Donnerstag, 29.05.2008

EM 2008

Titelreife deutsche Fan-Betreuung

Leipzig - Zumindest in der Fan-Betreuung stellt Deutschland bei der Europameisterschaft in Österreich und der Schweiz eine titelreife Mannschaft.

Fußball, EM, Fans
© DPA

Ein zwölfköpfiges Fan-Projekt-Team wird sich in den drei Spielorten der deutschen Nationalmannschaft um die Wünsche oder auch Sorgen der Schlachtenbummler kümmern und will so zu einem friedlichen Fußball-Fest beitragen.

"So eine EM ist eine Ausnahmesituation im positiven Sinne. Dafür sind wir gerüstet. Wer keine Probleme hat, macht auch keine", erklärte Michael Gabriel von der Koordinierungsstelle Fan-Projekte (KOS).

Platter: "Ich möchte ein Fest haben"

Deswegen ist er auch zuversichtlich, dass es bei der EM 2008 keine Krawalle geben wird und Chaoten ins Leere laufen. "Die werden keine Chance haben, weil alles viel zu nett ist. Die finden keinen Gegenüber", sagte Gabriel.

Eine ähnliche Prognose gab auch Österreichs Innenminister Günther Platter ab. "Ich möchte während der EM keine Festung haben, sondern ein Fest", erklärte der Politiker. Er gehe davon aus, dass 99 Prozent der Fans friedlich sein werden.

Nach Einschätzung der KOS hat sich das Sicherheitskonzept der EM- und WM-Gastgeber seit 2000 (Gabriel: "Da konnte man von Polizeifestspielen sprechen") stetig verbessert. Höhepunkt sei die WM in Deutschland gewesen. "Das haben die Österreicher und Schweizer übernommen", so Gabriel.

Deutsche Massen werden erwartet

Wegen der Nähe zu Deutschland rechnet die bei der Deutschen Sportjugend (dsj) angesiedelte KOS mit einem Ansturm von Anhängern aus der Heimat. Vor vier Jahren in Portugal waren es 25.000 Fans. "Genau kann man nicht sagen, wie viele kommen werden, aber wir erwarten wesentlich mehr, also 25 000 plus X", sagte Gabriel.

Für die Fans in den drei Spielorten Klagenfurt, Wien und eventuell Basel ständig da zu sein, ist nicht billig. Sollte das Team von Bundestrainer Joachim Löw bis ins Finale vorstoßen, sind Kosten von rund 100.000 Euro veranschlagt.

Diese zahlt zu 80 Prozent der Deutsche Fußball-Bund (DFB), die restlichen 20 Prozent schießt Europas Fußball-Verband UEFA zu.

Knallrotes Fanmobil

Im Mittelpunkt der deutschen Fan-Betreuung steht das knallrote Fan-Mobil. Der umgebaute Oldtimer-Bus genügt mit einem Verbrauch von 20 Liter Diesel auf 100 Kilometer zwar schon längst nicht mehr aktuellen ökologischen Ansprüchen.

Für die Sozialarbeit vor Ort aber ist das Gefährt unerlässlich. In den deutschen Spielorten wird der alte Mercedes an zentralen Stellen in der Stadt stehen. Neben den deutschen Fan-Betreuern sind Kollegen aus neun weiteren Nationen am Ort, um Anlaufpunkt für die Anhänger zu sein.

Wenn das Fan-Mobil vor dem deutschen Eröffnungsspiel am 8. Juni gegen Polen im Zentrum des beschaulichen Klagenfurt seine Klappen öffnet, ist auch eine 84 Seiten starke Fan-Broschüre mit an Bord.

Hilfe rund um die Uhr

Diese gehört ebenso zum Gesamtangebot wie eine Internet-Präsenz oder eine Telefon-Hotline für Notfälle bei Tag und in der Nacht.

Neben den zwölf Fan-Betreuern sowie zehn Fan-Beauftragten aus Bundesliga-Clubs werden auch deutsche Sicherheitskräfte bei der EM dabei sein.

"Uns wurde gesagt, dass das Kräfte sind, die Erfahrung von der WM haben", erklärte Gabriel.

Dazu gehören auch 20 szenekundige Beamte, die im Kontakt mit den Anhängern stehen werden.


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