Fussball

Matchwinner Ulreich! FCB kegelt Leipzig raus

RB Leipzig ist im DFB-Pokal in der 2. Runde ausgeschieden

Der FC Bayern München hat das Achtelfinale des DFB-Pokals erreicht. Der FCB gewann das Spiel in der 2. Runde bei RB Leipzig mit 6:5 n.E. (1:1, 0:0). Die Runde der letzten 16, die am 19./20. Dezember stattfindet, wird am kommenden Sonntag um 18 Uhr ausgelost.

Umkämpftes, giftiges Spiel in den ersten 45 Minuten mit anfangs ausreichend Kontrolle für beide Teams, aber zu geringer Präzision in der Offensive. Die Bayern griffen Leipzigs Aufbau erst ab der Mittellinie an, RB stellte dagegen sehr hoch mit mindestens vier Spielern zu.

Dem FCB fehlten mit zunehmender Spieldauer die Anbindungen ans vordere Drittel, auch weil sich die Doppelsechs Tolisso/Vidal immer wieder im Leipziger Pressingnetz verfing oder durch Fehlpässe den Hausherren gute Umschaltsituationen ermöglichte.

Durch den schnellen Platzverweis für Keita nach dem Seitenwechsel bekamen die Bayern nach und nach mehr Oberwasser und verlagerten das Geschehen in die Leipziger Hälfte, als RBL überraschend in Führung ging. Trotz 12:2 Torschüssen in Durchgang zwei fehlte den Angriffsbemühungen der Münchner jedoch immer wieder, nicht nur in Überzahl, die nötige Struktur.

In der Folge presste Leipzig deutlich weniger aggressiv, zog sich tief zurück und suchte sein Heil in langen Schlägen. Die Bayern versuchten es nun häufiger über die Flügel. Bis in den Rücken der gegnerischen Abwehr schafften sie es aber kaum einmal, die zündenden Ideen fehlten weiterhin.

Die Verlängerung geriet zu einem Abnutzungskampf mit großer Dominanz der Gäste und jetzt auch der nötigen Ruhe und Geduld im Ballbesitzspiel. Beim letzten Pass oder Abschluss fehlte es dem FCB allderings zunehmend am Spielglück, Leipzig dagegen schoss nach dem Elfmetertreffer nicht mehr aufs Tor.

Die Daten zum Spiel

Tore: 1:0 Forsberg (68., Foulelfmeter), 1:1 Thiago (73.)

Gelb-Rot: Keita (54.)

Elfmeterschießen:

0:1 Lewandowski

1:1 Bernardo

1:2 Alaba

2:2 Kampl

2:3 Hummels

3:3 Halstenberg

3:4 Rudy

4:4 Orban

4:5 Robben

Ulreich hält gegen Werner

  • Vidal absolvierte sein 100. Pflichtspiel für den FC Bayern.
  • Bayern gab vor der Pause nur 2 Torschüsse ab, das gab es in einem Pflichtspiel zuletzt im Februar 2016 im BL-Spiel in Leverkusen (damals sogar nur 1). Bayern insgesamt zudem mit 29 Fouls, so viele waren es in einem Pflichtspiel zuletzt im September 2005 in der Bundesliga beim HSV (32).
  • Im vierten Pflichtspiel nach der Rückkehr von Jupp Heynckes kassierten die Bayern das erste Gegentor.
  • Keita sah seinen dritten Platzverweis in drei Wettbewerben innerhalb von 39 Tagen. Am 16. September hatte Keita im Ligaspiel gegen Gladbach (2:2) Rot gesehen, was ihm eine Drei-Spiele-Sperre einbrachte. Am 8. Oktober flog er beim 1:4 gegen Tunesien in der WM-Qualifikation wegen einer Tätlichkeit in der Nachspielzeit vom Platz.

Der Star des Spiels: Sven Ulreich

Machte kein fehlerfreies Spiel, hielt allerdings den entscheidenden Elfmeter für sein Team - wie schon beim Sieg im Supercup gegen Dortmund.

Der Flop des Spiels: Kingsley Coman

Sehr glückloser Auftritt. Wählte häufig die falsche Entscheidung und blieb mit seinen Dribblings meist hängen. Dazu schwach im Zweikampf, mit mittelmäßiger Passquote und einigen Ballverlusten.

Der Schiedsrichter: Felix Zwayer

Diese Partie war Wasser auf die Mühlen jener, die den Videobeweis bereits vor dem Viertelfinale im Pokal eingeführt haben möchten. Größter Diskussionspunkt war das Foul von Vidal an Forsberg in der 34. Minute, als Zwayer zunächst auf den Elfmeterpunkt zeigte und nach Absprache mit dem Assistenten dann doch auf Freistoß entschied. Da Boateng noch in der Nähe und die Intensität des Foulspiels zu gering war, war Gelb gegen Vidal die richtige Entscheidung. Allerdings war der Ausgangspunkt des Fouls selbst per Zeitlupe kaum zu bestimmen - schwierig für den Referee.

Auch das Duell zwischen Boateng und Augustin kurz nach der Pause im Strafraum der Bayern war grenzwertig, dass der Pfiff ausblieb, aber wohl korrekt. Zwayer hätte jedoch Tolisso nach mehreren Foulspielen in Halbzeit eins bereits frühzeitig mit Gelb verwarnen müssen. Die zweite Gelbe Karte und somit der Platzverweis gegen Keita war richtig, entsprach aber nicht Zwayers sonstiger Linie in dieser Partie. Der Elfmeter für Leipzig nach Boatengs Foul an Poulsen roch etwas nach Konzessionsentscheidung, ein krasser Fehler war er jedoch auch nicht. Hätte Martinez für seinen Zupfer an Sabitzers Trikot in der Verlängerung Gelb zeigen müssen.

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