Der Hamburger Weg

SID
Mittwoch, 20.04.2011 | 13:21 Uhr
Szene aus der Hinrunde: Blazenko Lackovic und der HSV bezwangen Kiel im November mit 26:25
© Getty
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Für Tabellenführer HSV Hamburg geht es um den ersten Meistertitel, für Rekord-Champion THW Kiel nur noch ums Prestige. Zwei Heimniederlagen der Zebras nacheinander haben dem Gipfel im hohen Norden ein wenig die Brisanz genommen - aber nur ein wenig.

Der Erzrivale gratuliert schon, Bundestrainer Heiner Brand glaubt fest an den Titel, nur beim HSV Hamburg will man von der ersten deutschen Misterschaft noch nichts wissen.

"Wir wollen deutscher Meister werden, aber wir sind es noch nicht", sagt Martin Schwalb vor dem Bundesliga-Gipfel beim THW Kiel am Mittwoch (20.15 Uhr im LIVESCORE).

Die klaren Verhältnisse an der Tabellenspitze schmälerten, laut Schwalb, die Brisanz des Nord-Schlagers in keinster Weise: "Das ist ein Riesen-Highlight - mehr geht in Deutschland nicht. Wenn wir und Kiel unter Aufschluss der Öffentlichkeit ein Freundschaftsspiel bestreiten, dann würde es trotzdem gnadenlos zur Sache gehen."

"Der Liga tut es gut"

Bei sieben Minuspunkten Vorsprung können sich die Gäste durchaus eine Niederlage in der THW-Halle an der Ostsee erlauben. Zu instabil agierte in dieser Saison der Abonnements-Meister von der Förde, zuletzt kassierte man zwei Heimniederlagen nacheinander, erstmals seit fast 33 Jahren.

Hamburg auf der anderen Seite verlor nur am ersten Spieltag Ende August in Göppingen. Seitdem ist man in 27 Spielen ungeschlagen.

Und so muss der erfolgsverwöhnte THW-Coach Alfred Gislason anerkennen: "Wer nur vier Minuspunkte hat, der ist einfach sehr gut. Der HSV hat den Titel einfach verdient, für die Liga ist es gut, wenn auch mal eine andere Mannschaft Meister wird."

Auch Brand, der die mit 10.250 Zuschauern ausverkaufte Partie vor dem heimischen Fernseher verfolgen wird, ist sich sicher, dass die Hanseaten ihren Vorsprung nicht mehr verspielen: "Sie haben in den letzten Jahren einige Chancen liegenlassen. Diese sicher nicht."

Klarer Vorteil Kiel

Noch im vergangenen Jahr ging das entscheidende Heimspiel gegen den THW verloren, der Rekordmeister holte sich in der Hansestadt seinen 17. nationalen Titel. Von einer solchen Erfolgsgeschichte sind die Hamburger natürlich noch weit entfernt.

Das weiß auch Schwalb, der beim HSV in der neuen Saison die Trainerbank mit dem Sessel des Geschäftsführers tauschen wird. "Unser Weg ist mit dem des THW nicht zu vergleichen. Die Kieler haben eine ungeheure Konstanz, die muss man sich über Jahre hinweg erst erarbeiten", sagt der Ex-Nationalspieler.

Denn erst seit 2002 spielt der HSV dank der Lizenzübernahme vom VfL Bad Schwartau in der Bundesliga.

Noch zwei Titelchancen für Kiel

Die Kieler müssen in der Tabelle sogar nach hinten schauen, denn mit den Rhein-Neckar Löwen und den Füchsen Berlin gibt es immer noch zwei Konkurrenten im Kampf um Vize-Meisterschaft und direkte Champions-League-Qualifikation.

Gislason: "Da muss man Realist bleiben." Immerhin: Seine Mannschaft steht noch im Viertelfinale der Königsklasse und hat sich, im Gegensatz zum HSV, zusätzlich auch noch für das Final-Four-Turnier um den DHB-Pokal am 7./8. Mai in Hamburg qualifiziert.

Die Bundesliga-Tabelle

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