Freitag, 29.06.2012

Halbfinale: Deutschland - Italien

Lahm: Keine Angst vor der Zukunft

Nach der 1:2-Halbfinal-Pleite gegen Italien prangert DFB-Kapitän Philipp Lahm die vielen kleinen Fehler an, die der deutschen Nationalmannschaft während der 90 Minuten unterlaufen seien. Gründe, etwas Grundsätzliches zu ändern, sieht der Münchner nicht. Hoffnung geben Manuel Neuer und Thomas Müller.

DFB-Kapitän Philipp Lahm ist mit 14 Einsätzen deutscher Rekordspieler bei EM-Endrunden
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DFB-Kapitän Philipp Lahm ist mit 14 Einsätzen deutscher Rekordspieler bei EM-Endrunden

Frage: Herr Lahm, Hat sich die Mannschaft gegen Italien verzockt, den Gegner vielleicht unterschätzt?

Philipp Lahm: Diese Ansicht hatten wir nicht. Wir wussten, dass das eine schwierige Aufgabe wird, in der Kleinigkeiten entscheiden. Und wir haben in bestimmten Situationen Fehler gemacht, die man auf diesem Niveau nicht machen darf. Deshalb sind wir gegen die italienische Mannschaft gescheitert.

Frage: Können Sie den Plan beschreiben, den die Mannschaft gegen Italien hatte?

Lahm: Es ist nicht meine Aufgabe, hier öffentlich unseren Plan zu beschreiben.

Frage: Was war das entscheidende Problem?

Lahm: Wir haben es als Mannschaft nicht geschafft, nur wenige Fehler zu machen. Italien ist das eben gelungen. Und dann verliert man im Halbfinale einer Europameisterschaft solche Spiele. Wir haben zu viele Fehler gemacht.

Frage: Dabei war der Auftakt vielversprechend.

Lahm: Wir sind mit viel Energie rausgekommen, haben dann aber die Fehler begangen, die zum 0:2-Rückstand geführt haben. Die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit alles getan, um nochmal ranzukommen und das Spiel zu drehen. Da hat auch ein Quäntchen Glück gefehlt. Das Tor ist dann leider erst zu spät gefallen.

Frage: Was ist die größte Enttäuschung bei dieser Niederlage?

Lahm: Ganz banal: Dass wir im Halbfinale einer Europameisterschaft ausgeschieden sind.

Frage: Sie begleiten den Weg der Nationalmannschaft seit acht Jahren, haben den Wandel mitbekommen. Aber auch, dass in entscheidenden Situationen immer etwas Grundsätzliches fehlt. Muss man die Ausrichtung ändern?

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Lahm: Überhaupt nicht. Ich denke, dass sich in unserer Mannschaft einiges entwickelt hat und wir absolut konkurrenzfähig sind und talentierte junge Spieler haben. Die Zukunft sieht deshalb sehr gut aus, weil hinten dran die ganzen jungen Spieler sind, die darauf warten, solche Turniere zu spielen. Das hat man auch in diesem Turnier gesehen. Aber: Es gibt keine Garantie für diesen Titel. Wir werden hart daran arbeiten, aber man kann nicht davon ausgehen, dass es irgendwann auch so kommt. Das ist harte Arbeit - aber ob man dafür auch belohnt wird, wird man erst sehen.

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Frage: Warum gelingt genau das jetzt der italienischen Mannschaft, die vor zwei Jahren noch hochkant aus der WM geflogen ist? Was fehlt im Vergleich dazu der deutschen Mannschaft?

Lahm: Wir spielen auf Topniveau, das muss man bedenken. Da trifft man auf dann auch auf Top-Gegner. Und dann kann es immer in diese oder in die andere Richtung gehen. Es liegt ja nicht an unserer Generation. Deutschland hat noch nie gegen Italien bei einem Turnier gewonnen, also kann es nicht nur an unserer Generation liegen. Anscheinend geht ein EM- oder WM-Titel immer auch über Italien.

Frage: Liegt über den Spielen gegen Italien ein Fluch?

Lahm: Das nicht. Es ist im Sport so, es gibt Gewinner und Verlierer. Und wir haben es in unserer gesamten Geschichte noch nicht geschafft, Italien in einem Turnier zu besiegen.

Frage: Wie sehen Sie die Zukunft?

Lahm: Wenn ich an Manuel Neuer denke und sehe, was er für ein Torhüter ist oder an Thomas Müller mit seinem großen Herz, dann wird mir nicht Angst, wenn ich in die Zukunft blicke. Aber wie schon gesagt: Das ist alles keine Garantie, irgendwann einen Titel zu holen.

Frage: Ist das gerade für die Bayern-Spieler ein ganz besonders bitterer Moment, wenn Sie auf die Saison zurückblicken?

Lahm: Das ist Sport, ich bin Realist. Natürlich ist das heute eine Riesenenttäuschung für uns alle, auch das Champions-League-Finale war eine Riesenenttäuschung. Aber jetzt haben wir ein paar Wochen Urlaub. Es heißt, den Akku aufzuladen und zu regenerieren. Und dann geht alles wieder von vorne los. Dann werden wir wieder hart arbeiten für den nächsten Erfolg.

Deutschland - Italien: Daten zum Spiel

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PORTUGAL - SPANIEN 2:4 n.E.: Schon vor dem Anpfiff war Partystimmung bei den Spaniern angesagt
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Einer der vielen prominenten Besucher: Chelsea-Besitzer Roman Abramowitsch
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Auch wenn Spanien in der Verlängerung etwas besser spielte und zu Chancen kam: Es blieb ein K(r)ampfspiel
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Daher ging es fast logisch ins Elfmeterschießen. Die Entscheidung fiel bei den vierten Schützen. Portugals Bruno Alves tritt an...
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... und trifft nur die Latte. Dieses Bild ist wohl die Szene des Spiels
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Direkt im Gegenzug trat Cesc Fabregas an - und zielte genau unten links in die Ecke. Rui Patricio ahnte die Ecke und kam dennoch zu spät
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Daraufhin brach der Jubel bei den Spaniern aus. Alle stürmten auf Fabregas zu
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Bei den Portugiesen machte sich Verzweiflung bereit. Natürlich auch bei Ronaldo, der erneut einen großen Titel verpasste
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Für SPOX in Warschau: Stefan Rommel

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