Fussball

Welt: Staatsanwaltschaft findet keinen Hinweis auf Stimmenkauf bei WM 2006

SID
Franz Beckenbauer hat die WM 2006 nach Deutschland geholt.
© getty

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat in der Sommermärchen-Affäre im Zusammenhang mit einem Millionenkredit für Franz Beckenbauer offenbar keine Hinweise auf einen Stimmenkauf oder eine Verwendung für die WM 2006 gefunden. Das geht aus den mehrere Tausend Seiten fassenden Ermittlungsunterlagen vor, die der Welt vorliegen.

Die Staatsanwaltschaft geht demnach davon aus, dass das Darlehen in Höhe von zehn Millionen Schweizer Franken, das Beckenbauer im August 2002 von Ex-Adidas Chef Robert Louis-Dreyfus erhielt, privat eingesetzt wurde.

Einen Hinweis auf eine mögliche Verwendung des Darlehens gibt laut Welt ein Fax vom 5. November 2001. Darin informiert Louis-Dreyfus den damaligen Beckenbauer-Manager Robert Schwan darüber, dass er in Großbritannien ein neues Unternehmen aufsetzen und darüber Anfang 2002 mit Schwan und Beckenbauer sprechen wolle.

In einem dem Fax beigefügten Vermerk geht es zudem um einen angeblich geplanten Verkauf der Firma SKK-Rofa, welche die Persönlichkeitsrechte von Beckenbauer besaß. Als Kaufpreis werden 100 Millionen US-Dollar genannt. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt versuchte nach Welt-Angaben vergeblich, herauszufinden, ob diese Überlegungen in Verbindung mit dem Zehn-Millionen-Kredit stehen.

Ermittler halten Beckenbauers bisherige Darstellung für falsch

Beckenbauer selbst äußerte in einer Vernehmung, er habe zu diesem Sachverhalt keine Kenntnisse. Seine bisherige Darstellung, dass er die zehn Millionen benötigte, um dem Weltverband FIFA einen Vorschuss für spätere Zuwendungen an das deutsche WM-Organisationskomitee zu zahlen, halten die Ermittler für falsch.

Die Staatsanwälte starteten Ende 2015 ihre Ermittlungen, weil bekannt wurde, dass der Beckenbauer-Kredit aus der Kasse des WM-Organisationskomitees zurückbezahlt und als Betriebsausgabe steuermindernd geltend gemacht worden war.

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