Bochum: "Werden nicht auftreten wie Köln"

SID
Montag, 19.12.2011 | 13:40 Uhr
VfL-Coach Andreas Bergmann will den 1. FC Köln gegen Bayern München nicht imitieren
© Getty
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Der VfL Bochum rüstet zum Pokalfest. Der Zweitligist ist sich seiner Außenseiterrolle im Achtelfinalduell mit Tabellenführer Bayern München (Di., 18.45 Uhr im LIVE-TICKER und bei Sky) bewusst, hofft jedoch auf einen guten Tag und ein kleines Wunder.

Als Gewinner kann sich der VfL Bochum schon vor dem Anpfiff fühlen. Denn die 820.000 Euro Einnahme aus dem Spiel des Jahres im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen Rekordcupgewinner und Bundesliga-Herbstmeister Bayern München ist die höchste der Vereinsgeschichte. Nun hofft der mit knapp zwei Millionen Euro verschuldeten Zweitligist am Dienstag auf den sportlichen Coup zum Jahresausklang.

"Die Freude auf das Pokalspiel ist überall zu spüren", bestätigte Vorstandsmitglied Jens Todt. Die 29.400 Tickets für das Fußball-Fest an der Castroper Straße waren innerhalb weniger Stunden vergriffen. Und auch die Sonderauflage von 1000 Trikots mit aufgedruckter Spielpaarung ist längst ausverkauft. Einen derartige Hype hat Bochum um seinen VfL lange nicht erlebt.

"Werde nicht auftreten wie der 1. FC Köln"

Die Blau-Weißen haben sich mit einem 2:0-Sieg im letzten Punktspiel beim FSV Frankfurt auf die Begegnung gegen den Achtelfinalisten der Champions League eingestimmt. "Wir werden nicht auftreten wie der 1. FC Köln am vergangenen Samstag in München und uns hinten reinstellen", versprach Trainer Andreas Bergmann. Abwehrspieler Marcel Maltritz bestätigte: "Dann gehe ich lieber mit fliegenden Fahnen unter. Wir möchten uns nicht den Vorwurf anhören, wir hätten es nicht zumindest versucht."

Dreimal traf der VfL im Pokal bereits auf die Bayern, zuletzt im Achtelfinale des Wettbewerbs 1985/86 - und schied aus. Allerdings steht auch ein Sieg in der Statistik: ein 2:1 des damaligen Regionalligisten im Halbfinale 1967/68. Im Endspiel beendete jedoch der 1. FC Köln alle Träume des VfL mit einem 4:1-Sieg.

Auch bei der zweiten Endspiel-Teilnahme 1988 blieb die Hoffnung auf den ersten Titel für den Briefkopf unerfüllt. Der VfL unterlag mit Trainer Hermann Gerland, derzeit Trainer-Assistent von Jupp Heynckes bei den Bayern, mit 0:1 gegen Eintracht Frankfurt.

"Brauchen einen besonders guten Tag"

Es sei folglich an der Zeit, ein neues Kapitel Pokal-Geschichte zu schreiben, heißt es in Bochum. "Wir brauchen jedoch einen besonders guten Tag und die Bayern einen schlechteren", äußerte Todt. Kapitän Christoph Dabrowski wird in den Ruhr Nachrichten zitiert: "Das Spiel gegen die Bayern ist ein großes Highlight zum Jahresabschluss. Ich bin 100 Prozent davon überzeugt, dass jeder an seine Grenzen gehen wird."

Das klingt nach Pokal-Maloche für das bayerische Starensemble. Spekulationen, die Bayern hätten nach der kraftraubenden Hinrunde mit dem Tanz auf drei Hochzeiten mit Motivationsproblemen zu kämpfen, beendete Trainer Jupp Heynckes: "Die Spieler wissen, dass wir nicht nur im Pokal überwintern wollen, sondern auch Ambitionen haben. Es gibt kein relaxen. Bis Dienstagabend heißt es: voll auf Attacke!"

Neuer "will jedes Spiel gewinnen"

Nationaltorhüter Manuel Neuer sieht es ebenso: "Das sind K.o.-Spiele und die ganze Nation wartet darauf, dass ein Großer gegen einen Kleinen scheitert. Diese Blöße möchte sich keiner geben. Vor allem nicht, wenn er beim FC Bayern unter Vertrag steht. Ich will jedes Spiel gewinnen - ob der Gegner Bochum oder Barca heißt."

Bei der Rückkehr ins Revier hat sich der Ex-Schalker für Freunde und Verwandte mit Karten eingedeckt. Geholfen habe ihm dabei der Tiger. Hermann Gerland ist in Bochum noch immer ein Sympathieträger. Doch auf Gastgeschenke - selbst vier Tage vor Heiligabend - können sie beim VfL am Dienstag auch von ihrem Ex-Profi und -Trainer nicht erwarten.

DFB-Pokal: Das Achtelfinale in der Übersicht

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