Freitag, 20.05.2016

Karl-Heinz Rumenigge und Hans-Joachim Watzke

BVB und FCB: Gipfeltreffen der Bosse

Karl-Heinz Rummenigge und Hans-Joachim Watzke haben der Bild ein Doppel-Interview gegeben. Die Bosse des FC Bayern und von Borussia Dortmund sprachen dabei über Mats Hummels, Mario Götze, die Auswirkungen der zwischenzeitlichen Erfolgsserie des BVB und einen möglichen Wechsel von Thomas Tuchel nach München.

Watzke und Rummenigge trafen sich vor dem DFB-Pokal-Endpspiel in Berlin
© getty
Watzke und Rummenigge trafen sich vor dem DFB-Pokal-Endpspiel in Berlin

Watzke stellte dabei heraus, wie weit die Bayern den Dortmundern enteilt sind. "Um die Gehälter der Bayern zahlen zu können, fehlen uns mindestens 200 Millionen Umsatz. Hätten wir die, könnten wir auch 90 Millionen Euro mehr an Gehältern zahlen. Bayern hat unter Rummenigges Regie geschafft, was ich nie für möglich gehalten hätte: Sie haben zu den Branchen-Riesen Real Madrid und Barcelona aufgeschlossen. Ganz ehrlich: Die Bayern spielen in einer anderen Liga mit", sagte Watzke.

Außerdem verriet der BVB-Boss, dass der Wechsel von Hummels nach München zwischenzeitlich auf der Kippe stand, nachdem es Unklarheiten darüber gab, wer denn nun die Initiative übernommen hatte - Bayern oder Hummels selbst.

Grundsätzlich seien die rund 35 Millionen Euro Ablöse für einen Spieler, der nur noch ein Jahr unter Vertrag steht, absolut vertretbar. "Zu 100 Prozent", stellte Watzke klar: "Bayern hat ja auch längst aufgehört, sich über die Bundesliga zu definieren. Sie wollen die Champions League gewinnen. Und wir hatten schon damit gerechnet, dass da ein Angriff kommt."

"Der Markt macht den Markt"

Rummenigge erklärte zum Thema Hummels: "Der Markt macht den Markt. Wenn ein Spieler Deutscher ist, Weltklasse-Format besitzt, obendrein bei unserem Partner Adidas unter Vertrag ist und bei uns ausgebildet wurde - da kommen dann halt sehr viele Faktoren zusammen, die Mats Hummels für uns sehr interessant gemacht haben. Die Preisgestaltung hat ohnehin bald kein Bundesligist mehr im Griff. Das Transfergeschäft wird und ist schon ein globaler Markt."

Zudem hob der Bayern-Macher hervor, dass Hummels Angebote aus England hatte, wo er deutlich mehr hätte verdienen können als beim FCB.

Rummenigge: Waren schön bedient

Rummenigge räumte ein, wie schmerzvoll die Zeit war, als die Bayern mit 2:5 im DFB-Pokal-Finale gegen Dortmund untergingen und zwei Mal in Folge dem BVB die Meisterschaft überlassen mussten. Auch deshalb wurden Robert Lewandowski und Mario Götze aus Dortmund losgeeist.

"Man muss das verstehen: Nach der 2:5-Pokalpleite, dem verlorenen Champions-League-Endspiel sowie der Vize-Meisterschaft in 2012 waren wir schön bedient. Da war uns klar: Wir müssen etwas tun. Also mussten Top-Spieler her. Und die gab es damals beim Besten: beim BVB", so Rummenigge.

Götze zurück zum BVB?

Das Gespräch wurde schließlich auf das Thema Götze gelenkt. Watzke wurde gefragt, ob er schon wegen Götze in München angefragt habe. "Nein. Mario ist meines Wissens nach auch nicht auf dem Markt. Erst, wenn es ein solches Signal geben würde, würden wir uns auch darüber Gedanken machen, ob sein Transfer für uns sportlich sinnvoll ist", so Watzke.

Und der 56-Jährige weiter: "Nochmal: Wir müssten einen solchen Wechsel erst einmal sportlich bewerten. Und wenn wir zu dem Entschluss kommen sollten, dann würden wir Mario Götze natürlich am liebsten 2017 ablösefrei holen."

Und wie sieht es in Sachen Trainer aus? Könnte Thomas Tuchel eines Tages der Nachfolger von Carlo Ancelotti werden? "Bayern München hat noch nie eine Ablöse für einen Trainer gezahlt, und das werden wir auch nicht machen. Das ist ein No-Go für uns. Dass Thomas Tuchel ein guter Trainer ist, heißt nicht , dass er automatisch der Nachfolger von Carlo Ancelotti wird", sagte Rummenigge.

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