Mittwoch, 16.01.2008

Mallorca-Trainer mit Schiri-Schelte

Immer auf die Kleinen

München - Wo das Glück einkehrt, da klopft auch der Neid an. Real Madrid erwartet im Achtelfinale-Rückspiel der Copa del Rey den RCD Mallorca (ab 21 Uhr LIVE ). Deren Trainer Gregorio Manzano setzt alle medialen Hebel in Bewegung, um sich gegen den scheinbar übermächtigen Gegner selbst in die Opferrolle zu pressen - dabei hat sein Team das Hinspiel überraschend mit 2:1 gewonnen.

Fußball, Primera Division, Real Madrid, Schuster
© Getty

"In Madrid haben wir neben Real den Schiedsrichter als zusätzlichen Gegner. In der Vergangenheit gab es keine einzige Situation, in der Mallorca im Bernabeu-Stadion bevorzugt worden wäre", sagte der 41-jährige Coach.

Manzano hatte auch gleich Beispiele für die Benachteiligung zurechtgelegt: "Ich will, dass jemand, der so rüde einsteigt wie Jose Reyes im vergangenen Jahr, auch die Rote Karte sieht."

Das ist ein Fakt, der Bernd Schusters Hinterstübchen schon längst wieder entfallen sein dürfte. Der Coach der Galaktischen darf sich derzeit über die beste Liga-Hinrunde aller Zeiten freuen. Noch nie war es einer Mannschaft in der Drei-Punkte-Zeitrechnung gelungen, 47 Zähler bis zur Saisonhalbzeit aufzusummieren.

Neid ist traurig 

Doch Glück bringt eben zwangsläufig Neider mit sich. "Ich habe von uns kein einziges schlechtes Spiel gesehen. Die Partie gegen Levante war hart umkämpft, aber wir haben dann 2:0 gewonnen. Neid ist eine schlechte Sache und man sollte auch mit Real etwas objektiver sein, nicht nur mit unseren Rivalen", so der blonde Engel.

Auf Manzanos Polemik reagierte Schuster gewohnt spitzzüngig: "Ich hoffe, dass - wie Herr Manzano sagt - der Unparteiische zwei Elfmeter für uns pfeift oder irgendetwas dergleichen. Nur so können wir in der K.o.-Phase anscheinend weiterkommen."

Jammern gilt nicht 

Dabei kennt Schuster die Sperenzchen der vermeintlichen Außenseiter bestens. "Als ich kleinere Teams trainiert habe, habe ich trotzdem solche taktischen Mätzchen unterlassen. Aber ich kann schon verstehen, dass man Angst bekommt, wenn man ins Bernabeu muss", sagte Schuster.

Dabei könnte Manzano relativ entspannt in die Hauptstadt reisen, denn Real steht nach der Hinspiel-Niederlage in der Pflicht.

Über die Maße wichtig scheint Manzano die Partie aber ohnehin nicht zu sein. Stürmerstar Dani Güiza ist zwar nach seiner überstandenen Blessur wieder ins Training eingestiegen, soll aber für das Liga-Spiel gegen Levante geschont werden.

Auch auf Seiten der Königlichen ist Schonzeit angesagt. Raul, Iker Casillas, Pepe und Arjen Robben sind die namhaftesten Spieler, auf die Schuster verzichten will. Aber auch ohne die madrilenischen Ikonen wird Mallorca das Bernabeu mit Ehrfurcht betreten. Zumindest der Trainer hat bewiesen, dass er schon Muffensausen hat.

Richard Rother

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