FC Barcelona und Real Madrid strafen Kritiker lügen: Ein Hauch von Wrestling

Montag, 07.05.2018 | 07:50 Uhr
Luis Suarez und Sergio Ramos gerieten kurz vor der Halbzeit aneinander.
© getty
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Der 238. Clasico zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid (2:2) hat eine Menge Spektakel geboten. Ansehnliche Ballstafetten, ein Traumtor, Auswüchse der Rivalität und reichlich Diskussionsstoff rund um den Schiedsrichter. Wer sagte, diesem Clasico fehle die Brisanz, dem wurde das Gegenteil bewiesen. Das spanische Gigantentreffen glich ein wenig einer Wrestling-Show.

Das vermeintlich wichtigste zuerst: Real stand wie angekündigt nicht Spalier für Barca. Vor dem Gipfeltreffen zwischen Barca und Real bestimmte die Tradition des Pasillo die Medien. Dem Clasico wurde dadurch immerhin noch ein klein wenig Brisanz zuteil.

Denn aus sportlicher Sicht, darüber herrschte Konsens in der Fußball-Welt, ging es in dem Spiel um nichts mehr. Barca war bereits spanischer Meister, Real Madrid war bereits für die Champions League qualifiziert und hatte den Fokus schon vor Wochen auf den Three-peat, den dritten Henkelpott in Folge, gerichtet.

Es stand ein langweiliger, unbedeutender Clasico an. Doch schon anhand der Startelf, die Zinedine Zidane auf den Rasen des Camp Nou schickte, ließ sich das Gegenteil erahnen: volle Kapelle. Barca-Coach Ernesto Valerde fasste die Partie mithilfe eines Ausflugs in die Welt der Baristas zusammen: "Von entkoffeiniert habe ich nichts gesehen, die Partie hatte eine Menge Koffein."

Barcelona und Real Madrid liefern Show ab: Ein Hauch von Wrestling

In einem Spiel zwischen diesen beiden Mannschaften müsse es schließlich so heiß hergehen, meinte Valverde. Die Erzrivalen straften alle Kritiker, die einen langweiligen, nichts aussagenden Clasico heraufbeschworen, Lügen.

Für die Zuschauer im Camp Nou war alles geboten, was der liebe Fußballgott so in petto hat. 28 Torschüsse, vier teils traumhaft herausgespielte Tore, acht Gelbe Karten, ein Platzverweis, Hahnenkämpfe, Diskussionen über den Schiedsrichter. "Die Zuschauer kamen auf ihre Kosten", meinte Zidane.

Der Spielverlauf wirkte schon beinahe wie ein Drehbuch der Liga, um ihr Aushängeschild trotz der langweiligen Ausgangssituation noch bestmöglich zu verkaufen. Ein Hauch von Wrestling lag in der Luft. Die Superstars lieferten sich eine Show, deren Ausgang im Grunde gleichgültig war und alle gingen zufrieden nach Hause.

Schiedsrichter im Mittelpunkt: "Manchmal liegt ein Schiri eben falsch"

Einzig von Seiten Reals klang hier und da ein wenig Frust mit durch. Klub-Ikone und Vorstandsvorsitzender Emilio Butragueno haderte mit der Leistung des Schiedsrichters: "Dem 2:1 von Barca ging ein klares Foul an Varane voraus und der Schiedsrichter übersah einen Elfmeter. Ich bin überrascht, dass der Linienrichter nichts bemerkt hat. Ich denke, wir hätten uns den Sieg verdient, aus diesem Grund können wir nicht ganz zufrieden sein."

Die Spieler selbst machten den Unparteiischen nicht als Hauptschuldigen dafür aus, dass Real nicht über ein Remis hinauskam. "Manchmal liegt ein Schiri eben falsch", sagte Casemiro. Die Madrilenen verpassten es im zweiten Durchgang, Profit aus der numerischen Überzahl zu schlagen.

Barca betrieb enormen Aufwand dafür. "Ich bin beeindruckt von der Reaktion der Mannschaft nach Sergis Platzverweis. Es ist nicht einfach, gegen Real Madrid zu zehnt zu spielen", sagte Andres Iniesta. Dennoch kam Real in den zweiten 45 Minuten etwas die Präzision im letzten Angriffsdrittel abhanden, weshalb das Ergebnis durchaus gerecht sei, meinte Casemiro.

Barcelona und Real Madrid: Spaniens Beste

Ein ausgeglichenes 2:2 im Clasico spiegelt nicht gerade den Tabellenstand in LaLiga wieder. Der sagt nämlich: Barca ist 15 Punkte besser als Real. Ein Umstand, der den Madrilenen besonders schwer auf dem Gemüt lag, weshalb das gute Spiel gegen den frisch gebackenen Meister aus Katalonien Balsam für die königliche Seele war.

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.FC Barcelona3589:236687
2.Atlético Madrid3655:203575
3.Real Madrid3584:394572
4.FC Valencia3662:372567
5.Betis Sevilla3656:56059

Es ging darum, das Bild zumindest einigermaßen wieder geradezurücken, den Durchhänger um den Jahreswechsel herum vergessen zu machen. "Wir haben heute demonstriert, dass das die besten zwei Mannschaften der Liga sind", sagte Casemiro zufrieden.

Der Clasico hielt nicht das, was er versprach. Das Spektakel, das vor der Partie von außen mit Müh und Not zusammengetragen wurde, wuchs erst auf dem Platz - da, wo es hingehört. "Fußball ist immer wichtiger als die Kontroversen, die kreiert werden", erklärte Zidane nach der Partie. Jeder, der den Fußball liebt, könne einen solchen Clasico genießen.

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