Mittwoch, 17.02.2016

FIFA-Ethikkommission gegen Franz Beckenbauer

Verwarnung und Geldstrafe für Kaiser

Franz Beckenbauer ist von der Ethikkommission des Weltverbands FIFA wegen mangelnder Kooperationsbereitschaft verwarnt worden.

Franz Beckenbauer ist Ehrenpräsident es FC Bayern München
© getty
Franz Beckenbauer ist Ehrenpräsident es FC Bayern München

Zudem muss der 70-Jährige eine Geldstrafe in Höhe von 7000 Schweizer Franken (umgerechnet rund 6300 Euro) zahlen. Die Sanktion wurde im Zuge der Ermittlungen zu den WM-Vergaben 2018 an Russland und 2022 an Katar verhängt.

Beckenbauer war bereits am 13. Juni 2014 provisorisch für 90 Tage gesperrt worden, weil er auf die Fragen der ermittelnden Kammer nicht reagiert hatte. Die Sperre wurde am 27. Juni aufgehoben.

Er habe dann "die Bereitschaft zur Kooperation" gezeigt, teilte die rechtsprechende Kammer mit.

Die WM-Affäre 2006, in die Beckenbauer mutmaßlich tief verstrickt ist, spielte bei der ausgesprochenen Sanktion keine Rolle.

Zuletzt hatten die FIFA-Richter auch vor den ganz großen Namen nicht mehr halt gemacht: FIFA-Präsident Joseph S. Blatter (79), sein Generalsekretär Jérôme Valcke (55) und UEFA-Präsident Michel Platini (60) wurden für die kommenden Jahre wegen anderer, schwererer Vergehen aus dem Verkehr gezogen.

Beckenbauer, der von 2007 bis 2011 im FIFA-Exekutivkomitee saß und die WM-Vergaben im Dezember 2010 mitgetragen hat, war bereits am 13. Juni 2014 provisorisch für 90 Tage gesperrt worden, weil er auf die Fragen der ermittelnden Kammer nicht reagiert hatte.

Die Sperre wurde am 27. Juni 2014 wieder aufgehoben. Damals hatte der Kaiser demonstrativ auf eine Reise zur WM 2014 in Brasilien verzichtet, er selbst sprach von einem "Aprilscherz".

Seine als unzureichend bewertete Zusammenarbeit mit den Ethikern erläuterte Beckenbauer damals mit den lediglich in englischer Sprache aufgeführten Fragen des damaligen Chefermittlers Michael J. Garcia (USA).

Geschäftliche Interessen unterstellt

Die Kommission sprach am Mittwoch von einem angefragten persönlichen Interview sowie schriftlich gestellten Fragen auf deutsch und englisch.

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Beckenbauer hatte nur kurze Zeit nach dem Zuschlag für Russland eine Repräsentanten-Aufgabe beim russischen Energieriesen Gazprom erhalten. Auch in Bezug zu Katar waren dem Kaiser geschäftliche Interessen unterstellt worden.

Die Eröffnung eines formellen Verfahrens gegen den ehemaligen Präsidenten des DFB, Wolfgang Niersbach, der mit OK-Chef Beckenbauer im WM-Organisationskomitee saß, muss die Ethikkommission öffentlich machen, da Niersbach als deutscher Vertreter weiterhin im FIFA-Exko sitzt.


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