Mario Gomez im Blickpunkt

Die deutsche Sturmkrise

Von Für SPOX.com in Ascona: Stefan Rommel
Dienstag, 17.06.2008 | 15:50 Uhr
em, fußball, deutschland, gomez, klose, loew, sturm, krise
© Getty
Advertisement
Bundesliga
FrJetzt
Bayern-Wolfsburg: Die Highlights vom Freitag
Scottish Premiership
Sa13:00
Rangers-Celtic: Das Old Firm in Glasgow steht an!
J1 League
Kashima -
Gamba Osaka
J1 League
Kobe -
Kawasaki
Primera División
Atletico Madrid -
Sevilla
Premiership
Rangers -
Celtic
Premier League
West Ham -
Tottenham
CSL
Tianjin Teda -
Tianjin Quanjian
Serie A
AS Rom -
Udinese
Premier League
Man City -
Crystal Palace
Championship
Derby County -
Birmingham
Primera División
Alaves -
Real Madrid
Ligue 1
Montpellier -
PSG
Serie A
SPAL -
Neapel
Premier League
Leicester -
Liverpool
Primera División
Malaga -
Bilbao
Championship
Aston Villa -
Nottingham
Ligue 1
Bordeaux -
Guingamp
Ligue 1
Caen -
Amiens
Ligue 1
Lyon -
Dijon
Ligue 1
Metz -
Troyes
Premier League
Stoke -
Chelsea (Delayed)
Primera División
Girona -
Barcelona
Serie A
Juventus -
FC Turin
Primeira Liga
Benfica -
Pacos Ferreira
Premier League
Everton -
Bournemouth (Delayed)
Premier League
Swansea -
Watford (Delayed)
Premier League
Burnley -
Huddersfield (Delayed)
Premier League
Southampton -
Man United (Delayed)
Serie A
Flamengo -
Avai
Primera División
Espanyol -
La Coruna
Eredivisie
Utrecht -
PSV
Serie A
Sampdoria -
AC Mailand
Premiership
Motherwell -
Aberdeen
Championship
Sheffield Wed -
Sheffield Utd
Eredivisie
Ajax -
Vitesse
Ligue 1
St. Etienne -
Rennes
Serie A
Cagliari -
Chievo Verona
Serie A
Crotone -
Benevento
Serie A
Hellas Verona -
Lazio
Serie A
Inter Mailand -
Genua
Premier League
Rostow -
Lok Moskau
Primera División
Getafe -
Villarreal
Ligue 1
Straßburg -
Nantes
Premier League
Brighton -
Newcastle
First Division A
Charleroi -
Brügge
Serie A
Sassuolo -
Bologna
Primera División
Las Palmas -
Leganes
Primera División
Eibar -
Celta Vigo
1. HNL
Hajduk Split -
Lokomotiva Zagreb
Super Liga
Rad -
Partizan
Primera División
Real Sociedad -
Valencia
Serie A
Florenz -
Atalanta
Ligue 1
Marseille -
Toulouse
Ligue 2
Clermont -
Lens
Premier League
Arsenal -
West Brom
Primera División
Real Betis -
Levante
Copa do Brasil
Cruzeiro -
Flamengo
Ligue 1
Monaco -
Montpellier
Premiership
Hamilton -
Rangers
Championship
QPR -
Fulham
Primera División
Celta Vigo -
Girona
J1 League
Niigata -
Kobe
J1 League
Kawasaki -
Cerezo Cosaka
Primera División
Deportivo -
Getafe
Premier League
Huddersfield -
Tottenham
Premier League
Man Utd -
Crystal Palace
Championship
Ipswich -
Bristol City
Primera División
Sevilla -
Malaga
Ligue 1
PSG -
Bordeaux
Serie A
Udinese -
Sampdoria
Premier League
Chelsea -
Man City
Primera División
Levante -
Alaves
Championship
Reading -
Norwich
Ligue 1
Amiens -
Lille
Ligue 1
Dijon -
Straßburg
Ligue 1
Guingamp -
Toulouse
Ligue 1
Nantes -
Metz
Ligue 1
Rennes -
Caen
Premier League
Stoke -
Southampton (Delayed)
Primera División
Leganes -
Atletico Madrid
Serie A
Genua -
Bologna
Premier League
Bournemouth -
Leicester (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Swansea (DELAYED)
Premier League
West Brom -
Watford (DELAYED)
Serie A
Palmeiras -
Santos
Serie A
Neapel -
Cagliari
Premier League
Arsenal -
Brighton
Championship
Sheffield Wed -
Leeds
Ligue 1
Troyes -
St. Etienne
Serie A
Benevento -
Inter Mailand
Serie A
Chievo Verona -
Florenz
Serie A
Lazio -
Sassuolo
Serie A
SPAL -
Crotone
Serie A
FC Turin -
Hellas Verona
Primera División
Barcelona -
Las Palmas
Ligue 1
Angers -
Lyon
Primera División
Real Madrid -
Espanyol
Ligue 1
Nizza -
Marseille
WC Qualification South America
Bolivien -
Brasilien
WC Qualification South America
Venezuela -
Uruguay
WC Qualification South America
Kolumbien -
Paraguay
WC Qualification South America
Chile -
Ecuador
WC Qualification South America
Argentinien -
Peru
WC Qualification Europe
Georgien -
Wales
WC Qualification Europe
Italien -
Mazedonien
WC Qualification Europe
Liechtenstein -
Israel
WC Qualification Europe
Spanien -
Albanien
WC Qualification Europe
Kroatien -
Finnland
WC Qualification Europe
Kosovo -
Ukraine

Ascona - Es gab eine Zeit im Leben von Mario Gomez, da beschenkte er alles und jeden um sich herum. 

Den VfB Stuttgart vor einem Jahr mit dem Deutschen Meistertitel und der Verlängerung seines Vertrags bis ins Jahr 2012.

Der Heimatgemeinde seiner Großeltern Don Jose und Dona Torcuata inmitten der spanischen Sierra Nevada, dem verschlafenen 300-Seelen-Örtchen Albunan, schenkte er eine Straße, die zufälligerweise auch noch seinen Namen trägt.

Deutschland schenkte er eine neue Sturmhoffnung, vielleicht die größte seit Rudi Völler, weil so komplett, so wuchtig, so lernbereit und selbst in jungen Jahren schon so eiskalt vor dem Tor.

Auszeichnung und Last zugleich

Dass er sich selbst nach einer erneut fulminanten Saison in Bundesliga und Champions League mit jeder Menge Post europäischer Top-Klubs beschenkte, gehört zum Geschäft. Es ist Auszeichnung und Last zugleich. Aber das erfährt Gomez erst jetzt.

Mario Gomez' Weg zeigte bisher nur steil nach oben, anders kann man das nicht sagen. Bei seinem ersten großen Turnier galt es, die nächste Stufe zu zünden. Tore erzielen, auffallen, interessant machen vor den Augen der Welt.

Heraus kamen bisher ein vergeblich gegrätschter Versuch gegen Polen und eine Kerze, zwei Meter vor dem gegnerischen Tor der Österreicher abgefeuert - und natürlich nicht erfolgreich.

Erste echte Krise

Gomez nimmt sich die erste Krise seiner noch jungen Laufbahn. Und er nimmt sie sich zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt. "Der Mario hat im Moment nicht die Form, die wir von ihm kennen", sagte Joachim Löw.

Er gilt als großer Fan des Stuttgarters, aber auch dem Bundestrainer gehen die Argumente bald aus. "Er kann sein Können momentan nicht so umsetzen, wie wir es von ihm gewohnt sind."

Natürlich wird jetzt ständig darüber spekuliert, ob Gomez bei dem ganzen Hickhack um seine Person überhaupt bei der Sache sein kann. Gomez ist 22 Jahre alt, da hantiert man für gewöhnlich nicht mit Summen, die sich bei etwa 30 Millionen einpendeln.

"Ich habe mit ihm gesprochen und er hat mir versichert, dass ihn die ganzen Spekulationen um ihn nicht beeinflussen in seiner Leistung", sagt zwar Löw. Ob er das aber auch wirklich so meint?

Nicht angekommen bei der EM

Nicht erst nach seiner verpassten Großchance, einer "tausendprozentigen", wie Teamkollege Torsten Frings lakonisch und mathematisch nicht ganz korrekt feststellte, ist jedem klar, dass Gomez geistig nicht angekommen ist bei dieser EM. Wenigstens im Nachsetzen hätte er den Ball versenken müssen. Ein Gomez im Topform und frei von Ballast hätte Ball und Gegenspieler Garics über die Linie gewuchtet. Aber Gomez reagierte noch nicht einmal.

Nach seiner Erlösung durch Co-Trainer Hansi Flick nach 60 Minuten verbarg er sein Gesicht unter einem Aufwärmpulli, so wie es Tennisprofis immer machen bei den Seitenwechseln. Gomez ist zu clever, um nicht selbst zu wissen, dass er eine große und vielleicht auch seine letzte Chance verwirkt hat, bei dieser EM von Beginn an zu glänzen.

Störfeuer von außen

Aber ist es auch seine Schuld? "Bevor ein junger, hochbegabter Spieler zu einem großen Klub ins Ausland wechselt, ist es doch klar, dass sich der FC Bayern mit diesem Thema beschäftigt", sagte Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge der "Bild".

Es war der bisher letzte Angriff von außerhalb. Und auch wenn Rummenigge nur seinen Job macht und für seinen Verein das Beste rausholen will, treibt er doch die Spirale weiter voran, in die Gomez in der Zwischenzeit geraten ist.

Während es um die übrigen 22 Spieler im Kader relativ ruhig ist, erscheinen fast täglich neue Meldungen um Gomez und seine möglichen zukünftigen Arbeitgeber. Sein Berater Uli Ferber hat den Ernst der Lage mittlerweile erkannt und lässt sich zu keinen weiteren Kommentaren hinreißen. Nur: Dafür ist es viel zu spät.

Keine Harmonie mit Klose

Als großer Hoffnungsträger und mit einer Torquote von 0,875 Treffern pro Spiel ging Gomez in das Turnier, nach drei Partien droht ihm nun im großen Kampf gegen Portugal die Bank (Do., 20.30 Uhr im SPOX-Ticker).

Die Gomez-Krise ist auch die Krise des deutschen Angriffs. Miroslav Klose ist zwar wieder in jener Rolle aktiv, die er auch beim FC Bayern bekleidete: Als generöser Vorbereiter, aber vor dem Tor viel zu devot und in der derzeitigen Verfassung kein Torjäger im eigentlichen Wortsinne.

Das Zusammenspiel mit Gomez ist zu eintönig, immer wieder stoßen beide vertikal nach vorne, gekreuzt haben sie bisher kaum, sich vielmehr durch ihre unangepassten Laufwege selbst der Räume beraubt.

Podolski lobt sich selbst weg

Kevin Kuranyi schaffte es bisher trotz eines Null-Tore-Klose und eines Null-Tore-Gomez zu einem läppischen Zehn-Minuten-Kuranyi, mehr nicht. Offenbar sieht ihn Löw nicht als ernsthafte Alternative für die Startelf.

Oliver Neuville gereicht zu wertvollen Jokereinsätzen, 90 Minuten auf europäischem Topniveau sind für den 35-Jährigen aber mindestens 60 Minuten zu viel. Und da sich Lukas Podolski durch seine wunderbaren Auftritte im Mittelfeld fürs Erste quasi selbst von seinem angestammten Arbeitsplatz wegkomplimentiert hat, bleibt wenig Auswahl.

Durchhalteparolen von Löw

Also doch wieder Gomez gegen die Portugiesen? "Wir haben weiter Vertrauen zu ihm und glauben an ihn", sagt Löw. "Wir werden auf ihn bauen und auch im Laufe des Turniers noch von seiner Qualität profitieren." Klingt versöhnlich, aber ähnlich hat Löw auch schon über Bastian Schweinsteiger gesprochen - und ihn dann auf die Bank gesetzt.

Der Umworbene, Niedergeschlagene, Ernüchterte selbst wollte sich nicht zu seiner derzeitigen Form und Situation äußern. "Versteht mich doch bitte", sagte Gomez kurz den wartenden Journalisten nach dem 1:0 gegen Österreich.

Er hat die Zeichen der Zeit erkannt. Aber womöglich ist es jetzt zu spät.

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung