Montag, 09.02.2015

Nach neuen Vorwürfen an Sepp Blatter

UEFA kritisiert FIFA

Die Europäische Fußball-Union (UEFA) hat mit deutlichen Worten auf neue Vorwürfe gegen den Fußball-Weltverband FIFA und Präsident Joseph S. Blatter im Zusammenhang mit dem Pieth-Bericht reagiert.

Sepp Blatter steht mal wieder im Mittelpunkt der Kritik
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Sepp Blatter steht mal wieder im Mittelpunkt der Kritik

"Die jüngsten Enthüllungen zeigen, dass das unabhängige Governance-Komitee alles andere als unabhängig war", schrieb UEFA-Sprecher Pedro Pinto bei Twitter.

Laut eines Berichts des Nachrichtenmagazins Der Spiegel soll der 78-jährige Schweizer Blatter über seinen Chefjuristen Einfluss auf einen Abschlussbericht des eigentlich unabhängigen Governance-Komitees IGC genommen haben. In einer Ursprungsversion des vom ehemaligen Komitee-Chef Mark Pieth verfassten Papiers, das am 22. April 2014 veröffentlicht worden war, sei es vor allem um Blatters "Führungsverantwortung während der ISL-Affäre" sowie um dessen "mögliche Mitwisserschaft in dem Skandal" gegangen. Diese Passagen seien aber nach Prüfung des FIFA-Chefjuristen Marco Villiger gestrichen worden, so der Spiegel.

Prinz Ali bin Al Hussein, seit Montag auch offiziell einer von drei Gegenkandidaten Blatters bei der Wahl des FIFA-Präsidenten am 29. Mai, griff die Enthüllungen ebenfalls kritisch auf: "Es scheint einen Beweis zu geben, dass sich in die Ausarbeitung des so genannten unabhängigen Pieth-Berichts eingemischt wurde."

Vorläufige Version wurde an FIFA geschickt

Pieth, bis Ende 2013 noch FIFA-Berater, hat laut Spiegel bestätigt, dass er eine vorläufige und vertrauliche Version an die FIFA-Führung geschickt habe. Dies sei ein "ganz normaler Vorgang" und er sei nicht "ferngesteuert" gewesen. Er habe die Freiheit besessen, Anmerkungen und Einwände in seinem Bericht zu berücksichtigen oder auch nicht. Der Weltverband reagierte in einer Stellungnahme: "Von einer unlauteren Einflussnahme kann keine Rede sein."

Im Bestechungsskandal um den inzwischen pleite gegangenen Marketingriesen ISL ging es um rund 160 Millionen Euro. Blatter überstand die Krise fast folgenlos.


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