Mittwoch, 08.10.2014

Lange Pause für Özil

Löw gehen die Weltmeister aus

Nach Kapitän Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira und Benedikt Höwedes muss in Mesut Özil ein weiterer Weltmeister für den anstehenden Doppelpack von Deutschland in der EM-Qualifikation passen.

Mesut Özil fällt für längere Zeit aus
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Mesut Özil fällt für längere Zeit aus

Neue Schocknachricht für Joachim Löw und Fußball-Weltmeister Deutschland: In Mesut Özil fällt der nächste WM-Champion für den Rest des Jahres für die deutsche Nationalmannschaft aus.

Der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler vom FC Arsenal muss wegen einer Teilruptur des Außenbandes im linken Kniegelenk zwischen zehn und zwölf Wochen pausieren, wie der DFB am Mittwochnachmittag nach einer Kernspin-Untersuchung bei Özil durch Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München mitteilte.

Nach dem neue Kapitän Bastian Schweinsteiger, Sami Khedira und Benedikt Höwedes ist Özil der vierte prominente Ausfall, der Löw in seinen Planungen einen dicken Strich durch die Rechnung macht. Dem Bundestrainer gehen vor dem Doppelpack der DFB-Auswahl in der EM-Qualifikation am Samstag in Polen und kommenden Dienstag gegen Irland die Weltmeister aus. Schweinsteiger und Özil werden auch im November in den beiden Spielen gegen Gibraltar (14.) und in Spanien (18.) nicht zur Verfügung stehen.

Auch Draxler nicht dabei

Löw erreichte zwei Tage vor der Abreise nach Polen aber auch eine gute Nachricht. Denn Julian Draxler, der wegen eines grippalen Infektes am Vortag nicht zum Treffpunkt der DFB-Auswahl in Frankfurt/Main anreisen konnte, ist am Mittwochabend im DFB-Quartier eingetroffen und wird am Freitag auch mit nach Warschau fliegen.

Ein leichtes Fragezeichen steht noch hinter André Schürrle, der wegen muskulärer Probleme bislang nur im Hotel einige Übungen absolvieren konnte. Löw hofft, dass Schürrle am Donnerstag wieder mitmachen kann. Dass der Bundestrainer nach dem Özil-Ausfall und angesichts der vielen Unsicherheitsfaktoren noch einmal nachrüstet, ist allerdings unwahrscheinlich.

"Ich glaube nicht, dass Jogi einen Spieler nachnominiert. Das macht er nicht so gerne", sagte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff. Die angespannte Personalsituation bereite den Verantwortlichen aber große Sorgen. "Das wird ein schwerer Oktober mit zwei unangenehmen Spielen", prophezeite der frühere DFB-Kapitän und erklärte gleich warum: "Wir müssen nach den Rücktritten und wegen der vielen Verletzungen neue Spieler einbauen. Das ist nicht so leicht. Die Mannschaft hat ein ganz anderes Bild als noch vor zwei Monaten."

Löw bleibt gelassen

Löw, der zudem auf Marco Reus und Mario Gomez verzichten muss, geht mit dieser Situation aber relativ gelassen um. "Diese Zeit müssen wir überbrücken. Im nächsten Jahr können wir dann wieder versuchen, die Mannschaft in Richtung nächstes Turnier einzuspielen", sagte der 54-Jährige bei "fifa.com".

Bierhoff machte aber deutlich, dass sich trotz der vielen angeschlagenen Profis nichts an der Zielsetzung ändert. "Wir wollen beide Spiele gewinnen und uns ein Polster in der Qualifikation verschaffen." Dazu sei es wichtig, dass in Abwesenheit von Schweinsteiger und Co. andere Stammspieler wie Manuel Neuer, Mats Hummels, Thomas Müller oder auch Toni Kroos noch mehr Verantwortung auf dem Platz übernehmen. "Ich bin dazu bereit", sagten Neuer und Kroos wortgleich dazu.

Torwart und Ersatzkapitän Neuer ist sich der Bedeutung der kommenden Aufgaben ohnehin bewusst: "Das sind Schlüsselspiele. Es ist jetzt wichtig, nach dem Sieg gegen Schottland so weiterzumachen."

Polen und auch Irland seien aber Gegner, die man nicht auf die leichte Schulter nehmen könne, betonte der Keeper. Und Löw wies noch einmal darauf hin, dass die sogenannten Außenseiter gegen den Champion über sich hinauswachsen könnten. "Ich denke, manchmal packt der Gegner noch das eine oder andere Prozent mehr drauf, wenn er gegen den amtierenden Weltmeister spielt. Von allen wird man nun gejagt."

Karim Bellarabi vor Debüt

Löw hofft dennoch auf einen goldenen Oktober, "weil die Spieler, die zuletzt vielleicht etwas hinten anstanden, sich beweisen wollen". Das gelte auch für Karim Bellarabi, der voraussichtlich gegen Polen sein Debüt gibt und damit an die DFB-Auswahl gebunden würde, nachdem auch Ghana und vor allem Marokko um den Leverkusener gebuhlt hatten.

Sollte Bellarabi überzeugen, wäre er wohl auch im November bei den Spielen gegen Gibraltar (14.) und in Spanien (18.) dabei sein, wenn den Weltmeister in der Vorbereitung in Berlin vor allem am 10. November noch mal ein "kleines Feuerwerk" erwartet. An diesem Tag wird die Mannschaft von Bundespräsident Joachim Gauck mit dem Silbernen Lorbeerblatt ausgezeichnet. Und am Abend wird dann in der Hauptstadt der neue WM-Film namens "Die Mannschaft" im Kino vorgestellt.

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