"Wir haben Uwe als Team umarmt"

Sonntag, 15.01.2017 | 08:25 Uhr
Patrick Groetzki (l.) und Uwe Gensheimer spielten gemeinsam für die Rhein-Neckar Löwen

Vor dem zweiten WM-Spiel gegen Chile (So., 14.45 Uhr im LIVETICKER) hat sich SPOX im deutschen Mannschaftsquartier mit Patrick Groetzki getroffen. Der Rechtsaußen sprach im Interview über den Auftaktsieg und die Ziele des Teams, den Abschied von Bundestrainer Dagur Sigurdsson und den großartigen Auftritt von Uwe Gensheimer.

SPOX: Herr Groetzki, Sie waren unmittelbar nach dem Spiel gegen Ungarn nicht wirklich zufrieden mit dem Auftritt der deutschen Mannschaft. Wie fällt Ihr Fazit denn mit ein wenig Abstand aus?

Patrick Groetzki: Mit dem Ergebnis können wir natürlich zufrieden sein. Es hat sich bewahrheitet, was wir bereits vorher wussten: nämlich dass Ungarn ein unbequemer Gegner ist. Diese Mannschaft ist überhaupt nicht mit der zu vergleichen, die im vergangenen Jahr bei der EM am Start war. Sie ist schon alleine von der personellen Situation her deutlich stärker einzuschätzen. Außerdem haben die Ungarn kurz vor der WM ihren Kader noch an einigen Stellen etwas überraschend verändert, weshalb wir eigentlich kein Videomaterial von der gesamten Mannschaft hatten. Trotzdem hätten wir besser in die zweite Halbzeit starten müssen.

SPOX: Ein Grund dafür waren die zu vielen Zeitstrafen, die sich das DHB-Team eingehandelt hat.

Groetzki: Das stimmt, ja. Das hätte uns so nicht passieren sollen. Entscheidender war meiner Meinung nach aber, dass wir in dieser Phase im Angriff zu wenig Tempo gemacht haben. Wir gingen nicht entschlossen genug in die Lücken, brachten die gegnerische Abwehr kaum in Bewegung. Wir haben es einfach nicht geschafft, den Schalter sofort umzulegen, weshalb es plötzlich ziemlich eng wurde.

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SPOX: Grundsätzlich fiel auf, dass die Kreisläufer im Angriff kaum in Szene gesetzt werden konnten. Woran lag das?

Groetzki: Ich habe das jetzt nicht so extrem gesehen. Richtig ist, dass die Ungarn eine hervorragende, massive Deckung mit vielen großen Spielern haben, die sich nicht so weit nach vorne locken lassen. Dadurch wird es eng. Das wird sich in den nächsten Spielen aber regeln lassen. Unsere Kreisläufer haben genug Qualität, um sich durchzusetzen. Und unsere Rückraumspieler sind in der Lage, sie mit Pässen zu versorgen. Da mache ich mir keine großen Sorgen.

SPOX: Einer der ganz entscheidenden Faktoren gegen Ungarn war die Leistung von Uwe Gensheimer. Wie haben Sie den Auftritt des Kapitäns nur fünf Tage nach dem Tod seines Vaters erlebt?

Groetzki: Uwes Auftritt hat mich total beeindruckt. Die aktuelle Situation ist für ihn natürlich alles andere als einfach, aber er hat den Schalter für 60 Minuten umgelegt und dann so ein Spiel abgeliefert. Ich weiß nicht, wie ihm das gelungen ist. Irgendwie hat er sich wahrscheinlich auch mit den vorhandenen Emotionen gepusht. Er war unglaublich.

SPOX: Es heißt, die Mannschaft hätte Gensheimer am Donnerstagabend besonders herzlich empfangen. Wie dürfen wir uns das vorstellen?

Groetzki: Als Uwe eingetroffen war, hat Bundestrainer Dagur Sigurdsson für eine richtig schöne Aktion gesorgt. Er hat die gesamte Mannschaft zusammengerufen und wir haben dann Uwe alle gemeinsam als Team umarmt. Das hat ihm den Wiedereinstieg glaube ich schon ein bisschen erleichtert.

Seite 1: Groetzki über den Auftakt, bestehende Probleme und Gensheimer

Seite 2: Groetzki über seine Rolle, den Sigurdsson-Abschied und Chile

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