Der Favoritencheck zur 2. Liga

Alle dem Geißbock hinterher

Von Max Schöngen/Tim Holzwarth
Freitag, 07.02.2014 | 10:35 Uhr
Der 1. FC Köln steht an der Spitze der Tabelle und ist auf Bundesliga-Kurs
© getty
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Der 1. FC Köln konnte sich ein wenig absetzen, dahinter haben aber noch satte neun andere Teams realistische Chancen auf den Aufstieg in die Bundesliga. SPOX nimmt alle Aufstiegskandidaten unter die Lupe.

1. FC Köln (Platz 1/39 Punkte/32:10 Tore)

Die Mannschaft der Hinrunde hat ihr Saisonziel fest im Visier. Alles andere als der Aufstieg wäre eine Enttäuschung für den 1. FC Köln. Dass sich die Rheinländer nicht auf der starken Hinrunde ausruhen, verdeutlichte Trainer Peter Stöger in der Winterpause.

Adil Chihi wurde für den Rest der Saison in die Zweite Mannschaft verbannt. Stöger setzt dadurch auch ein Zeichen an den Rest der Mannschaft. "Wer jetzt nicht mitzieht - der fliegt auch", zitiert die "Bild" den Österreicher, der sich vor der Konkurrenz in der Liga gewarnt sieht. "Die Konkurrenz schläft nicht. Die werden versuchen, uns ein Bein zu stellen. Jeder brennt darauf, den FC zu schlagen."

Zum Auftakt der Rückrunde empfangen die Kölner mit dem SC Paderborn einen direkten Konkurrenten um den Aufstieg. Fraglich ist weiterhin, ob Patrick Helmes mit von der Partie sein wird. Derzeit laboriert der ehemalige Nationalspieler an einer Hüftverletzung. Doch Thomas Bröker zeigte sich in der Vorbereitung in starker Verfassung. Zudem wurde der Konkurrenzkampf in der Offensive durch die Verpflichtungen von Bard Finne (18) und Kazuki Nagasawa (22) nochmal verstärkt.

Neben der brandgefährlichen Offensive zeichnete die Kölner in der Hinrunde auch die Abwehrarbeit aus. Nur zehn Mal musste Timo Horn im Tor der Kölner hinter sich greifen und bildet mit seinen Vorderleuten somit die zweitstärkste Defensive im deutschen Profifußball - nur der FC Bayern ließ weniger Gegentreffer zu.

SpVgg Greuther Fürth (Platz 2/35 Punkte/35:22 Tore)

Gleich zu Saisonbeginn untermauerte die SpVgg Greuther Fürth ihre Aufstiegsambitionen und setzte sich im oberen Tabellendrittel fest. Im Anschluss gab es Licht und Schatten. Gerade gegen Teams aus den hinteren Tabellenregionen taten sich die Franken schwer und verschenkten wichtige Punkte, wie bei der 1:4-Niederlage bei Arminia Bielefeld kurz vor der Winterpause.

Als einzigen Neuzugang können die Franken Benedikt Röcker vom VfB Stuttgart vermelden. Der 24-jährige Innenverteidiger unterschrieb einen Vertrag bis 2017. Somit gehen die Kleeblätter ohne Ersatz für Rechtsverteidiger Daniel Brosinski in die Rückrunde. Vielmehr soll diese Position vom eigentlichen Offensivspieler Thomas Pledl bekleidet werden. "Die Umstellung ist gar nicht so groß. Defensivaufgaben hast du ohnehin auf den ganzen Platz",so Pledl zur "Bild".

Gleich zum Rückrundenauftakt folgt für die Fürther das richtungsweisende Spiel gegen den 1.FC Kaiserslautern. Selbstvertrauen holte sich die Frank-Elf in den letzten Vorbereitungsspielen gegen die Ligakonkurrenten SV Sandhausen und VfR Aalen. Beide Partien gewannen die Franken und ließen dabei keinen Gegentreffer zu.

1. FC Kaiserslautern (Platz 3/31 Punkte/32:20 Tore)

Mit der Verpflichtung von Srdjan Lakic landete der 1. FC Kaiserslautern einen echten Transfercoup und verstärkte die zweitbeste Offensive der Liga zusätzlich. Neben Lakic stehen FCK-Trainer Kosta Runjaic mit Simon Zoller, der im Moment noch verletzt fehlt, Albert Bunjaku, Mohamadou Idrissou und Olivier Occean weitere hochkarätige Angreifer zur Verfügung. Hinzu kommt Chinedu Ede, der vom FSV Mainz ausgeliehen wurde.

Die aktuelle Form nach der Rückrundenvorbereitung stimmt die FCK-Anhänger durchgehend positiv. Von sechs Vorbereitungsspielen verlor der aktuelle Tabellendritte nur eines - gegen Borussia Dortmund. Nicht nur deshalb ist die Erwartungshaltung in der Pfalz vor dem Rückrundenauftakt riesig.

Zum Rückrundenstart wartet auf die Pfälzer mit der SpVgg Greuther Fürth gleich eine richtige Bewährungsprobe im Aufstiegsrennen. "Fürth ist ein Big-Point-Match, aber kein Schlüsselspiel. Fürth ist die erste große Herausforderung in den 15 Endspielen, die wir noch haben", stellte Kosta Runjaic im Vorfeld klar. Mit einem Sieg könnte die Ausgangsposition im Aufstiegsrennen für Kaiserslautern gleich zu Beginn der Rückrunde drastisch verbessern.

Karlsruher SC (Platz 4/31 Punkte/26:17 Tore)

Zwei Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen lautet die Vorbereitungsbilanz des Karlsruher SC. Vor allem die Niederlage im letzten Testspiel gegen den FSV Frankfurt dürfte die Sinne der Badener und deren Trainer Markus Kauczinski vor dem Rückrundenauftakt gegen den FC Ingolstadt geschärft haben. Im Abwehrverhalten seiner Mannschaft sah der Karlsruher Übungsleiter noch Handlungsbedarf: "In dieser Woche wird die Defensivarbeit im Mittelpunkt der Trainingsarbeit stehen."

Im Heimspiel gegen die abstiegsbedrohten Ingolstädter muss der KSC auf den grippeerkrankten Ilian Micanski verzichten. Dafür kehrt Torhüter Dirk Orlishausen zurück. Gegen Frankfurt hatte der Schlussmann noch mit muskulären Problemen zu kämpfen.

Auf Neuzugänge verzichteten die Badener im Winter. Kauczinski vertraut der Mannschaft aus der Hinrunde, die sich vom Aufsteiger zum Aufstiegsaspiranten gemausert hat. Jedoch werden den Karlsruhern im Kampf mit dem 1. FC Kaiserslautern oder dem FC St. Pauli nur geringe Chancen auf den Aufstieg zugesprochen. Darin könnte der Vorteil für die Elf um Trainer Kauczinski liegen. Schon 31 Punkte holten die Karlsruher und haben ihr Saisonziel, die Klasse zu halten, eigentlich schon erreicht.

1. FC Union Berlin (Platz 5/31 Punkte/31:26 Tore)

30 Punkte erhofft sich Thorsten Mattuschka, Kapitän des 1. FC Union Berlin, aus den verbleibenden 15 Partien und unterstreicht damit die große Hoffnung der Köpenicker auf einen Aufstieg. Schon vor der Saison galt Union als Geheimfavorit für den Aufstieg. Dank der beiden deutlichen Siege vor der Winterpause gegen den VfL Bochum (4:0) und Arminia Bielefeld (4:2) festigte die Neuhaus-Elf ihre Lauerstellung.

Im Heimspiel gegen Dresden fordert Uwe Neuhaus vor allem im Vergleich zum letzten Vorbereitungsspiel gegen Arminia Bielefeld eine Steigerung. "Dass diese Leistung in der Liga nicht reichen wird, dessen sind wir uns hoffentlich bewusst", mahnte Neuhaus nach dem knappen 1:0-Sieg über die Ostwestfalen.

Vor allem im Defensivbereich hatte der 54-Jährige noch Defizite erkannt und so steht vor dem Ostschlager vor allem der Gesundheitszustand von Fabian Schönheim im Mittelpunkt. Den 26-Jährigen plagen derzeit noch Probleme am Oberschenkel. Trotz der Probleme in der Hintermannschaft verpflichteten die Berliner im Winter keine weiteren Abwehrspieler. Lediglich Abdallah Gomaa wurde bis zum Saisonende vom ägyptischen Erstligisten ENPPI Club Cairo mit Kaufoption ausgeliehen.

Seite 1: Von Köln bis Union

Seite 2: Von St. Pauli bis Düsseldorf

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