Der König der Gentlemen

Von Oliver Mehring
Mittwoch, 17.06.2015 | 13:11 Uhr
Für Bobby Jones galt Fairness als die oberste Maxime
© getty
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Auch wenn Bobby Jones nie ins Profilager wechselte, gilt der viermalige US-Open-Gewinner als einer der prägendsten Sportler des vergangenen Jahrhunderts. Bis heute lernen Golfer von seinem Spiel. Zusätzlich war er bekannt für seine Fairness. Obwohl Jones gerne aus der Haut fuhr, war sportliche Etikette seine Maxime. Mit den beginnenden US Open (Do., 17 Uhr im LIVE-TICKER) jährt sich sein größter Triumph zum 85. Mal.

Es ist die erste Runde der US Open 1925. Bobby Jones schlägt einen Annährungsschlag für das 11. Loch unglücklich ins hohe Gras. Als er für den nächsten Schlag in Position geht, touchiert der Kopf seines Schlägers den tragenden Untergrund des Balls und bringt ihn somit leicht in Bewegung.

Nachdem Jones den Schlag genommen hat, informiert er seinen Gegner Walter Hagen und einen Offiziellen des US-Golf-Verbands. Obwohl Hagen noch versucht Jones davon zu überzeugen, dass niemand das Foul gesehen habe, lässt er sich von der "Selbstbestrafung" nicht abbringen.

Jones besteht darauf, dass er Regel 18 des Golfregelwerks verletzt hat ('Ball in Ruhe bewegt') und lässt sich zum Abschluss statt einer 76 eine 77 für sein Spiel eintragen. Ein Zähler, der ihn später den Titel kosten wird. Was für die Öffentlichkeit damals eine absolute Sensation ist und über Tage die Gazetten beschäftigt, war für Jones keine große Sache: "Sie können mich auch gleich dafür loben, dass ich keine Banken ausraube."

SPOX-Par-10 zur US Open - Siem-Edition

Golfer wie Zirkusartisten

Als Robert Tyre Jones Junior, genannt 'Bobby', am 17. März 1902 als Sohn des berühmten Richters 'Colonel' Robert Purmedus Jones ('Big Bob') in Atlanta geboren wurde, steckte der moderne Sport noch in den kommerziellen Kinderschuhen. Nur wenige Sportler konnten von ihrer Passion tatsächlich leben und wurden von der Gesellschaft viel mehr wie Zirkusartisten betrachtet.

Weil sich Bobbys Eltern aber um den Gesundheitszustand ihres schmächtigen Sohnes sorgten, sollte ihn Sport körperlich kräftigen. Auf Drängen des Vaters fiel die Wahl auf den berühmten Gentleman-Sport Golf. Vom Start weg war der junge Bobby völlig vernarrt in das schottische Traditionsspiel.

Der Respekt vor dem Spiel und der damit verbundene Ehrenkodex machten für ihn einen Teil der Faszination Golf aus: "Golf ist der Sport, der dem Spiel des Lebens am ähnlichsten ist. Du hast schlechte Phasen trotz eines guten Schlags. Du hast gute Phasen, obwohl du einen schlechten Schlag nimmst. Aber man spielt den Ball wie er liegt."

Bereits mit sechs gewann er erste Kinderturniere, schlug mit zwölf Jahren eine 70er-Runde, nur um bereits mit 14 Jahren das Viertelfinale der US-amerikanischen Amateurmeisterschaft zu erreichen. Im selben Jahr siegte er zudem bei der Georgia-Staatsmeisterschaft. Der erste große Turniersieg für den Teenager.

Sammeln für die Kriegsversorgung

Zusammen mit Alexa Stirling, eine der besten Golferinnen zu jener Zeit, tourte Jones in der Folge während des ersten Weltkriegs durch die Südstaaten, um in Showmatches Geld für die Kriegsversorgung zu sammeln. Motiviert durch den Zuspruch und das große Publikum, stieg er weiter bis in den Amateurkader der US-Nationalmannschaft auf. Nach einigen Achtungserfolgen auf überstaatlicher Ebene qualifizierte sich der 18-jährige Bobby das erste Mal für die US Open.

Trotz des kometenhaften Aufstiegs des Ausnahmetalents, war der charismatische Jones ein introvertierter Perfektionist, ein Choleriker, wenn es um die eigenen Erwartungen ging. Bereits in jungen Jahren soll er gegenüber seinem dominanten Vater regelmäßig laut geworden sein, wenn ihm ein Schlag nicht richtig gelingen wollte. Der Journalist O.B. Keeler, der Jones von Beginn an begleitete, schrieb ihm einst bezüglich seiner Selbstzweifel: "Wenn Du akzeptierst, dass Du bei jedem Turnier der Beste bist, der antritt, dann wirst Du bald ein Major und noch viele weitere gewinnen."

Diese Prophezeiung sollte bald Realität werden. Nachdem der Südstaatler 1922 noch knapp am ersten Platz bei den US Open vorbeigeschrammt war, gelang Jones im folgenden Jahr mit 21 Jahren der ganz große Wurf: Am 18. Loch des Stechens um die US Open in Inwood/New York holte sich Jones gegen Bob Cruickshank den ersten großen Triumph. Es sollte der Start in eine Zeit der absoluten Dominanz werden. Bis zum Jahr 1930 gewann Jones 13 Major-Titel bei 20 Turnierteilnahmen.

Jones der Popstar

1926 schnappte er sich als erster Spieler das 'Double' aus US- und British Open und 1930 war er der letzte Golfer, dem ein Erfolg bei den US Open und den US-Amateurmeisterschaften gelang. Diese erfolgreiche Zeit war begleitet von einer neuen Ära des Sports, die aus Sportlern Popstars werden ließ. Baseballer Babe Ruth, der Boxer Jack Dempsey und eben Bobby Jones der Golfer - sie alle wurden zu nationalen Ikonen und etablierten das Bild des Sportsuperstars in den USA.

Doch wie im Fall von Babe Ruth war Bobby Jones nicht nur wegen seiner sportlichen Erfolge ein gesellschaftliches Phänomen. Sein Charakter, sein Auftreten beeindruckte die Menschen. Selbst US-Präsident Dwight D. Eisenhower sagte einst über das Ausnahmetalent: "Diejenigen, die glücklich genug waren, Bob Jones kennen zu lernen, erkennen, dass seine Popularität als Golfer von seiner unermesslichen Qualität als Mensch übertroffen wird."

Der Golfstar galt trotz seiner gelegentlichen Wutausbrüche als überaus freundlich - auf und neben dem Rasen. Er war ein geselliger, aber ruhiger Zeitgenosse, der immer den richtigen Ton anschlug.

Dazu kam seine Vorliebe für entspannende Dinner in großer Gesellschaft mit der abschließenden Kombination aus Bourbon und Zigarre. Jedoch konnte er sich nur schwer daran gewöhnen, dass ihn die Leute liebend gerne Bobby riefen. Gerade in jungen Jahren verabscheute er diesen Namen und stellte sich konsequent mit Bob vor.

Mit Toast und Tee zum Major

Umso älter er wurde, desto besser konnte er mit seinem Temperament umgehen. Obwohl es gerade während intensiver Partien ganz anders in ihm aussah. Im Verlauf der Major-Turniere aß er zumeist äußerst schlecht und schleppte sich nur mit trockenem Toast und Tee durch die Veranstaltungen. Angeblich soll er während einer Turnierwoche über fünf Kilo Körpergewicht verloren haben.

Stephan Jäger im SPOX-Interview

Dazu kam der enorme Erwartungsdruck. Die Fabelleistungen des jungen Golfers entwickelten sich im Auge der Öffentlichkeit zu einer absoluten Selbstverständlichkeit. Viele Amerikaner setzten hohe Summen auf Bobby. Für diese finanzielle Ausschlachtung zeigte der junge Karrierist kein Verständnis. Alleine Profisportler waren für den traditionell denkenden Südstaatler ein Dorn im Auge.

Der ehrgeizige Jurist hatte Familie, betrieb eine Kanzlei, spielte nur 80 Golfrunden pro Jahr. Er gehörte nie zum Tour-Betrieb; Profis waren für ihn Vagabunden, Streuner. Aber mit der Zeit lockerte Jones seine Sichtweite. Lehrvideos für Golfspieler sollten ihn populär machen und standen dennoch im Widerspruch zu seinem propagierten Amateur-Prinzip.

"Der Schwung von dem Golfer träumen"

Diese Lehrvideos zeigten vor allem Bobbys außergewöhnlichen Schlag. Er spielte mit einer unwahrscheinlichen Präzision und Eleganz, ohne Schlagkraft zu verlieren. Eine amerikanische Zeitung erklärte einst: "Bobby Jones hat den Schwung, von dem alle Golfer träumen." Der berühmteste Aspekt in Bobbys Karriere war jedoch sein Grand Slam von 1930 - der erste der Golfgeschichte. Auf einen überzeugenden Auftakt bei den US-Open, folgten die British Open sowie die britischen und US-amerikanischen Amateurmeisterschaften.

Die Turniere fanden innerhalb von fünf Monaten statt. Die US-Amateurmeisterschaften zum Abschluss. Im Finale traf Jones Gene Homans im Lochspiel. Am letzten Loch landete Jones mit seinem berühmten Schläger Calamity Jane einen langen Putt, der kurz vor dem Einschub liegen blieb. Homans spielte seinen letzten Putt, schüttelte die Hand von Jones und akzeptierte damit seine Niederlage.

Innerhalb von wenigen Sekunden entwickelte sich die mondäne Golf-Gesellschaft in eine wilde Feiermeute. 18000 Menschen erkannten den historischen Moment und stürmten auf den großen Triumphator zu. Es brauchte eine Gruppe Marines, um Jones und Homas aus dem Tumult zu befreien.

Augusta als Vermächtnis

Kurz nach dem größten Erfolg seiner Laufbahn trat Jones zurück - mit 29 Jahren. Damals erklärte er: "Wieso sollte ich mich wegen eines Golfturniers so quälen. ManchmaI lief ich auf dem Platz an meinen Eltern vorbei, schaute sie an und konnte sie gar nicht erkennen, weil ich so auf das Spiel konzentriert war."

Deutlich zufriedenstellender fiel der Blick auf die beeindruckende Titelsammlung aus - vier US-Open-Titel, fünf US-Amateurmeisterschaften, drei British Open und ein GBR-Amateurtitel standen mit dem Karriereende in der Vitrine. Seine 15 Major Titel wurden erst 1980 von Jack Nicklaus überboten. Der US-Golfverband vergibt zudem jährlich den Bobby-Jones-Award für den größten Sportsgeist.

Neben seine Golfvideos blieb Bobby Jones den Menschen auch durch ein besonderes Geschenk in Erinnerung. Zusammen mit Alister MacKenzie entwarf er den Kurs des Master-Turniers in Augusta. Der König der Gentleman hinterließ der Welt somit noch eine letzte Aufmerksamkeit, bevor er nach einer langen Krankheit bereits mit 69 verstarb.

Die Golf-Weltrangliste

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