Mittwoch, 07.04.2010

SPOX-Favoritenranking

Wer zur Hölle ist Steve Stricker?!

Tiger Woods ist zurück, aber kann er in Augusta auch gewinnen? SPOX ist skeptisch und sieht andere Spieler vorne. Martin Kaymer äußert sich vor Turnierstart optimistisch.

Steve Stricker hat bei vier seiner letzten 13 Turnierstarts auf der Tour gewonnen
© Getty
Steve Stricker hat bei vier seiner letzten 13 Turnierstarts auf der Tour gewonnen

"Wenn man den Ball nicht optimal trifft, wird es schwierig, ein Par zu retten. Auf allen anderen Plätzen, die man im Laufe des Jahres spielt, ist es so, dass man das Grün auf drei Seiten verfehlen kann und noch die Chance auf ein Par hat. Eine Seite ist meistens tot. In Augusta ist es genau andersrum und das macht den Platz so schwer", erklärt Martin Kaymer kurz vor dem Masters-Start im Gespräch mit SPOX die Schwierigkeiten in Augusta.

Welche Spieler sind 2010 für diese Schwierigkeiten am besten gerüstet? Die Top 10 von SPOX.

1. Steve Stricker

Der beste Golfspieler der Welt ist Steve Stricker. Während Tiger Woods' Auszeit war dieser Satz vollkommen korrekt, Stricker war laut Weltrangliste der beste "aktive" Golfer. Und dennoch hätten viele auf diese Feststellung mit der Frage reagiert: "Wer zur Hölle ist Steve Stricker?!" Als der US-Boy in diesem Jahr ein Spiel der Los Angeles Lakers besuchte, erkannte ihn nach eigenen Angaben genau ein Zuschauer. Einer.

Es gibt wohl keinen Sport-Superstar, der so wenig Beachtung findet wie der überaus sympathische Stricker. Dabei ist seine Lebensgeschichte ein echtes Märchen. Mitte der 90er war Stricker ein aufstrebender Spieler, seine Karriere lief in der Folge ordentlich, doch dann kam ein unglaublicher Knick. Er fiel auf Rang 337 der Weltrangliste zurück, er war ein absoluter Niemand. Ohne Selbstvertrauen, ohne Tourkarte, ohne Zukunft.

Wie er sich seitdem durch harte Arbeit in die Spitze gespielt hat, ist bewundernswert. Stricker, nicht etwa Sergio Garcia zum Beispiel, ist der beste Spieler, der noch nie ein Major gewonnen hat. Es wird Zeit, dass sich das ändert. Warum nicht in Augusta? Das Masters ist ein Putting-Wettbewerb - und Stricker einer der, wenn nicht der beste Putter der Welt.

2. Jim Furyk

Der Freund eines jeden Hobby-Golfers. Hat eine furchtbare Schleife im Schwung, die jedem Golftrainer auf der Welt die Haare zu Berge stehen lassen, macht Mitspieler und Zuschauer mit seiner Putt-Vorbereitung (so tun, als ob er schlägt, dann wieder weggehen) verrückt, aber hey, Furyk ist ein überragender Golfspieler.

Der 39-Jährige hat ein US-Open-Titel auf seinem Konto und steht seit Jahren in den Top 10 der Weltrangliste. In dieser Saison gewann er bei der Transitions Championship sein erstes Turnier seit 2007, es bekam nur kaum einer mit, weil praktisch gleichzeitig ein Interview mit einem gewissen Tiger Woods ausgestrahlt wurde. Furyk gehört vom Abschlag zu den Kürzesten, wenn aber jemand trotzdem in Augusta eine Chance hat, dann ist es er.

Mit zwei vierten Plätzen hat er seine Masters-Tauglichkeit auch schon bewiesen. Sowohl sein langes als auch sein kurzes Spiel sind in ausgezeichneter Verfassung, dazu kommt seine Toughness. Furyk hat die Mentalität, die man braucht, um das Masters zu gewinnen.

Augusta-Platzbeschreibung: Amen Corner entscheidet

3. Ernie Els oder ganz Südafrika  

Ernie Els (r.) und Charl Schwartzel: Zwei ganze heiße Siegertipps
Ernie Els (r.) und Charl Schwartzel: Zwei ganze heiße Siegertipps
© Getty

Wenn es um die Nation geht, die vor dem Masters die meisten Spieler in Topform stellt, ist die Antwort klar: Südafrika. Legende Gary Player war in Augusta dreimal erfolgreich (1961, 1974 und 1978), Trevor Immelman triumphierte 2008 - und 2010 stehen die Chancen ausgezeichnet, dass der nächste Springbock das Grüne Jackett überzieht. Es gibt jede Menge Optionen.

Retief Goosen spielt im Verborgenen eine starke Saison und ist ein ganz heißer Tipp. Tim Clark ist trotz fehlender Länge vom Abschlag fast schon traditionell in Augusta vorne dabei. Dass Clark bei seinen Fähigkeiten noch kein einziges Turnier auf der US PGA Tour gewonnen hat, ist übrigens eine der größten Unfassbarkeiten im Golf. Auf jeden Fall auch auf dem Zettel haben muss man die Youngster Charl Schwartzel und Louis Oosthuizen.

An erster Stelle steht aber natürlich Ernie Els. The Big Easy hat mit seinen beiden Siegen bei der CA Championship und dem Arnold Palmer Invitational eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er nach einer schwierigen Phase in seiner Karriere wieder bereit ist für Major-Siege.

4. Padraig Harrington

Dass Tiger Woods (14 Major-Titel) den Rekord von Jack Nicklaus (18) brechen will, ist klar. aber es gibt auch ein anderes Rennen: Wer etabliert sich als Nummer zwei in der Rangliste der aktiven Spieler? Ernie Els, Phil Mickelson, Vijay Singh und Padraig Harrington haben alle drei Major-Siege auf dem Konto.

Wer holt als erster Spieler den vierten? Sehr gut möglich, dass es Harrington ist. Trotz seiner drei Major-Siege und trotz seiner guten Form sprechen vor dem Masters wenige über den Iren. Wenn es um einen möglichen europäischen Sieger geht, scheint es sexier zu sein, auf Rory McIlroy, Lee Westwood oder Ian Poulter zu setzen. Ein Fehler.

Der Europäer mit den besten Chancen ist Harrington. Weil er mental stark ist, weil er auf den Grüns stark ist - und weil es in der Finalrunde auf den zweiten neun Löchern kaum einen Spieler gibt, der mit mehr Entschlossenheit ans Werk geht.

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5. Tiger Woods

Tiger Woods wirkte in seinen Proberunden unglaublich fokussiert und entschlossen
Tiger Woods wirkte in seinen Proberunden unglaublich fokussiert und entschlossen
© Getty

Tiger Woods auf Rang fünf im Ranking? Zugegeben, es ist ungewöhnlich und fühlt sich komisch an, Tiger nicht auf Rang eins zu setzen. Aber Fakt ist, dass TW in diesem Ranking eigentlich überhaupt nichts verloren hätte, wenn er nicht TW wäre.

Du kannst nicht ein halbes Jahr in der Wildnis verschwinden, aus der Versenkung auftauchen und dann das Masters gewinnen. Einfach so, ohne vorher auch nur ein Turnier gespielt zu haben. Geht nicht. Punkt. Bei jedem anderen Spieler auf diesem Planeten wären sich alle einig, dass es vollkommen lächerlich ist, einen Sieg überhaupt nur in Erwägung zu erziehen.

Nicht so bei Tiger Woods. Ihm ist schließlich alles zuzutrauen. Fakt ist, dass es in der Geschichte noch nie einen Golfer gab, der eine solche Drucksituation meistern musste, wie sie Woods beim Masters erleben wird. Der Druck wird unmenschlich sein, wenn die ganze Welt auf ihn schaut. Bei diesem Druck reihenweise Zwei-Meter-Tester auf den schweren Grüns von Augusta zu lochen, wird eine hammerharte Aufgabe.

Fakt ist aber auch, dass Woods bei keinem Turnier antritt, wenn er nicht glaubt, dass er es gewinnen kann und dass es niemanden gibt, der so gut mit Druck umgehen kann. Er wird unglaublich trainiert haben in letzter Zeit und ja, es ist nicht ausgeschlossen, dass er gewinnt. Aber SPOX bleibt skeptisch. Top 10: ja. Sieg: nein.

Rang 6-10: Phil, Dustin, Martin, ein Juve-Fan und ein alter Sack

Florian Regelmann

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