Squadra rivoluzionaria

Von Jochen Tittmar
Freitag, 13.06.2008 | 13:23 Uhr
em 2008, italien, team, donadoni
© Getty
Advertisement
PDC World Championship
Do14.12.
Wahnsinn im Ally Pally:
Die Darts-WM auf DAZN
La Liga
Sa23.12.
El Clasico auf DAZN:
Real Madrid vs. Barcelona
FIFA Club World Cup
Casablanca -
Urawa
FIFA Club World Cup
Gremio -
Pachuca
Serie A
Genua -
Atalanta
Coppa Italia
Inter Mailand -
Pordenone
Premier League
Huddersfield -
Chelsea
Coupe de la Ligue
Monaco -
Caen
Premier League
Crystal Palace -
Watford (DELAYED)
Premier League
Burnley -
Stoke (DELAYED)
Super Liga
Partizan -
Roter Stern
FIFA Club World Cup
Al Jazira -
Real Madrid
Eredivisie
Groningen -
PSV
Coupe de la Ligue
Rennes -
Marseille
Coppa Italia
AC Mailand -
Hellas Verona
Eredivisie
Feyenoord -
Heerenveen
Premiership
Hibernian – Glasgow Rangers
Premier League
West Ham -
Arsenal
Coupe de la Ligue
Straßburg -
PSG
Premier League
Liverpool -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Newcastle -
Everton (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Man United -
Bournemouth (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Man City (DELAYED)
Premier League
Tottenham -
Brighton (DELAYED)
Copa Sudamericana
Flamengo -
Independiente
Indian Super League
Pune -
Bengaluru
Coppa Italia
Lazio -
Cittadella
A-League
FC Sydney -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
NorthEast Utd
Ligue 1
St. Etienne -
Monaco
Championship
Sheffield Wed -
Wolverhampton
Primera División
Sevilla -
Levante
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
FC Porto -
Maritimo Funchal
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Napoli -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
Saint-Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Strasbourg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennaiyin -
Kerala Blasters
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Championship
Aston Villa -
Sheff Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
Roma
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II

München - Wenn ihnen Unrecht getan wird, ist kein Land der Welt so dramatisch-leidenschaftlich wie die Italiener.

Wenn man einem Luca Toni oder Filippo Inzaghi beim Lamentieren auf dem Fußballfeld zuschaut, könnte man meinen, dass den internationalen Theaterhäusern talentierte Tragödienschauspieler durch die Lappen gegangen sind. 

Und auch die heimischen Medien reagieren mit theatralischem Zorn, gerade wenn die eigene Leistung auf dem Rasen besonders mies war.

So geschehen nach dem ersten Gruppenspiel der Azzurri gegen die Niederlande (0:3), der höchsten EM-Niederlage aller Zeiten. Ein Schuldiger wird gesucht, der all das Unrecht auf sich laden muss.

Wenn man den Blätterwald am Tag nach der Blamage durchforstet, macht man diesen prompt ausfindig: Plakative Schlagzeilen wie "Disastro Donadoni" und "Gebt uns Lippi zurück" nageln Trainer Roberto Donadoni an die Wand wie Jesus ans Kreuz.

Pirlo übt Kritik am Trainer

"Ehrlich gesagt, habe ich auf die Lippi-Schlagzeilen nur gewartet", reagiert der Prügelknabe gelassen. Doch die Headlines produzieren mittlerweile sogar die Hauptakteure selbst.

"Die Wechsel hätten früher kommen müssen", zitierte die "Gazzetta dello Sport" Mittelfeldspieler Andrea Pirlo nach dem Desaster gegen die Elftal. Die gleiche Zeitung, die auch von einer regelrechten Spielerrevolte berichtete.

So sollen Spieler SMS an Daheimgebliebene (man munkelt, dass es sich um Filippo Inzaghi und Massimo Oddo gehandelt hat) geschickt und beklagt haben, dass die Aufstellung zu spät verraten wird und man ängstlich auf den Platz geht. Chaos in Blau! Gründe?

Toni und Zambrotta glätten die Wogen

"Grundsätzlich hat Donadoni als Trainer nicht so eine Ausstrahlung wie Lippi. Bei Lippi wäre öffentliche Kritik am Trainer nie laut geworden. Es ist erstaunlich, dass sich Pirlo äußert, weil das ein Spieler ist, der normalerweise nie den Mund aufmacht", sagt Jan Henkel, Premiere-Kommentator und Intimkenner des italienischen Fußballs, im Gespräch mit SPOX.com.

Um nicht noch für mehr Erstaunen zu sorgen, wurden mit Luca Toni und Gianluca Zambrotta gleich zwei Jungs vorgeschickt, die sich mit Aussagen wie "Wir werden auch für Roberto Donadoni siegen, der zu Unrecht massakriert wird" und "Wir stehen alle zu Donadoni" bemühen, dem Trubel um die Squadra Azzurra Einhalt zu gebieten.

Doch darüber, ob das "Massaker" am Trainer gerechtfertigt ist, lässt sich trefflich streiten. Es ist allerdings zu offensichtlich, dass der italienische Coach gegen Holland Fehler begangen hat.

"Dann ist er zum Abschuss freigegeben"

"Einen De Rossi, der beim AS Rom eine überragende Saison gespielt hat, nicht aufzustellen, kann keiner verstehen. Zudem hat Donadoni auf das Mailänder Mittelfeld mit Pirlo, Ambrosini und Gattuso gesetzt, wobei der AC alles andere als eine gute Saison gespielt hat. Diskussionswürdig ist auch die Aufstellung von Camoranesi. Da hätte er Perrotta spielen lassen müssen", meint Henkel.

Und: "Taktik ist ja in Italien Thema Nummer eins. Wenn der Nationaltrainer dann offensichtlich wichtige Positionen falsch besetzt, dann ist er zum Abschuss freigegeben."

Auch das Abwehrgebilde ohne den verletzten Weltfußballer Fabio Cannavaro zeigte sich alles andere als stabil. Marco Materazzi und Christian Panucci konnten der traditionell bombensicheren Defensive nie den nötigen Halt geben. Drei Tore in einem Spiel, eins mehr als Italien während der gesamten WM 2006 einstecken musste.

Revolution in blau

Allesamt Fehler, die nun einer großangelegten Korrektur bedürfen. Und der Trainer macht mit. In der Partie mit Endspielcharakter gegen Rumänien (Fr., 17.45 Uhr im SPOX-TICKER) krempelt Donadoni das halbe Team um, was für italienische Verhältnisse einer Revolution gleicht.

"Ich werde drei oder vier Wechsel vornehmen. Zwei davon betreffen Del Piero und Chiellini", ließ sich Donadoni bereits entlocken.

Wie die "Gazzetta dello Sport" erfahren haben will, soll ein 4-3-1-2-System die nötige Besserung herbeirufen. Dabei scheint es, dass Panucci neben dem plötzlich gesetzten Chiellini in der Innenverteidigung gegenüber Andrea Barzagli favorisiert wird.

Rom statt Mailand

Die linke Abwehrseite nimmt nach seinem ansprechenden Kurzeinsatz Fabio Grosso ein, Zambrotta rückt demnach nach rechts.

Revolution auch im Mittelfeld: Dort soll der angesprochene De Rossi als Staubsauger vor der Abwehr fungieren, Mauro Camoranesi rückt nach innen und gibt den Spielmacher. Flankiert wird er von Pirlo auf links und Perrotta auf rechts. Anders ausgedrückt: Rom ersetzt Milan, Gattuso bleibt als erstes prominentes Bauernopfer nur die Bank. Den Sturm bilden Bayern-Torjäger Toni und Del Piero.

Um den Super-GAU abzuwenden, verlangt Donadoni gegen die Rumänen "von jedem Spieler das Maximum. Wir brauchen Geduld und eine sehr hohe Laufbereitschaft. Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, den Gegner zu kontrollieren."

Teamgeist auf dem Prüfstand

Der Weltmeister steht gehörig unter Druck und ist jetzt als Team gefordert.

"Ich glaube, dass so eine Situation für den Teamgeist gar nicht so schlecht ist. Das ist ja das Schöne bei den Italienern. Vor der WM 2006 hat keiner damit gerechnet, dass die mit ihren ganzen Skandalen und sonstigen Geschichten eine große Rolle spielen. Die haben sich da einfach zusammengerauft und dann kam der Teamgeist durch", sagt Henkel.

Was unterm Strich dabei herauskam, ist bekannt.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung