Golf

"Am Ende zählen für mich nur Siege"

SID
Martin Kaymer reist als Titelverteidiger zu den US Open
© getty

Deutschlands Golfstar Martin Kaymer reist als Titelverteidiger zur 115. US Open in Chambers Bay/Washington. Im Interview mit dem SID spricht der ehemalige Weltranglistenerste über seine Chancen beim zweiten Major-Turnier des Jahres und die sportlich prekäre Situation von US-Superstar Tiger Woods.

Frage: Herr Kaymer, die US Open leitet einen heißen Sommer mit vielen wichtigen Turnieren ein. Wie steht es um Ihre Verfassung?

Kaymer: Die Zeit in Europa und speziell jetzt in Deutschland hat mir sehr gut getan und war sehr wichtig für mich. Ich fühle mich gut, bin ausgeruht und freue mich auf die Highlights mit drei Major-Turnieren im Sommer.

Frage: "Die vergangenen Wochen waren geprägt von eine stetigen Auf und Ab. Was fehlt in diesem Jahr für eine absolute Top-Platzierung?"

Kaymer: In Abu Dhabi (Dritter, d. Red.) und Dubai (Vierter) habe ich gute Ergebnisse erreicht. Am Ende zählen jedoch für mich nur die Siege, die bisher ausblieben. Ich glaube, dass aktuell nicht viel fehlt und ich meiner Top-Form nahe bin, jedoch muss ich wieder eine Konstanz in mein Spiel bekommen. Für einen Turniersieg muss eben über vier Tage alles stimmen.

Frage: Kann der bei der US Open wie im Vorjahr gelingen? Wie schätzen Sie Ihre Chancen ein?

Kaymer: Voraussagen zu treffen ist speziell bei diesem Platz nicht leicht. Chambers Bay (der Golf-Kurs, d. Red.) wird für alle Spieler eine Herausforderung, aber vielleicht liegt gerade hier auch eine Chance. Wenn es mir gelingt, über vier Tage Konstanz zu zeigen, kann ich um den Sieg mitspielen.

Frage: Wird der Schlüssel zum Erfolg wie im Vorjahr bei Ihrem Start-Ziel-Sieg ein starker Auftakt sein?

Kaymer: Natürlich werde ich versuchen, wieder von Beginn kontrolliert offensiv zu spielen. Die Auftaktrunden im vergangenen Jahr zu wiederholen, wird natürlich nicht leicht, aber ich versuche, mir von Beginn an die bestmögliche Ausgangsposition für das Wochenende zu erspielen.

Frage: Wird die größere Aufmerksamkeit eine Rolle spielen?

Kaymer: Es ist eine besondere Ehre, als Titelverteidiger zur US Open zu reisen, und das sehe ich positiv. Der Fokus ist zwar mehr auf dich gerichtet, aber ich möchte dies positiv für mich nutzen. Eine solche Aufmerksamkeit ist ja auch ein Zeichen der Bestätigung, dass man sportlich erfolgreich war.

Frage: Und dennoch sind die Favoriten andere.

Kaymer: Spieler wie Rory McIlroy, Jordan Spieth oder Rickie Fowler sind bei den letzten großen Turnieren immer vorne mit dabei gewesen, daher rechne ich auch dieses Mal mit ihnen. Das Feld ist jedoch weiterhin unheimlich ausgeglichen, es gibt in meinen Augen 30 bis 40 Spieler, die das Potenzial haben zu gewinnen. Diese Ausgeglichenheit ist für die Zuschauer toll und macht die Turniere sehr spannend.

Frage: Wird auch ein Tiger Woods noch einmal zurückkommen?

Kaymer: Tiger machte beim Masters auf mich schon wieder einen guten Eindruck. Ich wünsche ihm, dass er wieder zu seiner Form zurückfindet und wir gegen einen Tiger Woods in Bestform antreten können.

Frage: Neben Ihnen und dem Ratinger Marcel Siem wird erstmals auch Stephan Jäger an der US Open teilnehmen. Was erwarten Sie von ihm?

Kaymer: Ich kenne ihn nicht, aber habe mich sehr gefreut, als ich gehört habe, dass neben Marcel Siem und mir noch ein dritter deutscher Profi bei der US Open dabei ist. Ich drücke ihm für sein Major-Debüt die Daumen.

Martin Kaymer im Steckbrief

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