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Fussball

BVB bezwingt Hertha im Elfmeterkrimi

Die Hertha kassiert erstmals unter Pal Dardai in fünf Auswärtsspielen in Folge ein Gegentor

Borussia Dortmund steht im Viertelfinale des DFB-Pokals! Der BVB musste im Heimspiel gegen Hertha BSC ins Elfmeterschießen, nachdem es 1:1 nach 120 Minuten stand. Beim Shootout versagten den Berlinern dann die Nerven. Das Viertelfinale wird am 28. Februar und 1. März ausgetragen.

Vor 80.500 Zuschauern im Signal Iduna Park gingen die Gäste in der 27. Minute durch Salomon Kalou in Führung.

Unmittelbar nach der Pause erzielte Marco Reus den Ausgleich für den BVB (47.).

Eine Minute vor Ende der Verlängerung sah Dortmunds Sokratis wegen Meckerns innerhalb von Sekunden zwei Gelbe Karten und flog vom Platz.

Bei der Borussia mussten Marcel Schmelzer (Schlag aufs Knie) und Lukasz Piszczek (Rücken verdreht) angeschlagen zur Halbzeit in der Kabine bleiben.

Die Reaktionen:

Thomas Tuchel (Trainer Borussia Dortmund): "Wir hatten so viele Möglichkeiten. Ich habe gar nicht damit gerechnet, dass wir so viele Chancen bekommen. Aber uns fehlt der Punch, die Spiele zu entscheiden. Im Elfmeterschießen war es fifty-fifty, aber unter dem Strich ist das Weiterkommen hochverdient."

Pal Dardai (Trainer Hertha BSC): "Das war ein ausgeglichenes Spiel. Elfmeterschießen sind Glückssache. Wir sind vorbereitet gewesen. Es ist ein bisschen Schicksal."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Zum allerersten Mal unter Tuchels Regie verändert der BVB seine Startformation im Vergleich zur letzten Partie auf keiner einzigen Position. Heißt: Schürrle sitzt wieder draußen, für den angeschlagenen Götze rutscht Castro in den Kader.

Zwei Änderungen dagegen bei der Hertha nach dem 1:0 gegen Ingolstadt: Skjelbred und Stark spielen für Stocker und Lustenberger (beide Bank). Plattenhardt fehlt wegen einer Grippe.

9.: Sokratis vertändelt 35 Meter vor dem Tor als letzter Mann den Ball gegen Ibisevic. Der Bosnier geht aufs Tor zu, wird beim Schussversuch aber noch vom Griechen bedrängt. Der Ball geht links am Tor vorbei. Großchance!

15.: Dembele verlängert einen Pass mit der Hacke in den Lauf von Aubameyang, der alleine auf Jarstein zuläuft. Der Gabuner will den Hertha-Schlussmann umkurven, schiebt das Leder aber bei seiner schnellen Bewegung links am Kasten vorbei.

16.: Aubameyang nimmt ein Weigl-Zuspiel aus dem Zentrum rechts im Strafraum im vollen Lauf klasse mit und sucht aus zwölf Metern von rechts sofort den Abschluss. Der Ball kommt auf das linke Eck, doch Jarstein reagiert blitzschnell und wehrt die Kugel mit den Fingerspitzen ab.

26.: Riesenchance für Ibisevic! Bürki wehrt einen Brooks-Kopfball nach einer Ecke nach vorne ab. Der Ball kommt genau zu Ibisevic, der am linken Pfosten aus zwei Metern über den Kasten köpft.

27., 0:1, Kalou: Bartra spielt einen hohen Ball unbedrängt ins Zentrum zu Stark. Der wird nicht angegriffen und flankt aus dem rechten Halbfeld in den Strafraum. Dort läuft Kalou ein und bringt die Kugel im Fallen mit dem Fuß aus zehn Metern im Tor unter.

41.: Langer Ball von Guerreiro links in den Strafraum zu Reus. Dessen Ablage drückt Aubameyang ins Tor. Reus stand zuvor jedoch im Abseits, korrekte Entscheidung.

47., 1:1, Reus: Bartra spielt einen genialen Ball in den Strafraum zu Dembele, der mit seinem Linksschuss am linken Pfosten scheitert. Dembele reagiert schnell, spielt zurück zu Pulisic, der quer auf Reus legt. Der deutsche Nationalspieler verwandelt ins rechte Eck.

50.: Brooks fälscht eine Hereingabe von Dembele von rechts genau vor die Füße von Reus ab. Doch den Schuss prallt gerade noch von Langkamp gerade zur Ecke. Fast das 2:1!

57.: Dembele spielt Reus rechts im Strafraum frei. Der legt quer zu Aubameyang. Der Gabuner bringt das Leder aufs Tor, Jarstein ist mit einer Hand dran. Die Kugel kullert in Richtung Torlinie, Jarstein reagiert schnell und bringt auf der Linie eine Hand drauf. Aubameyang staubt ins Tor ab. Aytekin versagt dem Treffer die Anerkennung.

66.: Guerreiro wird 23 Meter vor dem Kasten nicht angegriffen und zieht mit links ab. Der Ball kommt mit viel Wucht auf die linke Ecke, doch Jarstein ist zur Stelle und wehrt das Leder mit einer Hand klasse zur Ecke ab. Glanzparade!

81.: Aubameyang spielt den Ball rechts in den Lauf von Pulisic, dessen Hereingabe von Brooks vor die Füße von Dembele abgelenkt wird. Dessen Linksschuss aus zehn Metern geht hauchdünn am linken Pfosten vorbei.

113.: Durch Zufall landet die Kugel bei Kalou, der im Zentrum viel Platz hat und in den Strafraum eindringen kann. Allerdings fehlt dem Ivorer die Kraft und damit auch das Tempo, Bartra holt ihn ein und hindert ihn in letzter Sekunde am Schuss.

119., Gelb-Rot, Sokratis: Sokratis wird gefoult, Aytekin pfeift Freistoß. Dennoch meckert der Grieche und sieht Gelb. Er hört aber trotz Aytekins eindringlicher Warnung nicht auf und sieht folgerichtig Gelb-Rot.

Elfmeterschießen:

Lustenberger schießt an die Latte

2:1 Dembele

Bürki hält gegen Darida

Jarstein hält gegen Pulisic

2:2 Esswein

3:2 Aubameyang

3:3 Allagui

4:3 Castro

Kalou schießt über das Tor

Fazit: Dortmund begann stark und ließ nach dem Gegentor stark nach, selbiges gilt für die Phase nach der Pause. Im Elfmeterschießen fehlte vor allem der Hertha die Präzision.

Der Star des Spiels: Ousmane Dembele. Wahnsinniges Tempo, starke Drehungen, tolle Ballannahme - ohne den Franzosen wäre das Dortmunder Spiel derzeit nur die Hälfte wert. Mit Abstand gefährlichster Offensivspieler der Hausherren. Ebenfalls stark: Jarstein.

Der Flop des Spiels: Pierre-Emerick Aubameyang. Trifft aktuell die falschen Entscheidungen und macht sich dabei meist bereits durch seinen ersten Ballkontakt die Arbeit kaputt. Übersah mehrere Male besser postierte Mitspieler, vergab nicht nur eine hochkarätige Torchance und gewann keine 30 Prozent seiner direkten Duelle.

Der Schiedsrichter: Deniz Aytekin zückte früh einige Gelbe Karten, behielt diese Linie auch bis zum Schluss bei. Allerdings hätte es bei einer solch stringenten Auslegung dann noch ein, zwei Situationen gegeben, die ebenfalls bestraft gehörten. Aubameyangs vermeintliches 2:1 abzupfeifen, weil Jarsteins Hand schon auf dem Ball war, war hart, aber vertretbar (57.). Der Platzverweis gegen Sokratis war alternativlos. Ansonsten mit resolutem Auftreten gegenüber den Spielern und in den meisten Fällen Herr der Lage.

Das fiel auf:

  • Der BVB mit einem ähnlichen System wie gegen Leipzig, allerdings leicht offensiver ausgerichtet. Guerreiro und Weigl bildeten eine Art Doppelsechs, rechts stand Durm deutlich höher als noch am Wochenende.
  • Dortmund begann stark und schaffte es vor allem über Kombinationen im Zentrum einige Male, in den Rücken der gegnerischen Sechser zu kommen. Die Gäste in dieser Phase zu tief positioniert, so dass gerade Dembele immer wieder genug Platz hatte, um Tempo aufzunehmen.
  • Nach Herthas Führungstor war die Luft aus dem Dortmunder Spiel. Die Berliner verteidigten die Aufbaubemühungen des BVB in der Folge deutlich engmaschiger, teilweise mit sechs Mann in der letzten Linie, wenn sich die beiden Sechser fallen ließen. Dardais Mannschaft zudem enorm körperbetont in den direkten Duellen. Damit kappte man das schnelle Passspiel der Hausherren, die Borussia streute nun zahlreiche Ungenauigkeiten ein.
  • Nicht zum ersten Mal zeigte Dortmund unmittelbar nach der Pause eine tolle Reaktion und brachte auf Anhieb wieder mehr Struktur in seine Angriffsbemühungen. Auch gegen den Ball gelang es den Hausherren wieder besser, das Gegenpressing besonders im Zentrum anzubringen und von dort dann schnell über die Halbräume umzuschalten.
  • Wie in Halbzeit eins benötigten die Hauptstädter einige Zeit, um ihre Positionen zu finden, um die brach liegenden Räume effizienter zu schließen. Beide Male klappte dies mit einer höheren Positionierung, die Defensivformation rückte dem BVB im Kombinationsspiel wieder näher auf die Pelle. Einzig die eigenen Konter erstickten nach Ballgewinn zu frühzeitig, um Gefahr in Richtung Dortmunder Tor auszustrahlen. Zwischen Minute 50 und dem Ende der Verlängerung gab die Hertha keinen Torschuss mehr ab.

Borussia Dortmund - Hertha BSC: Die Statistik zum Spiel

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