Der erstaunliche Wandel des Marko A.

Dienstag, 14.06.2016 | 11:59 Uhr
Marko Arnautovic erzielte in dieser Premier-League-Saison elf Treffer
Advertisement
PDC World Championship
Do14.12.
Wahnsinn im Ally Pally:
Die Darts-WM auf DAZN
Bundesliga
MiJetzt
FCB - KÖL: Alle Highlights vom Mittwoch
Indian Super League
Pune -
Bengaluru
Coppa Italia
Lazio -
Cittadella
A-League
FC Sydney -
Melbourne City
Indian Super League
Kerala -
NorthEast Utd
Ligue 1
St. Etienne -
Monaco
Championship
Sheffield Wed -
Wolverhampton
Primera División
Sevilla -
Levante
Premier League
Leicester -
Crystal Palace
Premiership
Aberdeen -
Hibernian
Serie A
Inter Mailand -
Udinese
Premier League
Arsenal -
Newcastle
Championship
Sunderland -
Fulham
Primera División
Bilbao -
Real Sociedad
Ligue 1
Rennes -
PSG
Serie A
FC Turin -
Neapel
Premier League
Man City -
Tottenham
Primera División
Eibar -
Valencia
Championship
Cardiff -
Hull
Ligue 1
Caen -
Guingamp
Ligue 1
Dijon -
Lille
Ligue 1
Montpellier -
Metz
Ligue 1
Straßburg -
Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Amiens
Premier League
Chelsea -
Southampton (Delayed)
Primera División
Atletico Madrid -
Alaves
Serie A
AS Rom -
Cagliari
Premier League
Stoke -
West Ham (Delayed)
Premier League
Brighton -
Burnley (DELAYED)
Premier League
Watford -
Huddersfield (DELAYED)
Primera División
Girona -
Getafe
Eredivisie
Sparta -
Feyenoord
Serie A
Hellas Verona -
AC Mailand
Eredivisie
Alkmaar -
Ajax
First Division A
Brügge -
Anderlecht
Ligue 1
Nantes -
Angers
Serie A
Bologna -
Juventus
Serie A
Crotone -
Chievo Verona
Serie A
Florenz -
Genua
Serie A
Sampdoria -
Sassuolo
Premier League
West Bromwich -
Man United
Primera División
Celta Vigo -
Villarreal
Ligue 1
Nizza -
Bordeaux
Premier League
Bournemouth -
Liverpool
Serie A
Benevento -
SPAL
Primera División
Las Palmas -
Espanyol
Primeira Liga
Sporting -
Portimonense
Primera División
Barcelona -
La Coruna
Serie A
Atalanta -
Lazio
Ligue 1
Lyon -
Marseille
Premier League
Everton -
Swansea
Primera División
Malaga -
Real Betis
Primeira Liga
Porto -
Maritimo
League Cup
Arsenal -
West Ham
League Cup
Leicester -
Man City
Coppa Italia
Neapel -
Udinese
Primera División
Levante -
Leganes
Coppa Italia
AS Rom -
FC Turin
Primera División
Getafe -
Las Palmas
First Division A
Mechelen -
Brügge
Coppa Italia
Juventus -
Genua
League Cup
Chelsea -
Bournemouth
Ligue 1
Amiens -
Nantes
Ligue 1
Angers -
Dijon
Ligue 1
Bordeaux -
Montpellier
Ligue 1
Guingamp -
St. Etienne
Ligue 1
Lille -
Nizza
Ligue 1
Marseille -
Troyes
Ligue 1
Metz -
Straßburg
Ligue 1
Monaco -
Rennes
Ligue 1
PSG -
Caen
Ligue 1
Toulouse -
Lyon
League Cup
Bristol City -
Man United
Primera División
Real Sociedad -
Sevilla
Indian Super League
Bengaluru -
Jamshedpur
Primera División
Eibar -
Girona
Primera División
Alaves -
Malaga
Indian Super League
Chennai -
Kerala
Serie A
Chievo Verona -
Bologna
Primera División
Real Betis -
Bilbao
Premier League
Arsenal -
Liverpool
Serie A
Cagliari -
Florenz
Primera División
Espanyol -
Atletico Madrid
A-League
Melbourne City -
Melbourne Victory
Serie A
Lazio -
Crotone
Primera División
Real Madrid -
Barcelona
Premier League
Everton -
Chelsea
Premiership
Kilmarnock -
Rangers
Serie A
Genua -
Benevento
Serie A
Neapel -
Sampdoria
Serie A
Sassuolo -
Inter Mailand
Serie A
SPAL -
FC Turin
Serie A
Udinese -
Hellas Verona
Premier League
Man City -
Bournemouth
Championship
Sheffield Wed -
Middlesbrough
Primera División
Valencia -
Villarreal
Serie A
AC Mailand -
Atalanta
Premier League
Burnley -
Tottenham
Primera División
La Coruna -
Celta Vigo
Championship
Aston Villa -
Sheffield Utd
Eredivisie
PSV -
Vitesse
Premier League
Leicester -
Man United
Serie A
Juventus -
AS Rom
Premier League
Brighton -
Watford (DELAYED)
Premier League
West Ham -
Newcastle (DELAYED)
Premier League
Swansea -
Crystal Palace (DELAYED)
Premier League
Stoke -
West Bromwich (DELAYED)
Premier League
Southampton -
Huddersfield (DELAYED)
Eredivisie
Ajax -
Willem II
Premier League
Tottenham -
Southampton
Premier League
Boxing Day -
Die Konferenz
Championship
Birmingham -
Norwich
Championship
Burton Albion -
Leeds
Premier League
Liverpool -
Swansea
Premier League
Man United -
Burnley (DELAYED)
First Division A
Anderlecht -
Gent
Championship
Brentford -
Aston Villa
Premier League
West Bromwich -
Everton (DELAYED)
Premier League
Huddersfield -
Stoke (DELAYED)
Premier League
Watford -
Leicester (DELAYED)
Premier League
Chelsea -
Brighton (DELAYED)
Premier League
Bournemouth -
West Ham (DELAYED)
Premiership
Hearts – Hibernian

Das Leben auf der Insel scheint Marko Arnautovic gut zu tun. Seit seinem Wechsel zu Stoke City entwickelte sich der 27-Jährige vom Skandal-Spieler zum Vorzeige-Profi. Auch im ÖFB-Team kommt Arnautovic eine tragende Rolle zu. Vor Österreichs erstem EM-Spiel gegen Ungarn (18 Uhr im LIVETICKER) sprach SPOX mit einem ÖFB-Team-Experten und zeichnet den Wandel des Marko Arnautovic nach.

Woran das wohl liegen könnte? Marko Arnautovic ordnet sich in einer Mannschaft unter. Er trifft, er bereitet vor. Arnautovic lässt Leistungen sprechen und liefert der Boulevard-Presse kein Futter. Er ist einfach ein normaler Profi, der seit seinem Wechsel nach England zu Stoke City seine Arbeit verrichtet - und das sogar ziemlich erfolgreich.

Kann nicht sein, muss einen Haken haben, dachte sich Roman Mählich, ehemals Spieler und mittlerweile TV-Experte in Österreich. Für den läuft das in England so gut, sagte Mählich also, weil den dort keiner versteht.

Spielen und schweigen. Lautet so das plötzliche Erfolgsrezept des Marko Arnautovic? Nein, wenn es nach ihm selbst geht. Er spreche fließend Englisch, Deutsch, Italienisch, Serbisch, Portugiesisch, Türkisch und Holländisch, stellte Arnautovic klar und spekulierte über die Fremdsprachen-Kenntnisse seines Kritikers. "Was sprechen Sie? Wienerisch, FC Innsbruckerisch, Sturm Grazerisch, Untersiebenbrunnerisch und Austrianerisch?" Sprachlich ist Arnautovic vielleicht multilingual unterwegs, sein Schmäh ist dagegen pur, unverfälscht und absolut rein. Nämlich wienerisch.

Eingelöster Lotto-Schein

Arnautovic ist mittlerweile 27 Jahre alt. Er ist kein Versprechen für die Zukunft mehr. Er ist kein gewinnbringender Lotto-Schein mehr, der zuhause herumliegt und wartet, eingelöst zu werden. Er ist ein Lottoschein, der abgegeben wurde. 2013 war es soweit, eingelöst von Stoke City. Und der Schein kostete genau 2,8 Millionen Euro, so viel zahlten die Potters an Werder Bremen.

Österreich im Porträt: Designer, Geläuterter und ein Superstar

Dass er wirklich der Hauptgewinn sein sollte, stellte sich aber erst später heraus; der Transfer war ob Arnautovic' Vorgeschichte ein großes Risiko für Stoke. Ein Risiko, das sich gelohnt hat. Mittlerweile hat der Offensivmann zwei Spielzeiten hinter sich. 110 Partien, 19 Treffer, 26 Vorlagen. Eine starke Bilanz. Arnautovic hat voll eingeschlagen.

Unbelastet auf die Insel

SPOX fragte beim ÖFB-Team-Experten des österreichischen Fußballmagazins ballesterer, Mario Sonnberger, nach. Wie kam es zur Wandlung des Marko Arnautovic? "Der Abschied aus Deutschland war sicherlich ein Schlüsselerlebnis für ihn", sagt Sonnberger, "in England ist er unbelastet, während er in Bremen stets mit Argusaugen beobachtet wurde - sowohl von der Presse als auch von den Fans."

Seine aktuellen Trainer stehen komplett hinter Arnautovic, sowohl Mark Hughes bei Stoke City als auch Marcel Koller beim ÖFB-Team. Speziell Koller brachte Arnautovic seit seinem Amtsantritt 2011 vollstes Vertrauen entgegen. "Ich hätte nicht gedacht, dass er ihn so intensiv forciert", sagt Sonnberger. Suspendierung in Bremen? Egal, im Nationalteam spielt Arnautovic. Und Arnautovic ließ Koller nicht hängen. In der EM-Qualifikation machte kein ÖFB-Kicker mehr Minuten als der Linksaußen. Drei Tore und zwei Assists steuerte er zur erfolgreichen Mission bei.

Schräger Vogel statt Bad Boy

Sein Wert geht aber über das Sportliche hinaus. "Er ist eine Identifikationsfigur, einfach ein herzlicher und treuer Mensch, mit dem man viel Spaß haben kann. Er ist alles andere als der Bad Boy, eher der Typ schräger Vogel", sagt Sonnberger, "mit ihm kann man Spaß haben, da kommt niemand dran vorbei."

Dass in Österreich kaum einer an Arnautovic vorbeikommt, war früh klar. Fußballerisch gesehen, versteht sich. 2010 spielte er mal mit dem U21-Nationalteam gegen Dänemark. Wobei, spielte ist wohl untertreiben. Er zelebrierte - das Spiel und sich. 3:0 zerlegte Österreich, angeführt von Arnautovic, Dänemark. Mit Ferserln, wie man Hackentricks in Österreich nennt, narrte er seine Gegenspieler, denen er dann aber Trost spendete und sie liebevoll umarmte. Seine Fans beglückte er in der Halbzeitpause mit Autogrammen und Fotos.

Star-Allüren par excellence. Wenig später gewann er mit Inter Mailand die Königsklasse. Ohne eine Sekunde gespielt zu haben, ließ sich Arnautovic "Champions-League-Sieger 2010" auf die Schuhe sticken. Als er in Wien mal von der Polizei kontrolliert wurde, stellte Arnautovic gegenüber dem Beamten sicherheitshalber klar: "Du hast mir gar nichts zu sagen. Ich verdiene so viel, ich kann dein Leben kaufen!"

Vom Aussterben bedrohte Spezies

Sein Verhalten neben dem Platz stand lange im Gegensatz zu dem, was er auf dem Platz zeigte. Denn das beschrieb U21-Teamchef Andreas Herzog nach dem Abpfiff des besagten Spiels fast schon euphorisch. "Es gab einen Krankl, einen Herzog, einen Polster, einen Prohaska, aber Arnautovic stellt sie alle in den Schatten, wenn er sein Potenzial abruft. Das ist mit Abstand der beste Fußballer, der in den letzten 30 Jahren auf einem österreichischen Fußballplatz herumgelaufen ist."

Arnautovic kann das Besondere, er zählt zu einer Spieler-Spezies, die akut vom Aussterben bedroht ist: Dem gemeinen Straßenkicker. Bekannte Kennzeichen: Hang zur Zauberei und brotlosen Kunst, zur Unberechenbarkeit, Selbstjustiz und Unbelehrbarkeit. Potenzial zum Spielentscheider. Anders als fast alle seiner ÖFB-Teamkollegen durchlief Arnautovic keines der hochgelobten Nachwuchsleistungszentren, in denen die Spieler gleichermaßen zu einwandfreien Fußballern, wie zu einwandfreien Charakteren geformt werden. Langweiligen, sagen manche.

Wobei, zweimal probierte er es ja bei den großen Klubs. Als gebürtiger Wiener spielte er in der Jugend zeitweise für die Austria, zeitweise für Rapid. Dass sich Vertreter dieser beiden Erzrivalen einig sind, kommt selten vor. In diesem Fall hieß es aber unisono. Arnautovic? Untrainierbar. Mit 15 kehrte er zu seinem Heimatklub, dem Floridsdorfer AC, zurück. Seine wahre Heimat waren aber lange die Käfige. So werden die umzäunten Fußballplätze im eng bebauten Wien genannt. Dort lernte Arnautovic sich zu behaupten.

Schluss mit dem Popo-Wackeln

Der Weg vom Käfig-Kicker zum Vorzeige-Profi war ein langer. Über Twente Enschede, Inter Mailand und Werder Bremen landete er 2013 schließlich bei Stoke. Ein Glücksfall. Die Premier League ist wie geschaffen für den wuchtigen 1,93-Meter-Hünen, sie brachte ihn auf ein neues Level. "Wenn man den alten und den neuen Arnautovic vergleicht, dann hat der neue einen viel, viel schnelleren Antritt", sagt Sonnberger, "er nutzt seinen Körper besser aus." Die Premier League härtete ihn ab.

Arnautovic definierte sich lange über brotlose Tricks. Mittlerweile stellt er sich und seine außergewöhnlichen Fähigkeiten in den Dienst der Mannschaft. "Wenn ich jetzt im Spiel am Ball stehe und mit dem Popo wackle, schaut mich der Gegner vielleicht blöd an, aber es ist nur Zirkus. Wenn ich dann nicht vorbeikomme und wieder zurückspielen muss, ist es sinnlos", sagte Arnautovic vor einem knappen Jahr im ballesterer-Interview.

Späte Einsicht ist besser als keine Einsicht. Arnautovic hat rechtzeitig die Kurve gekriegt. Rückfallgefahr in alte Zeiten sieht Sonnberger nicht: "Für mich ist das unwahrscheinlich, dafür ist sein Umfeld zu gefestigt." Arnautovic ist Familienvater, er ist sesshaft geworden.

"Spielerisch wohl der Beste"

Daheim gibt Arnautovic den Vater, im Nationalteam darf, ja soll er Kind sein. Genau wie 22 andere auch. "Koller ist wie der Vater einer Familie - und wir, seine Kinder, harmonieren auch sehr gut miteinander", sagte Arnautovic mal. Derzeit gibt es einen großen Familienurlaub, es ging nach Frankreich. Geschichte haben Koller und seine Kinder schon jetzt geschrieben, erstmals seit 18 Jahren qualifizierte sich Österreich aus eigener Kraft für ein Turnier.

In einem der besten Nationalteams, das Österreich je hatte, "ist Arnautovic spielerisch wohl der Beste", sagt Sonnberger. Abseits des Platzes ist es ruhig geworden um Arnautovic, für ihn zählt nur mehr der Fußball. Arnautovic hat es geschafft. Mit 27 ist er endlich Profi. Und zwar nicht im übertragenen Sinne des Wortes - das ist er schon lange - sondern im wahrsten.

Marko Arnautovic im Steckbrief

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung