Wenn nicht jetzt, wann dann?

Dienstag, 12.04.2016 | 09:54 Uhr
Uwe Gensheimer wird im Sommer von den Löwen nach Paris wechseln
© imago
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Rhein-Neckar Löwen, THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt: In der HBL geht der Dreikampf um die deutsche Meisterschaft in die heiße Phase. Die Ausgangslage spricht eindeutig für die Löwen, die mentale Stärke für die Zebras. Flensburg braucht ein kleines Wunder. Wird das historische Herzschlagfinale von 2014 getoppt? SPOX gibt einen Überblick.

RN Löwen (24 Spiele, +144 Tore, 42:6 Punkte, Platz 1)

Die bisherigen Stolperer:

MT Melsungen (A) 23:25

THW Kiel (A) 20:31

SG Flensburg-Handewitt (H) 22:25

Der Saisonverlauf:

Das Team von Coach Nikolaj Jacobsen startete angeführt von seinem genialen Spielmacher Andy Schmid mit 12 Siegen in die HBL-Saison und wirkte dabei wie eine Dampfwalze, die nicht aufzuhalten ist. Zu diesem Zeitpunkt wies Flensburg bereits fünf Minuspunkte auf, Kiel gar sechs.

Schon stellte sich mancher Experte auf einen langweiligen Titelkampf mit einem Durchmarsch der Löwen ein. Die erste Meisterschaft in der Geschichte der Badener schien kaum zu verhindern zu sein. Doch weit gefehlt: Die großen Konkurrenten wurden immer stabiler, die Löwen verloren drei ihrer sechs Partien gegen die drei ärgsten Verfolger.

Darum werden die Löwen Meister:

Obwohl der Vizemeister von 2014 und 2015 sechs seiner acht verbleibenden Spiele in fremder Halle bestreiten muss, haben die Löwen das eindeutig leichteste Restprogramm der Big Three. Die größte Stolpergefahr lauert bei den Auswärtsspielen in Berlin und in Wetzlar, beide Aufgaben sind aber absolut machbar.

Der Kader der Rhein-Neckar Löwen

Das große Plus der Löwen ist die Abwehr in Verbindung mit dem zuverlässigen Torhüter Mikael Appelgren (insgesamt 35,41 Prozent gehaltener Bälle). Die Gelb-Blauen kassierten bislang im Schnitt lediglich 22 Gegentreffer pro Partie, was Ligaspitze bedeutet.

Das Aus im Champions-League-Achtelfinale gegen Zagreb dürfte in Sachen Meisterschaft sogar ein Vorteil sein. Während Kiel und Flensburg zunächst knüppelharte Duelle gegen Barcelona beziehungsweise Kielce ins Haus stehen, können die Löwen abgesehen vom Pokal-Final-Four ein wenig durchatmen.

Darum werden die Löwen nicht Meister:

Eigentlich ist die Mannschaft mittlerweile zu erfahren, um das Nervenflattern zu bekommen. Dafür haben Spieler wie Uwe Gensheimer, der mit 145 Toren viertbester Werfer der Liga ist, einfach zu viel erlebt.

So ganz auszuschließen ist es trotzdem nicht, dass bei dem einen oder anderen Akteur im Hinterkopf das Drama von 2014 noch eine Rolle spielt. Damals machte der THW im Fernduell am letzten Spieltag noch neun Treffer gut und sicherte sich letztlich wegen zwei Törchen den Titel vor den Löwen.

Allerdings hat die Jacobsen-Truppe diesmal nicht nur einen oder zwei Zähler Vorsprung auf die Konkurrenten, sondern auch das um 24 beziehungsweise 29 Treffer bessere Torverhältnis.

Das Restprogramm:

VfL Gummersbach (A)

TBV Lemgo (H)

ThSV Eisenach (A)

Füchse Berlin (A)

SC DHfK Leipzig (A)

HSG Wetzlar (A)

TSV Hannover-Burgdorf (H)

TuS N-Lübbecke (A)

Das sagen die Beteiligten:

Uwe Gensheimer: "Wenn ich eine Ausgangslage wählen müsste, würde ich unsere nehmen."

Kim Ekdahl Du Rietz: "Die Kieler müssen normalerweise jedes Jahr Meister werden. Aber wir waren oft nah dran und wissen, was wir leisten können. Jetzt ist die Chance da - und die wollen wir nutzen. Jetzt gibt es nichts anderes mehr, als jedes Spiel zu gewinnen und die Meisterschaft zu holen."

Fazit: Wenn nicht jetzt, wann dann? Restprogramm, Tabellensituation, Torverhältnis - alles spricht für die Löwen. Gerade darin könnte allerdings die Gefahr liegen.

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