Handball

Deutschland nimmt Kurs auf Halbfinale

SID
Die DHB-Frauen haben ihr Spiel gegen Serbien gewonnen

Stolz führte Isabell Klein ihren knapp drei Jahre alten Sohn Colin durch die Katakomben der Arena in Göteborg, Clara Woltering und Emily Bölk jubelten derweil lautstark in die Kamera. Nach dem überzeugenden 26:19 (14:10)-Sieg gegen Serbien zum Start in die EM-Hauptrunde waren die deutschen Handballerinnen in Hochstimmung.

"Das hat Spaß gemacht", sagte Torhüterin Woltering dem SID nach dem großen Schritt in Richtung Halbfinale.

Mit diesem überzeugenden Sieg hatte selbst Bundestrainer Michael Biegler nicht gerechnet. "Ich bin etwas überrascht von den Ladies. Ich hätte nicht gedacht, dass wir unsere gute Leistung so konstant abrufen können. Die gute Defensivarbeit war der Schlüssel zum Erfolg", sagte Biegler. Deutschland hat nun vier Punkte auf dem Konto, Serbien steht weiter bei drei Zählern.

Rechtsaußen Svenja Huber und Rückraumspielerin Anne Hubinger waren vor 4212 Zuschauern im Scandinavium mit jeweils vier Treffern die besten Werferinnen in der Auswahl des DHB, die am Montag (16.15 Uhr) gegen Spanien antreten muss.

Wie schon in den Spielen zuvor zeigte die deutsche Mannschaft über weite Strecken eine starke und konzentrierte Leistung, schwächere Phasen gab es gegen die zuvor ungeschlagenen Serbinnen kaum. Das Rückzugsverhalten der DHB-Frauen war gut, Serbien kam daher kaum zu einfachen Treffern. Zudem bot Torhüterin Clara Woltering, die mit ihrem insgesamt 37. EM-Spiel mit der deutschen Rekordhalterin Grit Jurack gleichzog, wieder eine ganz starke Leistung.

Guter Start

Deutschland kam hervorragend in die Partie und erzielte drei schnelle Treffer. Woltering glänzte sofort mit drei Paraden und musste erst nach gut sechs Minuten das erste Gegentor hinnehmen. Zwischenzeitlich führte das Biegler-Team mit sieben Toren Vorsprung.

Das lag auch daran, dass fast jeder Versuch in oder auf das Tor ging, die Wurfquote lag zur Pause bei überragenden 78 Prozent. Dabei war die DHB-Auswahl erneut nicht abhängig von einer starken Werferin, sondern verteilte die Verantwortung auf viele Schultern. Erst kurz vor der Pause schlichen sich ein paar kleine Fehler ein, Serbien kam bis auf vier Tore heran.

Auch nach dem Seitenwechsel setzte sich das gute Bild - vor allem in der Defensive - fort: In den ersten zwölf Minuten kassierte Woltering nur einen Treffer, die Deckung stand glänzend. Dabei wirkten die Serbinnen, die in der Vorrunde überzeugt hatten, etwas kraftlos und nutzten Überzahlsituationen nur selten zu Treffern aus.

Das sah auch Biegler so. "Serbien hatte heute nicht die Dynamik, um uns beizukommen", sagte der 55-Jährige: "Ich hänge das daher auch nicht zu hoch."

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