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Verdienter HSV-Heimsieg gegen Köln

Dienstag, 07.02.2017 | 20:21 Uhr
Der Hamburger SV traf nun in 27 seiner letzten 28 DFB-Pokalspiele
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Der Hamburger SV steht im Viertelfinale des DFB-Pokals! Die Rothosen gewannen ihr Heimspiel gegen den 1. FC Köln mit 2:0 (1:0). Die Runde der letzten Acht wird am 28. Februar und 1. März ausgetragen.

Vor 46.500 Zuschauern im Volksparkstadion gingen die Hausherren durch Gideon Jung früh in Führung (5.). Für den 22-Jährigen war es der erste Pflichtspieltreffer im Profibereich überhaupt.

Eine Viertelstunde vor dem Ende besorgte Bobby Wood die Entscheidung zugunsten des HSV.

Reaktionen:

Markus Gisdol (Trainer HSV): "Wir waren heute stabil, haben gut und diszipliniert gespielt. Es war eine ansprechende Leistung unserer Mannschaft. Ich bin sehr glücklich, dass wir in der nächsten Runde stehen."

Peter Stöger (Trainer Köln): "Glückwunsch an den HSV. Wir haben heute nicht unser bestes Spiel gemacht und sind gegen einen engagierten und zweikampfstarken Gegner nicht so gut ins Spiel gekommen. Deswegen geht der HSV-Sieg in Ordnung."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Der HSV verändert seine Startelf nach dem 1:0-Sieg gegen Leverkusen auf sechs Positionen: Djourou, Douglas Santos, Walace, Hunt, Waldschmidt und Sakai spielen für Papadopoulos, Diekmeier, Ostrzolek (alle Bank), Ekdal, Müller und Holtby (nicht im Kader). Last-Minute Neuzugang Walace feiert somit sein Debüt.

Köln wechselt drei Mal gegenüber dem 1:0 gegen Wolfsburg: Özcan, Rudnevs und Zoller beginnen statt Höger, Bittencourt (beide Bank) und Clemens (nicht im Kader).

5., 1:0, Jung: Wood macht den Ball gegen drei Spieler fest, Waldschmidt kommt im Strafraum zum Schuss. Kessler kann nicht festhalten, Jung steht fünf Meter vor dem Tor goldrichtig und schiebt ein.

19.: Im Mittelfeld hat der HSV zu viel Platz. Walace marschiert durch und spielt den Ball nach rechts zu Waldschmidt. Der wird nicht angegriffen, zieht in die Mitte und schließt aus gut 20 Metern ab. Der Ball fliegt knapp rechts am Tor vorbei.

33.: Nach einem Eckball landet die Kugel am Strafraumrand bei Zoller. Der setzt sich gegen Hunt durch und knallt per Dropkick mit links aufs Tor. Adler kratzt den Ball aus dem Winkel.

48.: Zoller setzt sich über rechts durch und sieht den freien Osako links im Strafraum. Der Japaner hat freie Schussbahn, verzieht aber vollkommen. Leichtfertig vergebene Chance!

56.: Rudnevs zieht links in den Strafraum und scheitert an Adler. Über Modeste landet die Kugel bei Zoller, der doppelt zum Abschluss kommt und beide Male an Djourous Körper scheitert.

62.: Nach einer Ecke bleibt Heintz direkt vor Kessler liegen, aber die Hamburger spielen weiter. Jung flankt von rechts in den Strafraum. Der Ball landet beim frei stehenden Wood, der vom Elfmeterpunkt am stark reagierenden Kessler scheitert.

67.: Sakai gewinnt auf der rechten Seite den Ball und läuft in die Mitte. Dann folgt der kluge Pass auf Waldschmidt, der über rechts in den Strafraum eindringt und abzieht. Der Ball geht ans Außennetz.

72.: Kessler verhindert das 2:0! Waldschmidt steckt den Ball über die Mitte auf Wood, der sofort aus 15 Metern abzieht. Kessler hält. Nachschuss Wood, Kessler hält erneut und entschärft die Situation.

74.: Waldschmidt ist omnipräsent, wird von Hunt bedient und läuft in den Strafraum. Aus der Drehung schießt er, der Ball trudelt aber nur an den Pfosten!

75., 2:0, Wood: Olkowski spielt bedrängt von Santos einen Fehlpass, der bei Jung landet. Sein Laufweg wird von Wood gekreuzt und genau diesen bedient er dann. Wood setzt sich 15 Meter vor dem Tor gegen Heintz durch und legt den Ball trocken an Kessler vorbei.

83.: Ostrzolek spielt Hunt frei, der den Ball sofort auf den startenden Wood weiterleitet. Im Strafraum umkurvt er Kessler, schießt vor der Torlinie aber nur Sörensen an.

Fazit: Köln startete schwach, kam rund um den Seitenwechsel aber stärker auf und schnupperte am Ausgleich. In dieser Phase wurde die Begegnung wilder und beide Teams kamen zu großen Torgelegenheiten. Der HSV nutzte einen davon und verdient sich daher das Weiterkommen.

Der Star des Spiels: Gideon Jung. Kurios: War in seinen ersten 38 Spielen für Hamburg an gar keinem Tor direkt beteiligt und erhöhte diese Anzahl am Dienstagabend auf zwei. Setzte beim Führungstreffer gut nach und spielte Wood vor dessen Treffer blitzsauber frei. Dazu aufmerksam in der Balleroberung, guten Pässen im Umschaltspiel und mit einer starken Zweikampfquote von 70 Prozent.

Der Flop des Spiels: Pawel Olkowski. Sehr biedere Vorstellung des Polen, besonders sein Passspiel war mangelhaft. Dazu mit dem Fehlpass, der zum 0:2 und somit zur Entscheidung des Spiels führte.

Der Schiedsrichter: Günter Perl. Hatte im ersten Abschnitt kaum etwas zu tun, in der zweiten Halbzeit nahm die Intensität der Partie dann zu. Griff dann auch frühzeitig zu persönlichen Strafen, beging aber auch einige Fehler in der Zweikampfbewertung. Rausch hatte bei seinem Einsteigen gegen Kostic Glück, mit Gelb davon gekommen zu sein (58.). Auch der Schlag von Walace gegen Osako hätte bestraft werden können, was dann zu einem Platzverweis des Brasilianers hätte führen müssen (64.). Diekmeiers überflüssige Grätsche gegen Rausch kurz vor dem Ende hätte man auch mit Rot bewerten können. Unter dem Strich kein überzeugender Auftritt des Unparteiischen.

Das fiel auf:

  • Beim FC standen Modeste, Rudnevs, Osako und Zoller erstmals gemeinsam in der Startelf. Diese offensive Aufstellung tat den Gästen besonders in den ersten 30 Minuten überhaupt nicht gut, die Mannschaftsteile waren zu sehr isoliert voneinander. So brachte man kein Tempo ins Passspiel und blieb offensiv enorm harmlos.
  • Anders der HSV, der in dieser Phase 6:0 Torschüsse ansammelte. Die erste Linie der Rothosen zeigte ein gutes und vor allem frühes Anlaufverhalten, teils attackierten drei Spieler die Kölner Spieleröffnung. So blieb dem Effzeh häufig nur der lange Ball übrig. Den eigenen Ballbesitz strukturierte vor allem Neuzugang Walace. Die Hausherren kamen einige Male und relativ simpel in den Rücken der gegnerischen Sechser und wurden aus diesem Raum heraus gefährlich.
  • Nach der Pause stellte Köln auf ein 4-4-2 um und erhöhte die offensive Präsenz, die sich bereits gegen Ende der ersten Halbzeit ankündigte - besonders über die Flügel. Dem HSV gelang es nicht, auf den Außenbahnen sinnvoll zu doppeln, der Zugriff war teilweise dahin. Der FC dann auch gleich mit 5:0 Torschüssen in den ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte.
  • Die Partie wurde mit der Zeit immer ungeordneter. Gerade Köln ging offensiv immer mehr ins Risiko, so dass sich teils große Räume im Umschaltspiel öffneten - aber für beide Teams. Das Geschehen wogte von Strafraum zu Strafraum hin und her, am Ende bewies der HSV größeren Willen und Präzision.

Hamburger SV - 1. FC Köln: Die Statistik zum Spiel

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