Handball-WM: Deutschland - Saudi-Arabien 38:24

DHB-Team siegt ohne Mühe

Dienstag, 17.01.2017 | 19:10 Uhr
Patrick Groetzki und das DHB-Team hatten gegen Saudi-Arabien leichtes Spiel
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Drittes Spiel, dritter Sieg: Deutschland hat bei der WM in Frankreich die nächste Pflichtaufgabe erfüllt und Saudi-Arabien mit 38:24 (21:13) geschlagen. Der Einzug ins Achtelfinale ist damit perfekt. Bereits am Mittwoch steigt in der Kindarena in Rouen die nächste Partie gegen Weißrussland (17.45 Uhr im LIVETICKER).

Für das Team von Bundestrainer Dagur Sigurdsson war es im dritten Spiel gegen die Saudis der dritte Sieg. Letztmals waren sich beide Mannschaften in der Vorrunde der WM 2015 in Katar begegnet, das DHB-Team hatte sich damals mit 36:19 durchgesetzt.

Mit 6 Toren avancierte Steffen Fäth zum besten Werfer der deutschen Mannschaft. Die weiteren Treffer erzielten Patrick Groetzki, Kai Häfner und Julius Kühn (alle 5), Uwe Gensheimer, Niclas Pieczkowski (beide 4), Jannik Kohlbacher (3), Patrick Wiencek, Tobias Reichmann (beide 2), Rune Dahmke und Simon Ernst (beide 1).

Für die Truppe von der Arabischen Halbinsel traf Mohammed Alzaer mit 8 Toren am häufigsten.

BOXSCORE: DHB vs Saudi-Arabien

Die Reaktionen:

Dagur Sigurdsson (Bundestrainer): "Wir hatten Schwierigkeiten, die Konzentration über 60 Minuten oben zu halten. Das ist aber wohl auch normal."

Bob Hanning (DHB-Vizepräsident): "Mit dem Einzug ins Achtelfinale haben wir unser erstes Etappenziel erreicht. Wichtig war heute, dass alle gespielt haben und im Rhythmus sind. Um in den wichtigen Spielen erfolgreich zu sein, müssen wir uns aber vor allem im Abschluss steigern."

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Sigurdsson rotiert im Tor weiter, Heinevetter beginnt. Auf Linksaußen startet Gensheimer, Rechtsaußen erhält Groetzki den Vorzug. Den Rückraum bilden Kühn, Fäth und Häfner, Wiencek spielt am Kreis.

5.: Die Saudis beginnen frech, jetzt befinden sie sich aber im Tiefschlaf. Sekundenlang steht der eingelaufene Groetzki völlig frei am Kreis, schließlich kommt der Bodenpass von Kühn. Groetzki lässt Torhüter Almutairi keine Chance, Deutschland führt erstmals mit zwei Toren - 5:3.

12.: Häfner spaziert einfach in der Mitte durch, ohne auch nur den Ansatz von Druck zu bekommen. Natürlich lässt sich der Mann von Hannover-Burgdorf das nicht entgehen und erhöht auf 8:4. Saudi-Coach Nenad Kljaic nimmt die Auszeit.

25.: Im Angriff ist das beachtlich, was die Saudis spielen. Vor allem Mohammed Alabas hinterlässt einen starken Eindruck. Der zündet aus dem Rückraum die Fackel, der mittlerweile für Heinevetter ins Spiel gekommene Wolff kann da nur staunen. 11:16 aus Sicht der Saudis.

30.: Pause in Rouen. Deutschland hat im Angriff freie Bahn, die Abwehr lässt aber noch deutlich zu wünschen übrig. Die Führung fällt dennoch deutlich aus - 21:13.

37.: Reichmann holt den Siebenmeter heraus. Nachdem der Kielce-Profi vorhin selbst verworfen hat, kommt nun wieder Gensheimer. Der macht das total routiniert und erhöht auf 26:16.

47.: Das ist hier längst nichts mehr für Feinschmecker, zumal das deutsche Team jetzt auch noch im Angriff etwas schludrig wird. Wolff spielt den weiten Pass auf Kohlbacher, doch der setzt die Kugel völlig freistehend aus kürzester Distanz an die Latte. Immerhin stimmt das Ergebnis - 30:18.

57.: Ernst mit dem schönen Anspiel auf Dahmke und der trifft vom Kreis aus zum 37:23. Das Ding ist hier natürlich längst durch.

60.: Feierabend in Rouen. Deutschland siegt mit 38:24.

Der Star des Spiels: Kai Häfner. Zu 100 Prozent wusste eigentlich kein DHB-Akteur zu überzeugen. Auch Steffen Fäth nicht, der sich zwar keinen Fehlwurf, allerdings einige schlechte Pässe leistete. So war Häfner der konsequenteste Spieler mit den wenigsten Fehlern. Am Ende standen für ihn fünf Tore bei sechs Versuchen zu Buche.

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Der Flop des Spiels: Fahad Alfarhan. Der 21-Jährige spielt bei der Truppe aus dem Königreich normalerweise lediglich eine Nebenrolle, nun musste er teilweise sogar als Spielmacher und in der Abwehr ran. Alfarhan war mit beiden Aufgaben heillos überfordert. Verlor in der Deckung immer wieder Gegenspieler aus den Augen, spielte zahlreiche schlechte Pässe im Angriff und warf ausschließlich Fahrkarten (0 von 4).

Das fiel auf:

  • Paul Drux stand nach seiner im Spiel gegen Chile erlittenen Verletzung zwar im Kader, kam aber wie angekündigt nicht zum Einsatz. Der Berliner soll gegen Weißrussland wieder mitmischen. Ansonsten durften alle Spieler ran.
  • Was die Saudis in der Deckung spielten, kann nur als abenteuerlich bezeichnet werden. Das Kljaic-Team versuchte es aufgrund der körperlichen Defizite häufig mit einer extrem offensiven Abwehr, die allerdings jegliche Aggressivität vermissen ließ. So ergaben sich riesige Lücken, die das DHB-Team relativ häufig nutzte.
  • Nach gut 20 Minuten brachte Sigurdsson Wolff für Heinevetter, der bis dato bei einer mäßigen Quote von nur 18 Prozent (2 von 11) stand. Wolff erreichte 33 Prozent abgewehrte Bälle (7 von 21). In der Schlussphase tat sich Wolff an der Hüfte weh und musste vom Feld. Kurz nach Anpfiff gab der DHB aber Entwarnung: Wolff kann gegen Weißrussland spielen.
  • Deutschland hinterließ in der Abwehr unter dem Strich keinen überzeugenden Eindruck. Es fehlte die Kompaktheit und auch die bisher gezeigte Aggressivität, was auch daran lag, dass der Bundestrainer alles mögliche ausprobierte. Zunächst bildeten wie gewohnt Wiencek und Lemke den Mittelblock, dann brachte er sogar Ernst neben Lemke, Kühn mit Kohlbacher und Kohlbacher mit Ernst. Alle Varianten funktionierten eher durchschnittlich.
  • Wie vom Trainer angekündigt kamen bei den Saudis die "Stars" wie der bisherige Topwerfer Mojtaba Alsalem gar nicht oder kaum zum Einsatz, weil sie für das Chile-Spiel geschont wurden.
  • Leider zeigte sich, dass Tobias Reichmann nach wie vor nicht sonderlich gut drauf ist. Er erzielte zwar zwei Tore, ließ allerdings auch vier Versuche liegen.

Die WM 2017 im Überblick

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