Freitag, 27.06.2008

Aufatmen im deutschen Lager

Frings meldet sich fit fürs Finale

Tenero - Nationalspieler Torsten Frings hat sich vor dem EM-Finale gegen Spanien fit gemeldet.

EM 2008, Fussball, Deutschland, Frings, Finale
© DPA

"Mir geht es richtig gut. Ich freue mich aufs Finale. Der Trainer Frings würde den Spieler Frings auf jeden Fall aufstellen", sagte der Mittelfeldspieler in Tenero trotz seines Rippenbruchs.

Frings dürfte im Vergleich zum Halbfinal-Erfolg über die Türkei die einzige Änderung in der Startelf sein. Teammanager Oliver Bierhoff forderte von der Mannschaft, "das Herz in die Hand zu nehmen".

"Wir sind in der Lage, Europameister zu werden"

Trotz Respekts vor den Spaniern glaubt Innenverteidiger Christoph Metzelder an den Titelgewinn: "Wir sind in der Lage, Europameister zu werden."

Wie erleichtert Frings über seinen Gesundheitzustand ist, war schon beim Jubel über das 2:1 gegen die Türkei zu sehen: Als die Teamkollegen den Treffer von Miroslav Klose feierten, bedankte sich auch Frings. Aber nicht beim Torschützen, sondern beim Ärzteteam um Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt auf der deutschen Ersatzbank - denn dieses hatte nach dem Rippenbruch aus dem Österreich-Spiel entscheidenden Anteil am Einsatz.

Wegen der Blessur hatte er das Viertelfinale gegen Portugal verpasst und schmorte auch die ersten 45 Minuten gegen die Türkei auf der Bank, ehe er für den schwachen und verletzten Simon Rolfes ran durfte.

Einsatz zur zweiten Halbzeit

Als sich Frings in der Halbzeitpause des grünen Aufwärmleibchens entledigte und auf den Rasen schritt, war dem 76-maligen Nationalspieler der Siegeswille förmlich ins Gesicht geschrieben.

Hochkonzentriert lauschte er der knappen Anweisung von Löw, streifte sich noch einmal kurz mit der linken Hand die langen Haare hinter das Ohr - und los ging's. Die Arbeitsbiene packte gleich ein paar herzhafte Grätschen aus, musste nach einem Mertesacker-Fehler Kopf und Kragen riskieren, aber auch selbst gehörig einstecken.

In der 53. Minute wurde er von Semih gefällt, doch trotz seiner schmerzhaften und durch einen Spezialschutz geschützten Rippe rappelte er sich gleich wieder auf.

Halbfinal-Trauma bewältigt

Frings wollte unbedingt, das war in fast jedem Zweikampf spürbar. "Wir wollen Euch kämpfen sehen", schallte es nach einer guten Stunde aus der deutschen Fankurve über den Rasen des St.-Jakob-Parks.

In Sachen Kampf war der eingewechselte Bremer jedenfalls ein Vorbild. Vorrangig ging es für ihn natürlich um den Final-Einzug seines Teams, aber auch um die Bewältigung der persönlichen Halbfinal-Vergangenheit.

"Wir haben im Verein lange auf ihn gewartet, um durch seine Leistung die Champions League zu erreichen", hatte Teamkollege Per Mertesacker vor dem Spiel erklärt - diesmal reichte es wie bei der WM 2002 für das zweite große Endspiel für Frings.


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