Handball-WM: Deutschland - Ungarn 27:23

Gensheimer trägt DHB-Team zum Auftaktsieg

Freitag, 13.01.2017 | 19:29 Uhr
Uwe Gensheimer war der überragende Mann auf der Platte
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Das DHB-Team hat trotz einer schwächeren Phase in der zweiten Hälfte einen Start nach Maß in die WM in Frankreich hingelegt. In der ersten Partie setzte sich die Mannschaft von Bundestrainer Dagur Sigurdsson in der Kindarena in Rouen mit 27:23 (16:11) gegen Ungarn durch. Das zweite Vorrundenspiel bestreitet Deutschland am Sonntag gegen Chile (14.45 Uhr im LIVETICKER), das zum Auftakt für einen 32:28-Coup gegen Weißrussland sorgte.

Für die deutsche Mannschaft war es im 60. Aufeinandertreffen mit Ungarn der 33. Sieg bei elf Unentschieden und 16 Niederlagen.

Bester DHB-Werfer war Uwe Gensheimer mit 13 Toren. Die weiteren Treffer besorgten Kai Häfner (7), Patrick Groetzki (4), Steffen Fäth, Niclas Pieczkowski und Julius Kühn (alle 1).

Bei den Ungarn erwiesen sich Zsolt Balogh, Gabor Csaszar, Iman Jamali, Adam Juhasz, Richard Bodo und Mate Lekai mit jeweils drei Toren als treffsicherste Spieler.

Die Reaktionen:

Silvio Heinevetter (zu Uwe Gensheimer): "Das war Wahnsinn. Er hat uns mit seiner Souveränität im Spiel gehalten. Das war schon groß. Ich bin froh, dass er hier ist und uns hilft."

Dagur Sigurdsson (zu Uwe Gensheimer): "Das war großartig, Respekt vor dieser Leistung."

BOXSCORE: Deutschland vs. Ungarn

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Sigurdsson beginnt mit dem sich seit Wochen in Topform befindenden Heinevetter im Tor und Gensheimer auf Linksaußen. Den Rückraum bilden Drux, Fäth und Häfner. Rechtsaußen agiert Groetzki zunächst für den zuletzt angeschlagenen Reichmann, am Kreis ackert Wiencek.

8.: Heinevetter pariert und Groetzki spielt den Pass über das ganze Spielfeld hinweg mustergültig auf Gensheimer. Keeper Fazekas stürmt aus seinem Kasten, rauscht aber am Ball vorbei. Gensheimer versenkt die Kugel im leeren Tor. 4:2 - das DHB-Team liegt erstmals mit zwei Toren in Führung.

18.: Noch läuft längst nicht alles rund, aber das Ergebnis stimmt. Kühn beweist viel Übersicht und findet auf Linksaußen den freistehenden Gensheimer. Der PSG-Star springt ein und erzielt das 8:5.

25.: Drux zeigt einen unheimlichen Zug zum Tor, die Ungarn können ihn lediglich mit einem Foul stoppen, es gibt Siebenmeter. Der bisher richtig starke Gensheimer übernimmt die Verantwortung und stellt auf 12:7.

30.: Halbzeit in Rouen. Das DHB-Team hat gegen ein völlig harmloses ungarisches Team alles unter Kontrolle. Es geht mit einem 16:11 in die Pause.

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37.: So schnell geht das im Handball. Deutschland handelt sich in den ersten Minuten der zweiten Halbzeit zu viele Zeitstrafen ein und lässt im Angriff zu viel liegen. Die Ungarn, bei denen mittlerweile Roland Mikler für Fazekas zwischen den Pfosten steht, nutzen ihre Möglichkeiten und verkürzen dank des sechsten Tores in Folge auf 15:16.

43.: Heinevetter verhindert in dieser Phase des Spiels mit mehreren tollen Paraden den Ausgleich. Und was geht im Angriff? Nicht viel! Häfner lässt ein Würfchen los, das Mikler sicher fängt. 17:16 für Deutschland, Sigurdsson nimmt die Auszeit.

50.: Endlich mal! Von Kühn war bislang überhaupt nichts im Angriff zu sehen. Doch nun steigt er im Rückraum hoch und packt die altbekannte Fackel aus. Erste Bude Kühn, 21:19 für den DHB.

56.: Die kritische Phase scheint überstanden. Ungarn wirft den Ball im Angriff viel zu leicht weg. Im Gegenzug beweisen die Bad Boys Geduld und lassen die Kugel so lange laufen, bis sich in der Mitte eine Lücke auftut. Häfner geht durch und macht das 24:21.

60.: Das erste Spiel der deutschen Mannschaft bei der WM in Frankreich ist beendet, nachdem Sekunden vor Schluss noch Patrik Ligetvari die Rote Karte sieht. Aufgrund einer schwächeren Phase im zweiten Durchgang wird es zeitweise unnötig spannend, letztlich steht aber der so wichtige 27:23-Auftaktsieg auf dem Zettel.

Der Star des Spiels: Uwe Gensheimer. Man kann vor dem DHB-Kapitän nur den Hut ziehen! Fünf Tage nach dem überraschenden Tod seines Vaters spielte Gensheimer ganz groß auf. Der 30-Jährige war mit 13 Toren bester Werfer der Partie und verwandelte insgesamt 87 Prozent seiner Würfe. Außerdem traf Gensheimer alle seine acht Siebenmeter. Ebenfalls großartig spielte Silvio Heinevetter, der 14 Paraden zeigte und 39 Prozent aller Würfe entschärfte.

Der Flop des Spiels: Nandor Fazekas. Der Torhüter vermochte es in der ersten Halbzeit überhaupt nicht, sein Team mitzureißen. Er hielt zwar insgesamt 26 Prozent aller Würfe, kassierte aber auch Bälle, die er eigentlich haben muss. Fazekas musste in der zweiten Hälfte folgerichtig für Mikler weichen.

Das fiel auf:

  • Bei der EM in Polen und bei Olympia in Rio war Hendrik Pekeler fester Bestandteil im Abwehrzentrum. Da er aufgrund der Überbelastung auf die WM freiwillig verzichtet, müssen andere ran. Gegen Ungarn waren meist Lemke und Wiencek die erste Option im Mittelblock. Allerdings schickte Sigurdsson auch immer wieder Kühn an der Seite von Lemke auf die Platte. Beides funktionierte sehr ordentlich.
  • In der Deckung setzte das DHB-Team zudem von Beginn an auf Simon Ernst. Der Gummersbacher nahm somit Häfner die Abwehrarbeit ab.
  • Reichmann wurde komplett geschont, da er zuletzt angeschlagen war. Der Rechtsaußen war somit neben Wolff und Dahmke einer von drei Spielern, die gar nicht zum Einsatz kamen.
  • Fäth übernahm in aller Regel die Rolle des Spielmachers und machte dies ordentlich. Auch Drux mit gewohnt toller Übersicht und Ruhe, wenn auch ohne Treffer, sowie später Ernst wurden vom Bundestrainer auf dieser Position eingesetzt.
  • Die Kreisläufer müssen noch deutlich besser eingebunden werden. Sowohl Wiencek als auch Kohlbacher waren im Angriff völlig abgemeldet. Beide blieben ohne Tor.
  • Die Ungarn mussten bereits nach rund 15 Minuten einen Schock verkraften. Superstar Laszlo Nagy war plötzlich minutenlang verschwunden und kehrte dann humpelnd zurück. Der Rückraum-Shooter konnte anschließend von Trainer Xavi Sabate nicht mehr eingesetzt werden.

Die WM 2017 im Überblick

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