Deutschland, Polen, EM 2008

Traumstart dank Podolski

Von Stefan Moser / Stefan Rommel / Florian Bogner
Sonntag, 08.06.2008 | 22:38 Uhr
EM, Euro, Deutschland, DFB-Elf, polen, vorrunde, gruppe b, klagenfurt, fußball
© Getty
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München/Klagenfurt - Einstand nach Maß für das DFB-Team! Im ersten Spiel der Europameisterschaft hat der WM-Dritte den Nachbarn aus Polen mit 2:0 (1:0) bezwungen und damit die Führung in der Gruppe B übernommen.

Überragender Akteur auf deutscher Seite war ausgerechnet der in Polen geborene Lukas Podolski, der im linken Mittelfeld wirbeln durfte und beide Tore erzielte (20./72.).  Beide Male lieferte Miroslav Klose - ebenfalls in Polen aufgewachsen - die Vorarbeit.

Mit dem Auftaktsieg beendete das Team von Joachim Löw eine zwölfjährige Durststrecke: Zuletzt hatte Deutschland beim Triumph 1996 in London ein EM-Spiel gewonnen. Bei den Turnieren in den Jahren 2000 und 2004 war das DFB-Team jeweils sieglos in der Vorrunde gescheitert.

Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Spiel: Löw lässt Schweinsteiger auf der Bank. Dafür spielt Podolski im linken Mittelfeld, Fritz beginnt auf Rechts. Gomez stürmt neben Klose.

1.: Die Polen bringen den Ball hoch in den deutschen Strafraum. Lehmann kommt raus und kracht mit Mertesacker zusammen. Der Ball landet bei Krzynowek, der den Ball aus 16 Metern über das Tor haut.

3.: Riesenchance für Deutschland! Ballack schickt Klose. Der läuft alleine auf Boruc zu, legt aber noch mal quer für Gomez. Der stochert den Ball knapp am rechten Pfosten vorbei.

20., 1:0, Podolski: Gomez leitet den Angriff mit einem tollen Ball auf Klose ein. Der Bayern-Stürmer geht erneut allein auf Boruc zu und spielt erneut in die Mitte ab. Diesmal steht dort Podolski, der keine Probleme hat, den Ball im Tor unterzubringen.

36.: Zurawski mit der Chance zum Ausgleich! Lobodzinski setzt sich rechts gegen Jansen durch und flankt flach nach innen. Zurawski schießt nur knapp am langen Pfosten vorbei.

55.: Krzynowek packt aus über 30 Metern den Hammer aus. Der Ball geht knapp vorbei, aber Löw tobt an der Seitenlinie. Bisher kam zu wenig in Hälfte zwei!

59.: Guerreiro spaziert unbehelligt in den Strafraum und versucht,  Smolarek zu bedienen. Mertesacker bekommt im letzten Moment die Fußspitze dazwischen. Glück für Deutschland!

70.: Klasse Angriff der DFB-Elf! Lahm legt in den Rücken der polnischen Verteidiger auf Ballack zurück. Der Kapitän fackelt nicht lange und bringt den Ball scharf aufs Tor. Boruc fliegt und bekommt die Finger dran...Tolle Chance und super Parade!

72., 2:0, Podolski: Die Polen haben den Ball eigentlich schon, doch Schweinsteiger setzt nach und erkämpft sich das Ding an der Strafraumgrenze. Der Ball kommt zu Klose, der semmelt vorbei, so kommt der Ball zu Podolski, der die Pille volley ins Kreuzeck zimmert! Unhaltbar für Boruc!

84.: Und da wär's doch noch fast passiert! Guerreiro flankt auf Saganowski, doch Lehmann bekommt die Hand noch an den Kopfball. Den Abpraller von Lahm hält er sicher fest.

So lief das Spiel: Hochklassige und turbulente Anfangsphase mit Torchancen auf beiden Seiten. Deutschland sehr giftig und präsent. Das DFB-Team gewann die Mehrzahl der Zweikämpfe im Mittelfeld und wurde nach 20 Minuten mit dem 1:0 für die zielstrebige Spielweise belohnt. Nach der Führung stand Deutschland deutlich tiefer, blieb aber weiterhin gefährlich.

Nach der Pause begann die Löw-Elf zunächst recht passiv. Die Polen druckvoll und gefällig, allerdings nicht immer zwingend. Deutschland beendete die durchaus brenzlige Phase durch das 2:0 in der 72. Minute und spielte die Partie anschließend sehr überzeugend nach Hause.

Star des Spiels: Lukas Podolski rechtfertigte eindrucksvoll seine Aufstellung im linken Mittelfeld. War von Anfang extrem engagiert und vor allem in der ersten Halbzeit bester deutscher Spieler - auch weil er gut in der Defensive arbeitete. Dazu die emotionale Kiste mit den Treffern gegen sein Geburtsland: Poldi verkniff sich den Torjubel. Er baute zwar in der zweiten Hälfte wie der Rest der Mannschaft zwischenzeitlich etwas ab, krönte seine insgesamt bärenstarke Leistung aber mit einem Traumtor zum 2:0.

Gurke des Spiels: Die deutschen Standards. Vier Trainingseinheiten setzte Joachim Löw extra an, um Ecken und Freistöße zu üben. Leider vergeblich: Wie so häufig war die DFB-Elf bei ruhenden Bällen viel zu harmlos.

Die Lehren des Spiels: In der Form der ersten Halbzeit ist Deutschland klar die stärkste Mannschaft der Gruppe B. Allerdings zeigte die zweite Hälfte auch - wie schon die letzten Testspiele - dass die Konstanz über 90 Minuten noch fehlt. Ein Sieg in solch einem engen Spiel aber gibt Selbstvertrauen und die nötige Lockerheit für den Rest des Turniers.

Noch zwei Dinge: Joachim Löws Schachzug mit Podolski im linken Mittelfeld ging perfekt auf, mit den Leuten auf der Bank hat Löw noch genügend Alternativen, sowohl personell als auch taktisch.

Die Wackelkandidaten Metzelder und Lehmann sind immer noch nicht bei 100 Prozent, zeigen aber aufsteigende Form.

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