Blitzlichter aus Europa

"Sergio ist ein guter Junge"

SID
Montag, 15.04.2013 | 13:20 Uhr
Noch einer der harmloseren Gewaltausbrüche am Wochenende in England: Agüero vs. Luiz
© getty
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Italien: Eine mysteriöse Schwalbe macht eine verfluchte Saison noch schlimmer. Ein verwirrter Torwart wird zum Marienkäfer. England: Ein Wochenende der Gewalt vor dem Stadion, im Stadion und auf dem Rasen. Spanien: Sekundentod light, Super-Depor ole und Randale in Elche. Dies und mehr von unseren Korrespondenten in Europa.

Serie A

Von Oliver Birkner

Spiel des Spieltags: Man kann eine Schwalbe eingestehen, sie mit Hundeaugen listig negieren oder auch wie Mauricio Pinilla in mysteriöses Gebrabbel abdriften. Cagliaris Chilene erklärte seinen Strafstoß gegen Inter: "Wenn man dich im Strafraum berührt, muss ein Stürmer auch gut im Bewerten der Spiel-Situation sein. Als ich etwas spürte, habe ich mich fallenlassen. Das bedeutet dann klarer Elfmeter. Und es war ja kein Fallenlassen, weil ich eine Berührung gespürt habe."

Aha. Pinillas Einschätzung verlief ungefähr so rumpelig wie die letzten beiden Inter-Spielzeiten, in denen die Mailänder schon 26 Niederlagen sammelten - zwischen 2005 und 2011 waren es insgesamt 28. "Es ist eine verfluchte Saison", sagte ein resignierter Trainer Andrea Stramaccioni nach der 0:2-Niederlage. Recht und Teilschuld hat er. Für die beiden erneuten Verletzungen (Gargano, Nagatomo) kann er freilich nichts. Mittlerweile beläuft sich die Verletzten-Bilanz seit Saisonbeginn auf über 30 Fälle.

Parallel stellt Inter im kopfschüttelnden Chaos den einzigen Klub, bei dem Profis während des Saisonverlaufes offensichtlich zunehmen - nicht an Muskelmasse. Die Silhouetten von Juan Jesus und Fredy Guarin haben sich im Vergleich zu September wundersam ins Breitbildformat verschoben. Eine wahrlich verfluchte Saison, die im Mai endlich vorüber ist.

Mann des Spieltags: Ab und zu müssen ja auch mal die Torhüter prämiert werden, und so geht der Preis heute unumstritten an Stefano Sorrentino. Sein abstiegsbedrohtes Palermo befand sich gegen Bologna auf dem Weg zum dritten Sieg in Folge, als der Keeper zum Meisterwerk bat: Sorrentino warf sich in Richtung Ball, erinnerte sich dann plötzlich, dass es sich um einen Rückpass handelte und torpedierte sich flugs regelkonform über das Spielgerät - unbezahlbar! Manolo Gabbiadini sagte Grazie und glich zum Endstand aus. Der Comedian Gene Gnocchi sorgte zum Glück für Aufklärung: "Beim Überschlag auf dem Rasen sah Sorrentino ein Exemplar des äußerst raren "Marienkäfer bulturazis", die er seit seiner Kindheit sammelt. Sie besitzen Punkte einer seltenen Kolorierung, deshalb konnte er sich diesen natürlich nicht entwischen lassen." Sollten Palermo am Saisonende zwei Zähler fehlen, wissen wir warum: Schuld war nicht der Bossanova, sondern ein Marienkäfer bulturazis.

Und sonst? Nägelkauend wartet Italien auf den 18. April - dann endlich steigt die Premiere der Sky-Serie: "Bobo und Marco - die Tanzkönige". In acht Folgen reisen wir mit den Ex-Fußballern Bobo Vieri und Marco Delvecchio in die Wiegen der berühmtesten Tänze um die Welt, die zweifelsohne seit Jahrzehnten auf diesen Kracher gewartet hat. Beide nahmen bereits am italienischen Pendant zu "Let's Dance" teil, jetzt duellieren sie sich mit lokalen Größen in Santo Domingo, Wien oder Buenos Aires. Beide sollen uns zudem - Achtung! - auch die Kultur des Landes näherbringen. Im Trailer zur ersten Tanz-Bonanza in Kuba sehen wir Bobo und Marco deshalb folgerichtig beim Plantschen mit zwei aparten Bikini-Schnitten am Strand. Nur noch drei Tage, dann ist es endlich soweit: Bobo, Marco, wahre Kultur - und alles in echtem HD!

Noch was: Das Ausscheiden der Juventus gegen Bayern hatte manch italienischer TV-Showmaster vorausgeahnt. Einer twitterte am Mittwoch schon nach 20 Minuten: "Juve macht heute selbst mit Viagra keine drei Tore." Ein anderer hatte angekündigt, im Falle des Weiterkommens, die 25 Kilometer von seiner Dienstwohnung zum Vatikan zu pilgern, dort auf die Knie zu fallen und tags drauf Antonio Conte ein Denkmal auf der größten Piazza in Turin zu errichten. Die Turiner Kunstliebhaber dürften den Bayern dankbar gewesen sein.

Italien: Mysteriöses Gebrabbel, seltener Marienkäfer

England: Gewalt, Gewalt, Gewalt

Spanien: Sekundentod light und Super-Depor

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