Ende einer Ära: Klubikone Dominik Klein verlässt Kiel mit Tränen in den Augen

Klubikone Dominik Klein verlässt Kiel

SID
Freitag, 15.07.2016 | 16:54 Uhr
Dominik Klein spielt seit 2007 beim THW Kiel
© getty
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Mehr als 500 Spiele, 24 Titel: Nach zehn Jahren verlässt Vereinsikone und Publikumsliebling Dominik Klein den THW Kiel. Mit seiner Abschiedsgala am Samstag endet eine Ära.

Dominik Klein steht unter Strom. Interview-Termin hier, Videodreh da, und ganz nebenbei die Planungen für seine große Abschiedssause. "Die Vorfreude ist riesig", sagte Klein dem SID. Am Samstag streift der Handball-Weltmeister von 2007, dienstältester Profi des THW Kiel und absoluter Publikumsliebling, zum letzten Mal das Trikot der Zebras über - und hofft, dass er trotz des ganzen Trubels "alles genießen" und einen "unvergesslichen Abend" erleben kann.

Achtmal deutscher Meister, sechs Pokalsiege und drei Triumphe in der Champions League: Dominik Klein hat in seinen zehn Jahren an der Kieler Förde mehr große Titel abgeräumt als jeder andere deutsche Handballer. Beim THW wurde der Linksaußen zu einem der großen Stars der Branche - und eroberte mit seiner stets freundlichen und charmanten Art auch abseits des Feldes die Herzen der Fans. Dominik Klein war jahrelang der THW Kiel, und der THW Kiel war Dominik Klein.

Lösung für ganze Familie

"Ich habe zum ersten Mal einen Kloß runterschlucken müssen", sagte Klein mit Blick auf die vergangenen Tage, als er Abschied nahm von der Stadt, "seiner" Arena und den vielen langjährigen Weggefährten im Verein. Weil sein Herzensklub ihm keinen langfristigen Vertrag mehr anbieten wollte, zieht es den 32-Jährigen nun nach Frankreich, wo er in den kommenden zwei Spielzeiten für den Champions-League-Teilnehmer HBC Nantes auflaufen werden.

"Das ist eine super Lösung für unsere Familie", sagt Klein, der mit seiner Frau Isabell (wird ebenfalls für Nantes spielen) und dem zweijährigen Sohn Colin in der Stadt im Westen Frankreichs schon einen Bungalow mit Garten gefunden hat. Er freue sich auf "ein schönes Abenteuer". Groll ob des unfreiwilligen Endes seiner Liaison mit dem THW hegt er keinen mehr. Dabei hätte er seine Karriere, daraus machte er nie einen Hehl, eigentlich in Kiel beenden wollen.

Die Fans werden "Mini", wie der Mann mit der Rückennummer 33 überall liebevoll genannt wird, nicht vergessen. Denn nicht nur sportlich ist der Abgang des pfeilschnellen Außenspielers ein Verlust. Klein lebte den THW Kiel wie kein anderer Spieler im vergangenen Jahrzehnt. Selbst wenn er auf der Bank saß, pushte er Mannschaft und Publikum unentwegt nach vorn und strahlte stets Optimismus aus.

Tränen werden kommen

Klein war dabei, als Kiel sowohl 2007 als auch 2012 das Triple gewann. Und er war Teil des legendären Teams, das vor vier Jahren die Saison mit sporthistorischen 68:0-Punkten abschloss. "Das bleibt in Erinnerung", sagte Teamplayer Klein und adelte Kiel als "beste Handballstadt mit der besten Stimmung und den besten Fans". Vor allem die Heimspiele werde er nie vergessen.

Am Samstag wird er die Bühne Ostseehalle vorerst zum letzten Mal betreten. Alte Weggefährten wie die Weltmeister Christian Schwarzer, Johannes Bitter und Torsten Jansen werden da sein. Olympiasieger Daniel Narcisse kommt ebenso wie die langjährigen THW-Kapitäne Marcus Ahlm und Filip Jicha. Und auch Kleins frühere Trainer und Förderer Michael Roth und Martin Schwalb stehen auf der Gästeliste.

"Da werden ein paar alte Geschichten hochkommen", sagte Klein. Und spätestens wenn die Söhne Mannheims, langjährige Freunde des gebürtigen Unterfranken, am Samstag auf großer Bühne "Servus" sagen, wird sicherlich auch die ein oder andere Träne fließen. "Davon kann ausgegangen werden", so Klein.

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