vier Runden machen"

München - Zu alt gibt es im Boxen nicht. Henri Maske wagte mit 43 Jahren die Rückkehr in den Ring, George Foreman prügelte sich mit 48 noch mit Kämpfern, die seine Söhne hätten sein können und Larry Holmes hatte gar erst mit 52 genug.

Roy, Jones, Jr
© Getty

Insofern ist es nichts besonders, wenn in der Nacht zum Sonntag der 39-jährige Roy Jones jr. auf den 35 Jahre alten Felix Trinidad trifft. Und dennoch versprüht das Duell irgendwie viel Glamour.

Die Karten für den Fight im legendären New Yorker Madison Square Garden sind längst vergriffen, wobei ein Platz am Ring schlappe 2700 Euro kostet.

Wer sich keines der begehrten Tickets sichern konnte und auch keine Schwarzmarktpreise bezahlen will, kann sich Jones vs. Trinidad dennoch ansehen. Im Pay-TV. Für rund 35 Euro.

In Deutschland wäre das undenkbar, in den USA werden sich Millionen Menschen vor den Bildschirm drängen, wenn der achtfache Weltmeister Jones auf den fünffachen Champion Trinidad trifft.

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Verbaler Schlagabtausch

Der Puerto Ricaner kehrt dabei nach fast zwei Jahren in den Ring zurück und kündigt Großes an: "Ich kann ihn nach zwei Runden umhauen oder nach vier oder den Kampf nach zwölf Runden gewinnen. Das ist doch egal. Ich bin der bessere Mann. Ich werde seine Schwächen gnadenlos aufdecken."

Und auch Jones strotzt nur so vor Selbstvertrauen, obwohl er drei seiner letzten fünf Kämpfe verloren hat. "Glaubt mir eines: Er wird es keine vier Runden machen. Das Ganze geht nicht länger als vier Runden."

Jones liebt die großen Töne. Und er ist der Grund, warum der Kampf die Massen elektrisiert. "Er ist kein normaler Typ, kein gewöhnlicher Boxer. Roy Jones jr. hat etwas Unverwechselbares, etwas das ihn zu einem ganz besonderen Kämpfer macht", sagte HBO-Kommentatoren-Legende Larry Marchant einst.

Basketball vor dem Fight 

Stimmt. Jones ist ein besonderer Typ. Einer, der gerne mal mit den NBA-Profis der New York Knicks trainiert. Einer, der nur wenige Stunden vor einem WM-Kampf schon mal ein komplettes Basketball-Match in der Minor League bestreitet. Und einer, der nach Niederlagen seinem Vater schon mal unterstellt, er habe absichtlich für die Pleite des Sohnes gesorgt.

Vor dem Kampf gegen Trinidad verschwendet Jones allerdings keinen Gedanken an eine Niederlage. "Ich bin wieder der Alte. Mein Körper kann wieder das leisten, was ich von ihm erwartete. Und Trinidad wird das zu spüren bekommen."

Und wenn's nicht klappt, dann ist mit 39 Jahren ja noch genug Zeit für weitere Kämpfe.

Daniel Börlein
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