Kein Empfang im Frankfurter Römer

Eintracht-Fans feiern Bundesliga-Rückkehr

SID
Dienstag, 24.04.2012 | 16:40 Uhr
Die Eintracht-Fans glauben an einen Verbleib in der höchsten deutschen Spielklasse
© Getty
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Am Montagabend standen noch einige wenige Frankfurter Fans im Mittelpunkt, die ihre überbordende Aufstiegs-Freude an der Einrichtung des Aachener Tivoli ausließen und einen Schaden von etwa 75.000 Euro verursachten. Einen Tag später aber war die Genugtuung über die Rückkehr in die Bundesliga nach dem 3:0-Auswärtserfolg auch bei den gemäßigteren Fans in der Mainmetropole angekommen.

Andreas Hornung, Geschäftsleiter des Eintracht-Fanshops in der Innenstadt, berichtet, er sei "selbstverständlich" dabei gewesen. Mit 7.000 anderen treuen Fans reiste er ins Rheinland, dennoch steht er am nächsten Morgen schon wieder im Laden.

"Jetzt freuen wir uns aber erst mal auf die noch ausstehenden zwei Spiele in der 2. Liga: auf ein ausverkauftes Heimspiel gegen 1860 München mit viel Euphorie und auf das letzte Spiel in Karlsruhe, wohin wir mit 8.000 Fans reisen wollen", sagte Hornung.

Schon die tolle Unterstützung der Fans, die selbst an den ungeliebten Spielterminen am Montagabend zu Tausenden zu Auswärtsspielen fuhren, beweise, dass die Eintracht in die 1. Liga gehöre, betont Hornung. In seinem Laden gebe es seit Dienstag die frisch gedruckten "Aufstieg 2012"-T-Shirts zu kaufen. Ein Ziel gebe es aber noch: "Ich hoffe, wir werden in der 2. Liga Meister!"

Gut fürs Geschäft

Dieter Jung, Kellner in der bei Fußballfans beliebten Bierwirtschaft Moseleck am Frankfurter Hauptbahnhof, hat am Dienstag feiernde Fans getroffen. "Die letzten sind heute Morgen um acht Uhr raus", berichtet er.

Es seien ein, zwei Handvoll Hartgesottener gewesen, die sogar die sogenannte Putzstunde zwischen 4.00 und 5.00 Uhr auf der Straße abwarteten, um danach wieder im Lokal weiterzufeiern. Direkt nach dem Spiel müsse es rappelvoll gewesen sein in der Kneipe, das sehe er am Umsatz, den sein Kollege gemacht habe.

Nach der Sommerpause wird generell wieder mehr los sein im Moseleck und all den anderen Fußballkneipen in der Stadt. Kickt Eintracht Frankfurt erstklassig, ist das gut fürs Geschäft. Die Spiele der Bundesliga interessieren mehr Leute, ziehen mehr auswärtige Fans der gegnerischen Mannschaften in die Stadt und werden zu attraktiveren Zeiten am Wochenende ausgetragen. Vor allem aber ist der Aufstieg ein Kick fürs Gemüt.

Friedliche Feiern in Frankfurt, Randale in Aachen

Der Schritt zurück ins Fußball-Oberhaus sei "eine schöne Sache für die Stadt und die Region, auf die wir stolz sein können", sagt der Pressesprecher von Eintracht Frankfurt, Carsten Knoop. Der Sieg in Aachen habe "große Freude und Erleichterung" ausgelöst unter den Spielern, dem Trainerteam, der Vereinsführung und den mitgereisten Fans.

Wegen des Fan-Sturms auf den Platz nach Abpfiff muss Knoop jedoch ein Nachspiel in Form einer Strafe des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) rechnen. Während die Bilanz der Polizei mit Blick auf die Aufstiegsfeiern am Montagabend in Frankfurt positiv ausfällt, musste die Aachener Polizei unter Einsatz von Pfefferspray Konfrontationen zwischen Anhängern beider Vereine verhindern.

Am Tag danach gratulieren auch Ministerpräsident Volker Bouffier, Innen- und Sportminister Boris Rhein und Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (alle CDU) der Eintracht. Gerne hätte sie die Aufstiegsmannschaft im Römer begrüßt, sagt Roth, aber die Vereinsführung habe sich dagegen entschieden.

Am nächsten Samstag (29. April, 13.30 Uhr) wolle sie jedoch im Stadion mit den Fans beim Spiel gegen 1860 München feiern. Wie und wo genau die Aufstiegsfeier steigen soll, wird laut Eintracht-Sprecher Knoop noch beraten.

Die Tabelle der 2. Liga

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