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Südkorea - Deutschland 2:0 - Super-GAU! DFB-Elf nach nächstem Grottenkick ausgeschieden

Deutschland ist bei der WM in der Gruppenphase ausgeschieden.
© getty

Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der WM 2018 in Russland in der Vorrunde gescheitert. Der amtierende Weltmeister zeigte auch gegen Südkorea eine ganz schwache Leistung und musste sich in der Gruppe F nach einem 0:2 (0:0) mit dem letzten Platz begnügen.

Joachim Löw baute sein Team im Vergleich zu Schweden auf gleich fünf Positionen um: Hummels und Debütant Süle bildeten die Innenverteidigung, im Mittelfeld rückten Khedira, Özil und Goretzka in die Startelf. Gegliedert war die Mannschaft ins übliche 4-2-3-1, Goretzka füllte dabei die Rolle von Müller aus.

An die Leistung aus dem Schweden-Spiel konnte die deutsche Offensive aber nicht anknüpfen: Zwar verzeichnete das Team in der ersten Hälfte 75 Prozent Ballbesitz gegen die zumeist sehr tief stehenden Koreaner, konnte das allerdings nicht in gute Torchancen ummünzen. Insgesamt fehlte das Tempo in den Kombinationen, zudem kamen Standards und Hereingaben aus dem Spiel sehr ungenau. Immerhin stand die Defensive und ließ kaum Konter zu, Gegenpressing und Absicherung funktionierten gut.

Südkorea fand offensiv praktisch nicht statt, hatte aber die beste Gelegenheit der ersten Halbzeit, als Neuer einen Freistoß nicht festhalten und erst im Nachfassen vor Son klären konnte. Für die DFB-Elf stocherte Hummels nach einer Ecke einmal aus aussichtsreicher Position.

Trotz harter Kost verzichtete Löw in der Halbzeit auf Wechsel, Goretzka rückte dafür noch weiter in die Mitte. Mit Goretzka (48.) und Werner (51.) kam die DFB-Elf zu den besten Chancen des Spiels, doch als Schweden im Parallelspiel in Führung ging, musste Löw reagieren und brachte Gomez, wenig später auch noch Thomas Müller.

Deutschland rückte in der Folge weiter vor und stand hinten mit einer Notsicherung gegen Konter, die Südkorea aber schwach ausspielte. Vorn vergab Gomez nach Hereingabe von Kimmich (68.), kurze Zeit später verpasste er direkt vor dem Tor. Eine gute Viertelstunde vor Schluss kam auch noch Brandt. Deutschland mit Powerplay, aber ohne die zündende Idee. Hummels noch mit der Riesenchance (88.), aber er traf die Flanke völlig frei nur mit der Schulter. In der Nachspielzeit spielte Kroos eine Ecke unfreiwillig zu Young-gwon - die endgültige Entscheidung.

Durch den Sieg der Schweden gegen Mexiko kamen beide Teams weiter. Deutschland hätte ein Tor gegen Südkorea gereicht, stattdessen fährt der dritte Weltmeister in Folge nach der Vorrunde nach Hause. Für das DFB-Team ist es das erste Aus in der Gruppenhase überhaupt.

Die Daten des Spiels Südkorea - Deutschland

Tore: 1:0 Young-gwon (90.+3), 2:0 Son (90.+6)

  • Nach Italien (2010) und Spanien (2014) schied der Weltmeister zum dritten Mal in Folge in der Vorrunde aus.
  • Im vierten WM-Spiel in Folge blieb Deutschland in Halbzeit eins ohne einen eigenen Treffer.

Der Star des Spiels: Jo (Südkorea)

Im ersten Durchgang kaum von der deutschen Offensive geprüft. Hielt mit einer Glanztat gegen Goretzka kurz nach Wiederbeginn das 0:0 fest. Ein sicherer Rückhalt der Südkoreaner. Auch gegen Gomez und Brandt stark.

Der Flop des Spiels: Marco Reus (Deutschland)

Rochierte zusammen mit Werner immer wieder ins Angriffszentrum, dort gelang ihm aber genauso wenig wie auf dem linken Flügel. Traf häufig die falschen Entscheidungen. Goretzka und Kimmich auf rechts waren allerdings ähnlich schwach.

Der Schiedsrichter: Mark Geiger (USA)

Penibel, achtete genau auf Freistoßpositionen und Abstände der Mauer. Griff gegen die südkoreanischen Fouls mit Gelb durch, zeigte zudem Son eine korrekte Gelbe Karte wegen Schwalbe. Insgesamt eine gute Vorstellung des Amerikaners. Abseits beim späten Treffer von Südkorea war nicht korrekt, da der Ball von Kroos kam. Nach Rücksprache mit dem Videoassistenten traf Geiger die richtige Entscheidung.

Die Reaktionen der Trainer

Joachim Löw (Bundestrainer): "Es herrscht eine riesige Enttäuschung, Totenstille. Für uns ist das eine riesige Enttäuschung. Gratulation an unsere Gegner, die Schweden und die Mexikaner. Man kann der Mannschaft heute im kämpferischen Bereich keinen Vorwuf machen, aber wir haben es nicht geschafft, ein Tor zu erzielen. Das hat sich durch das Turnier gezogen. Der Mannschaft hat die Leichtigkeit gefehlt. Die Sicherheit war nicht vorhanden. Wir sind zu Recht aus dem Turnier ausgeschieden. Wir haben viele Tormöglichkiten gehabt, aber wir konnten das Tor nicht erzwingen."

Tae Yong Shin (Trainer Südkorea): "Ich fühle mich großartig, aber auch leer. Am Dienstag haben wir gesagt, dass die Chancen bei einem Prozent liegen. Aber ich habe meiner Mannschaft gesagt, dass sie bis zum Ende kämpfen soll. Wir waren Außenseiter, diese Rolle haben wir genutzt."

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