Champions League: Das Final Four

Showdown in Köln: HBL vs. Liga ASOBAL

Von Felix Götz
Freitag, 27.05.2011 | 20:00 Uhr
Ciudad Real, Hamburg, Barcelona und die RN Löwen sind beim Final Four dabei
© Imago
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Das Final-Four-Turnier der Champions League in der Lanxess Arena ist eine deutsch-spanische Angelegenheit. Gesucht wird der Nachfolger von Titelverteidiger THW Kiel. Zunächst bekommen es die Rhein-Neckar Löwen mit Barcelona zu tun, dann trifft Ciudad Real auf Hamburg. Der Head-to-Head-Vergleich.

Rhein-Neckar Löwen - FC Barcelona (15 Uhr im LIVE-TICKER)

Torhüter

Slawomir Szmal - Danijel Saric

Reaktionsschnell und ungeheuer gelenkig: Das sind Szmals Stärken. Ohne die überragende Leistung des Polen im Viertelfinal-Rückspiel in Montpellier wären die Löwen wohl gar nicht beim Final-Four-Turnier dabei. Der 32-Jährige wird besonders motiviert sein. Szmal kehrt Mannheim am Saisonende nach sechs Jahren den Rücken und wechselt in die Heimat zu Kielce. Für ihn ist es also die letzte Chance auf den ersten Titel mit den Löwen.

Auch Saric ist ein richtig guter Mann, der sich in eine Partie hineinbeißen kann und dann zu Höchstleistungen fähig ist. Der serbische Nationalkeeper hatte mit tollen Paraden großen Anteil am Weiterkommen gegen den THW Kiel.

Fazit: Unentschieden

Rechtsaußen

Ivan Cupic/Patrick Groetzki - Victor Tomas/Albert Rocas

Ist der zuletzt angeschlagene Cupic fit, dann wird er mehr Spielzeit als Groetzki erhalten. Der Kroate ist mit seiner Schnelligkeit oft eine Waffe bei Tempogegenstößen. Zudem hat der 25-Jährige viele verschiedene Würfe auf Lager. Die wichtigste Qualität von Cupic ist aber etwas, was den Löwen in den letzten Jahren eigentlich immer so ein wenig gefehlt hat: Er hat die Mentalität eines Siegers.

Mit Tomas und Rocas hat Barcelona zwei sehr gute Tempogegenstoß-Spieler, wobei Tomas im Abschluss noch einen Tick stärker ist. Hat einer der beiden Spieler eine schwächere Phase, springt der andere in die Bresche.

Fazit: Vorteil Rhein-Neckar Löwen

Rückraum rechts

Olafur Stefansson - Laszlo Nagy

Stefansson, der bereits vor Jahren aufgrund seiner Verdienste mit dem isländischen Großritterkreuz geehrt wurde, spielt immer noch auf absolutem Topniveau. Der Linkshänder ist ein Leader mit einer unglaublichen Spielübersicht, der gerade in schwierigen Situationen das Kommando übernimmt. Einziges Problem: Stefansson ist mittlerweile 37 Jahre alt, was sich langsam auch bemerkbar macht. Die Spritzigkeit ist nicht mehr so da.

Körperliche Power hat derweil Barcelona auf dieser Position. 2,09 m groß und 116 kg schwer: Wo Nagy, der Star des ungarischen Handballs und Kapitän der Katalanen auftaucht, wird es für die Gegenspieler brenzlig. Er hat einen gewaltigen Wurf und strahlt somit immer Torgefahr aus. Zudem ist Nagy ein hervorragender Abwehrspieler. In Sachen Spielübersicht kann Nagy, der bereits seit 2000 für Barcelona spielt, aber Stefansson nicht das Wasser reichen.

Fazit: Vorteil Rhein-Neckar Löwen

Rückraum Mitte

Zarko Sesum - Raul Entrerrios, Iker Romero

Der 24-jährige Sesum darf immer häufiger ran und gilt als einer der talentiertesten Spieler überhaupt. Er kann in Abwehr und Angriff gute Leistungen auf die Platte bringen. Das Problem: Verlass ist auf Sesum nicht, er spielt nicht konstant auf höchstem Niveau.

Mit Entrerrios und Romero haben die Spanier auf dieser Position zwei andere Kaliber im Kader. Egal, welcher von beiden gerade spielt, eine gute Performance dürfte aufgrund der enormen Erfahrung und der vorhandenen Qualität sicher sein.

Fazit: Vorteil FC Barcelona

Rückraum links

Grzegorz Tkaczyk/Karol Bielecki - Siarhei Rutenka

Keine Frage: Guns'n-Roses-Fan Tkaczyk ist ein richtig guter Spieler. Der Pole kann das Spiel der Löwen lenken, geht voran und ist auch noch torgefährlich. Er ist nach Uwe Gensheimer und Bjarte Myrhol der drittbeste Werfer der Löwen in der Bundesliga. Und auch Karol Bielecki ist nach wie vor für eine starke Leistung gut.

Dennoch ist Barcelona im linken Rückraum klar besser besetzt. Rutenka, der bereits zwei Mal bester Werfer einer Champions-League-Saison (2002 und 2005) war, ist eine Maschine. Er setzt seinen Körper optimal ein und ist somit kaum zu stoppen.

Fazit: Klarer Vorteil FC Barcelona

Linksaußen

Uwe Gensheimer - Juanin Garcia

Eines der interessantesten Duelle! Jung und wild gegen "alt" und erfahren. Mit dem 24-jährigen Gensheimer und dem 33-jährigen Garcia haben beide Mannschaften auf Linksaußen regelrechte Tormaschinen in ihren Reihen.

Der deutsche Nationalspieler ist in dieser Saison der beste Werfer der Löwen in der Bundesliga und mit 108 Toren der Toptorjäger in der Königsklasse. Zur Einordnung: Ciudad Reals Kiril Lazarov ist von den noch vertretenen Spielern mit 64 Toren am nächsten dran. Juanin Garcia hat sich derweil in der abgelaufenen Saison in der Liga ASOBALl die Torjäger-Krone aufgesetzt.

Fazit: Unentschieden

Kreis

Bjarte Myrhol - Jesper Noddesbo

Die Skandinavier sind in diesem Fall die Chefs am Kreis. Myrhol ist bekanntlich einer der besten Kreisläufer der Welt, den Norweger zeichnet neben seinem Torriecher eine gute Mischung aus Kraft und Beweglichkeit aus. Er kann selbst noch unter arger Bedrängnis schnell die Richtung ändern.

Auch Noddesbo ist ein erstklassiger Kreisläufer. Der Däne spielt konstant auf hohem Niveau, nutzt die kleinsten Lücken in der gegnerischen Abwehr konsequent aus und bot in den Viertelfinals gegen Kiel zwei Mal eine ganz starke Vorstellung.

Fazit: Vorteil Rhein-Neckar Löwen

Trainer

Gudmundur Gudmundsson - Xavi Pasqual

Der meist ruhige und besonnene Gudmundsson ist ein akribischer Arbeiter und ein Fachmann, der es aber wie schon sein Vorgänger-Duo Ola Lindgren und Kent-Harry Andersson bisher nicht schafft, den Löwen die Konstanz eines Weltklasse-Teams einzuimpfen. Darüber können die tollen Auftritte in der Champions League nicht hinwegtäuschen. In der Bundesliga sind die Löwen derzeit nur Vierter, von Meister HSV trennen die Badener punktemäßig Welten. Seinen größten Erfolg hat Gudmundsson als isländischer Nationalcoach (Silber bei Olympia 2008) gefeiert.

Pasqual ist mit dem FC Barcelona eng verbunden. Vor seiner Zeit als Cheftrainer war er bei den Katalanen schon als Spieler und als Torwart-Trainer aktiv. Pasqual, der Barca seit 2009 trainiert, hat aus tollen Individualisten eine echte Mannschaft geformt, die in dieser Saison nach fünf Jahren erstmals wieder Ciudad Real als spanischer Meister ablöste.

Fazit: Vorteil FC Barcelona

Prognose

Der FC Barcelona hat insgesamt eine bessere Mannschaft, besonders was die Breite im Kader betrifft. Die Spanier treten als echte Einheit auf und werden sich deshalb durchsetzen. Die Löwen müssten zum Weiterkommen ihre Leistungen aus der Vorrunde, wo man in Barcelona gewann und im Heimspiel ein Remis schaffte, noch einmal steigern.

Teil II: Ciudad Real - HSV Hamburg

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