Dienstag, 11.11.2014

Die zehn teuersten internationalen Transfers im Check

Genie und Wahnsinn

Sie kosteten vor der Saison über 500 Millionen Euro und schürten hohe Erwartungen bei ihren neuen Klubs. Mittlerweile ist über die Hälfte der Hinrunde vorbei und SPOX gibt einen Überblick über bisher Geleistete der zehn teuersten Sommertransfers 2014/15. Wer hinkt noch etwas hinterher und wer ist sein Geld wert?

Luis Suarez, James Rodriguez und Angel di Maria kosteten ihre Vereine über 235 Millionen Euro
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Luis Suarez, James Rodriguez und Angel di Maria kosteten ihre Vereine über 235 Millionen Euro

Luis Suarez

(81 Mio. Euro | FC Liverpool -> FC Barcelona | 4 Spiele - 0 Tore, 3 Assists)

Zwischen Genie und Wahnsinn gibt es oft keinen großen Unterschied - auch bei Suarez nicht. Auf der einen Seite spult er seine Leistung wie ein Schweizer Uhrwerk herunter, aber im Gegensatz zur Perfektion eines Chronographen scheint ein kleines Zahnrädchen hin und wieder doch einen Aussetzer zu haben.

Die jüngste Biss-Folge war eine Sperre von vier Monaten, weshalb der Nationalspieler aus Uruguay erst im Clasico gegen Real Madrid sein erstes Pflichtspiel für die Katalanen bestritt.

Dort legte er direkt nach vier Minuten den ersten Treffer für Neymar auf, tauchte aber in der Folge komplett ab. Dem 27-Jährigen war die fehlende Spielpraxis noch deutlich anzumerken, nicht einen einzigen Torschuss gab er ab.

Auch wenn das Topspiel gegen Real Madrid nicht unbedingt als Maßstab zu werten ist, wird es noch ein bisschen dauern, bis Suarez voll und ganz in das offensive Spiel mit Neymar und Lionel Messi integriert ist. Bisher wusste er nur mit Vorlagen auf sich aufmerksam zu machen, aber dass er ein Spitzenstürmer ist, hat er bei Liverpool schon zu Genüge bewiesen - auch wenn er sich in Barcelona mehr anpassen müssen wird.

James Rodriguez

(80 Mio. Euro | AS Monaco -> Real Madrid | 19 Spiele - 6 Tore, 6 Assists)

Der Kolumbianer war als WM-Torschützenkönig heiß begehrt, wobei Real Madrid letztendlich den Zuschlag bekam. Es wird überliefert, dass Angel di Maria seinen Platz für den Neuankömmling räumen musste - für viele ein unverständlicher, aber dem WM-Prestige geschuldeter Transfer der Königlichen.

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"Ich weiß nicht, wo James spielt. Aber er hat eine gute Weltmeisterschaft gezeigt und wollte hierher kommen", war die dazu passende Aussage von Real-Präsident Florentino Perez.

Unter Carlo Ancelotti hat er seinen Platz aber gefunden, wobei der 23-Jährige zumeist auf der rechten bzw. halb-rechten Seite agiert und von Beginn an zum Stammpersonal zählt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten fügt sich der offensive Allrounder immer besser in die Mannschaft ein und eine durchschnittliche Passquote von über 87 Prozent ist ebenso beindruckend, wie 51 Prozent gewonnene Zweikämpfe.

Im offensiv ausgerichteten Star-Ballett ist es ohnehin nicht schwer zu glänzen, wobei auch sein Trainer von ihm vollends überzeugt zu sein scheint und ihn als wichtiges Puzzleteil für die perfekte Angriffsmaschinerie sieht: "Sein Können liegt in den Füßen. Wir brauchen diese Qualität für die finalen Pässe."

Angel di Maria

(75 Mio. Euro | Real Madrid -> Manchester United | 10 Spiele - 3 Tore, 5 Assists)

Spielte ein bärenstarkes Champions-League-Finale für Real Madrid und wusste auch bei der WM auf sich aufmerksam zu machen - dennoch war beim spanischen Renommierklub kein Platz mehr für den Argentinier. Nachdem ein Wechsel zum AS Monaco am Geld gescheitert war, landete Di Maria schließlich beim kriselnden Manchester United.

Und der Flügelflitzer startete trotz Systemumstellung bei den Red Devils direkt voll durch, übernahm Verantwortung und zeichnet sich auch für die Standards aus. Drei Tore und fünf Vorlagen in den ersten neun Premier-League-Spielen sprechen eine deutliche Sprache. "Ich fühle mich immer entspannter und gefestigter. Ich habe ein Haus hier und meine Familie ist glücklich", zeigt sich auch Di Maria selbst zufrieden.

Die Fans lieben ihren neuen Star und der bedankt sich mit Leistung. "Bei jeder Ecke, bei jedem Freistoß, ja sogar während des Spiels - immer, wenn ich den Ball habe, spüre ich, dass die Leute vollständig hinter mir stehen. Ich hoffe, dass alles gut läuft und ich noch viele Jahre hier bleiben kann", sagte der Argentinier kürzlich.

Diese Aussagen und den starken Auftakt gilt es nun nachhaltig zu bestätigen, denn die Ablösesumme hat es zweifelsohne in sich - die Voraussetzungen stimmen jedenfalls und mit 26 Jahren ist er im besten Alter.

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David Luiz

(49,5 Mio. Euro | FC Chelsea -> Paris Saint-Germain | 12 Spiele - 1 Tor)

Der brasilianische Innenverteidiger avancierte vor der Saison zum teuersten Abwehrspieler aller Zeiten - trotz zahlreicher anderer Interessenten machte letztendlich PSG das Rennen. "Mir haben die Vorstellungen von PSG gefallen und ich glaube, es war genau der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel", so Luiz, der seinen Vertrag bei Chelsea auch verlängern hätte können.

Neben einer neuen Herausforderung dürfte auch Kumpel, Landsmann und Nationalmannschaftskollege Thiago Silva ein wichtiger Aspekt bei der Entscheidungsfindung gewesen sein, wobei der bis vor kurzem mit einem Muskelfaserriss außer Gefecht gesetzt war.

Der 27-Jährige hat sich trotz wechselnder Partner zu einer festen Größe in der Abwehrzentrale entwickelt - die defensiv relevanten Leistungsdaten sprechen für sich, womit er einen maßgeblichen Anteil hat, dass Paris mit acht Gegentoren bislang auch die beste Defensive der Ligue 1 stellt. Zwar machte er während seiner Chelsea-Zeit immer mal wieder mit dem ein oder anderen Aussetzer auf sich aufmerksam - aber: Nobody's perfect!

Inwiefern der Wert eines Verteidigers generiert wird, ist schwer zu beurteilen - die Nachfrage an Luiz im Sommer war jedenfalls groß, auch wenn er im Moment sicherlich nicht der beste Innenverteidiger der Welt ist. Geld spielt bei Scheich Nasser Al-Khelaifi aber ohnehin keine Rolle, was am Ende auch die Ablösesumme erklärt.

Manchester City: Die Geschichte in Bildern
Ungewohnte Eintracht zwischen Enfant terrible Carlos Tevez und Trainer Roberto Mancini, aber immerhin verbuchen die Citizens hier gegen W.B.A. die CL-Quali für 2013/2014
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Der Argentinier provozierte vor allem in der Meistersaison 2011/2012, wo er konnte. Mancini wäre Tevez gern losgeworden, am Ende gewann City den ersten Titel seit 44 Jahren
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Der Argentinier provozierte vor allem in der Meistersaison 2011/2012, wo er konnte. Mancini wäre Tevez gern losgeworden, am Ende gewann City den ersten Titel seit 44 Jahren
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Wie Peter Schmeichel trug auch Carlos Tevez das Trikot von Manchester United. Tevez wechselte 2009 zum Stadtrivalen - und traf in 108 Spielen schon 59 Mal
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Im Dezember desselben Jahres wurde Roberto Mancini Cheftrainer. 2011 gewann City mit ihm den FA Cup, 2012 die Meisterschaft - dank zweiter Tore in der Nachspielzeit des letzten Spieltags
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Mit Mario Balotelli hatte Mancini einen weiteren hochtalentierten Stinkstiefel in den Reihen, doch der Italiener steht seit Januar 2013 in Diensten des AC Milan
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Mit Mario Balotelli hatte Mancini einen weiteren hochtalentierten Stinkstiefel in den Reihen, doch der Italiener steht seit Januar 2013 in Diensten des AC Milan
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Kun Aguero, Edin Dzeko, dazu Samir Nasri, David Silva und Tevez: Offensiv ist City hochveranlagt - und millionenschwer. Von 2007 bis 2012 zahlte der Klub für 164 neue Spieler etwa 720 Millionen Euro, nahm für 174 Abgänge aber nur 160 Mio. ein...
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Kun Aguero, Edin Dzeko, dazu Samir Nasri, David Silva und Tevez: Offensiv ist City hochveranlagt - und millionenschwer. Von 2007 bis 2012 zahlte der Klub für 164 neue Spieler etwa 720 Millionen Euro, nahm für 174 Abgänge aber nur 160 Mio. ein...
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Allein im Sommer 2010 gab Manchester City sage und schreibe 145 Millionen Euro für neue Spieler aus. Auch der Ex-Hamburger und Jetzt-Münchner Jerome Boateng gehörte dazu
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Allein im Sommer 2010 gab Manchester City sage und schreibe 145 Millionen Euro für neue Spieler aus. Auch der Ex-Hamburger und Jetzt-Münchner Jerome Boateng gehörte dazu
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Der Zehn-Jahres-Vertrag mit Etihad Airways spült dem Klub angeblich 466 Millionen Euro in die Kassen
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Citys Top-Transfer 2009: Emmanuel Adebayor kam für 29 Millionen Euro vom FC Arsenal
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The Nutter with the Putter: Craig Bellamy (r.) kam im Winter 2009 von West Ham United zu Manchester City, jetzt führte er Cardiff City zurück in die Premier League
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Robinho kam 2008 für 43 Millionen Euro von Real Madrid zu Manchester City, spielt aber mittlerweile wieder in Brasilien
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Auch Didi Hamann (r.) spielte für City. Er absolvierte 54 Partien im hellblauen Trikot
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Ein Altbekannter: Stuart Pearce war auch schon Trainer der Citizens
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Peter Schmeichel spielte auch 29 Partien für Manchester City
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Shaun Wright Phillips galt als eines der größten Talente, die je den Sprung in den City-Profikader schafften
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Saison 07/08: Auch der ehemalige England-Coach Sven-Göran Eriksson (r.) war Trainer bei Manchester City
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Marc-Vivien Foe spielte auch für City. Er verstarb beim Confed-Cup 2003 auf dem Platz wegen Herzstillstand - seine Nr. 23 wird nicht mehr vergeben
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Das Manchester-Derby elektrisiert nicht nur die Stadt Manchester
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Der ehemalige Weltfussballer George Weah schnürrte im Jahr 2000 auch die Schuhe für Man City
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Joe Corrigan absolvierte in der Zeit von 1967 bis 1983 592 Spiele für die Citizens
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Bert Trautmann spielte von 1949 bis 1964 für Manchester City. Er erarbeitete sich bei City den Ruf des besten Torhüters der Welt
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Colin Bell stand 1970 beim Gewinn des Europapokals der Pokalsieger in der City-Elf
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Der Deutsche Uwe Rösler (l.) spielte insgesamt 153 mal für City und erzielte dabei 50 Tore
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Michael Tarnat (l.), Kevin Keegan (M.) und David Seaman (r.) waren in der Saison 02/03 zusammen bei Man City
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Eliaquim Mangala

(40 Mio. Euro | FC Porto -> Manchester City | 8 Spiele - 0 Tore, 1 Assist)

Mit 40 Millionen Euro legten die Citizens für den Franzosen einen ordentlichen Batzen Geld auf den Tisch, wobei die Verantwortlichen selbst immer wieder bekräftigen, das Mangala als eine Investition für die Zukunft zu sehen ist.

Dementsprechend unglücklich und holprig verlief dann auch der Start im Etihad nach der WM - zunächst verletzt, dann hinter Martin Demichelis und Vincent Kompany nur dritte Wahl und im zweiten Spiel direkt mit dem Eigentor gegen Hull City. Dazu kommt, dass der Defensivverbund der Sky Blues in dieser Saison bislang ohnehin nicht den souveränsten Eindruck macht.

Aber der 23-Jährige hat in Porto bereits bewiesen, dass er ein ganz Großer werden kann und in den letzten Partien auch schon besser Fuß gefasst. "Er hat alle mentalen, physischen, technischen und taktischen Eigenschaften, um einer der besten Verteidiger Europas zu werden", so sein Trainer Manuel Pellegrini.

Insgesamt besticht er mit einem herausragendem Kopfballspiel und einer körperlichen Spielweise, die wie maßgeschneidert für die Insel erscheint. Allerdings ist auch noch viel Luft nach oben, gerade was die Schnelligkeit anbelangt. Mangala ist ein Rohdiamant, der noch fertig geschliffen werden muss. Dann steht einer glorreichen Karriere nichts mehr im Wege.

Seite 1: Suarez, James, Di Maria, Luiz & Mangala

Seite 2: Costa, Sanchez, Shaw, Herrera & Lukaku

Andreas Königl

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