Veh nimmt Rot-Sünder Grafite in Schutz

SID
Donnerstag, 22.10.2009 | 13:40 Uhr
Hatten gegen Besiktas wenig zu Lachen: Grafite (l.) und sein Trainer Armin Veh
© Getty
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Der VfL Wolfsburg strauchelt und sein einstiger Erfolgsgarant liegt am Boden: Während der deutsche Meister beim 0:0 in der Champions League gegen Besiktas Istanbul wichtige Punkte im Kampf um einen Achtelfinalplatz verschenkte, nahm die persönliche Krise von Torschützenkönig Grafite ihren Lauf.

Sein Platzverweis war nicht nur der negative Höhepunkt in einem Spiel der verpassten Chancen, sondern zugleich Sinnbild für die verlorene Leichtigkeit der vergangenen Saison.

Die Mitspieler des gefallen Wolfsburger Stürmerstars bemühten sich nach der Partie denn auch um psychologische Aufbauarbeit: "Er ist auch nur ein Mensch. Es ist normal, dass man nach so einer überragenden Saison mal ein Tief hat. Er hat in dieser schwierigen Phase die volle Unterstützung der Mannschaft", versicherte Sascha Riether stellvertretend für die Teamkollegen.

Grafite mit drei Toren gegen Moskau

Von dem Grafite, der noch vor fünf Wochen mit seinem Dreierpack gegen ZSKA Moskau (3:1) quasi im Alleingang für den bislang einzigen Sieg der Wölfe in der europäischen Königsklasse gesorgt hatte, war wie schon in den letzten Begegnungen nicht viel zu sehen.

Wie ein Fremdkörper rannte der 30-Jährige gut 70 Minuten über den Platz, ehe er sich sein ganzer Frust in einer Tätlichkeit gegen Besiktas Abwehrspieler Ibrahim Kas entlud, dem er vor einem Eckball ins Gesicht schlug (74. Minute).

"Dass ihm die Hand ausrutscht, darf nicht passieren. Damit hat er uns das Leben in der Schlussphase noch einmal schwer gemacht", erklärte VfL-Trainer Armin Veh, zeigte aber auch Verständnis für Grafites Situation: "Er bräuchte mal wieder ein Erfolgserlebnis - ohne das hat es jeder Stürmer schwer. Ich weiß, dass er ein lieber Kerl ist, der manchmal emotional, aber nie bösartig reagiert. Deshalb werden wir in aller Ruhe über die Sache sprechen."

"Das ist eine Frage des Selbstvertrauens"

Fast schon beschwörend äußerte sich Wolfsburgs Kapitän Josue über die Formkrise seines Landsmanns. "Das ist alles eine Frage des Selbstvertrauens. Wenn er erstmal wieder ein Tor geschossen hat, wird das von selbst zurückkommen. Wir werden alles dafür tun, dass er wieder der Grafite der letzten Saison wird", sagte der brasilianische Nationalspieler.

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Und auch Torwart Diego Benaglio beschwor den Teamgeist: "Das stehen wir gemeinsam durch". Immerhin blieben die Niedersachsen trotz der vergebenen Big Points gegen das Tabellenschlusslich der Champions-League-Gruppe B Zweiter hinter Manchester United (1:0 in Moskau) und haben das Erreichen der K.o.-Phase weiter selbst in der Hand.

"Wir sollten von den verbleibenden drei Spielen eins gewinnen und die anderen beiden nicht verlieren, dann kommen wir auch weiter", rechnete Josue vor. Der VfL spielt am 3. November in Istanbul und am 25. November in Moskau, ehe am 8. Dezember ManUtd in Wolfsburg gastiert.

Türken wittern ihre Chance

Allerdings könnte schon eine Niederlage in zwei Wochen gegen Besiktas das Ende aller Träume für den Champions-League-Neuling bedeuten. Die Türken wittern jedenfalls ihre Chance gegen den angeschlagenen Bundesligisten.

"Wir müssen unser Heimspiel gegen Wolfsburg gewinnen, wenn wir uns die Möglichkeit aufs Achtelfinale bewahren wollen. Aber das ist ja durchaus möglich", sagte Michael Fink, der im Sommer von Eintracht Frankfurt nach Istanbul gewechselt war und den VfL kaum wiedererkannte: "Man merkt ihnen an, dass sie nicht mehr das Selbstbewusstsein der letzten Saison haben."

"Das war ein dummes Foul von Grafite"

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