Dienstag, 26.02.2008

Stress beim FC Chelsea

Meckeraffen und Fluchtgefahr

München - John Terry kommt bisweilen etwas besserwisserisch daher. Der Kapitän des FC Chelsea sagt gerne seine Meinung und pocht stets auf deren uneingeschränkte Gültigkeit.

© Getty

Wenn etwas nicht nach seinem Gusto läuft, wird er schnell mal aggressiv. Heftige Wortgefechte mit Mitspielern oder Vorgesetzten gehören zum Standard in Terrys Leben bei den Blues. 

Das vorerst letzte Opfer wurde Chelseas Co-Trainer Henk ten Cate. Weil der Niederländer Terry im Unklaren ließ, ob er in der Anfangself für das Ligapokal-Finale gegen Tottenham (1:2) steht, gerieten die zwei im Abschlusstraining am Samstag heftig aneinander.

Terry verweigert Handshake 

"Ihre Gesichter der beiden waren direkt aneinander, keiner wollte auch nur einen Zentimeter zurückweichen. Sie beschimpften sich in nicht ganz jugendfreier Sprache", berichtete ein Augenzeuge.

Kopfnüsse wurden zwar nicht verteilt, aber die übrigen Trainingsbeteiligten hatten Mühe, die Streithähne auseinander zu bringen.

Terry war so erbost, dass er ten Cates Versöhnungsangebot - den obligatorischen Handshake - ausschlug. Doch nicht nur mit dem dickköpfigen Terry hat ten Cate ein Problem.

Ballack kritisiert Grant

"Er behandelt die Spieler wie kleine Kinder und kommt mit seiner arroganten Art nicht gut an. Ten Cates Verhältnis zu den Spielern ist praktisch nicht existent", schreibt der "Daily Mirror".

Soweit ist es bei Avram Grant noch nicht, aber auch der Chefcoach bekommt heftigen Gegenwind aus den eigenen Reihen. Der gegen Tottenham nicht berücksichtigte Michael Ballack beschwerte sich im "London Evening Standard" über die schlechte Kommunikation mit Grant.

"Er hat mir nicht erklärt, warum ich auf die Bank muss. Ich ging davon aus, dass ich spiele und habe erst kurz vor Spielbeginn erfahren, dass ich draußen bin. Grant hat die erste Elf auf einen Zettel geschrieben und da war mein Name nicht dabei", so Ballack.

Lampard will weg 

Die Medien werfen Grant vor, die Niederlage durch seine "seltsame Aufstellung" billigend in Kauf genommen zu haben. Doch Grant sind die Hände gebunden. Spieler wie John Terry oder Frank Lampard, Ballacks Konkurrent im Mittelfeld, sind heilige Kühe bei Chelsea und müssen immer spielen.

Im Champions-League-Spiel gegen Piräus (0:0) hatte es Grant gewagt, Lampard auf die Bank zu setzen - Blasphemie in den Augen der Medien und der Chelsea-Fans. Lampard fühlte sich von Grant hintergangen und machte seinem Ärger in Form von Wechselabsichten Luft.

"Es wird Zeit für mich, eine andere Sprache, eine andere Kultur und einen anderen Fußball kennen zu lernen. Vielleicht ist im Sommer der richtige Zeitpunkt dafür", sagte Lampard mehreren spanischen Zeitungen.

Der englische Nationalspieler kokettiert seit längerem mit einem Wechsel zum FC Barcelona. Lampards Frau stammt aus der Hauptstadt Kataloniens.

Kenyon baut auf Drogba 

Lampards Zukunftsplanung kommt bei Chelsea-Geschäftsführer Peter Kenyon allerdings nicht gut an. "Lampard hat laut Vertrag noch ein Jahr offen. Er ist ein großartiger Spieler und wir sind sehr daran interessiert, ihn zu halten", sagte Kenyon "BBC Radio".

Auch der wechselwillige Didier Drogba soll in London bleiben. "Drogba hat noch zwei Jahre Vertragslaufzeit und es gibt keinen Grund, warum er nicht Chelsea-Spieler bleiben sollte", erklärte Kenyon.

Drogba hatte sich in der Vergangenheit immer wieder über die schlechte Stimmung und bei Chelsea echauffiert und angekündigt, die Londoner definitiv am Saisonende zu verlassen.

Es kracht an allen Ecken und Enden beim FC Chelsea. Klubboss Roman Abramowitsch beobachtet die Szenerie mit Argwohn. Bei der Keilerei zwischen ten Cate und Terry war er zufällig zugegen. Nach Augenzeugenberichten sah er wenig begeistert aus. 

Thomas Gaber

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