Montag, 04.04.2016

Power-Ranking zum CL-Viertelfinale

Bayern stolpert - Real klettert

Das Feld ist aussortiert, der Platz für die acht besten Teams Europas ist freigeräumt. Die aktuelle Form der Top-3 ist nicht zuletzt durch den noch jungen Classico nah aneinander gerückt. Dahinter lauern zwei Verfolger auf ihre Chance. Wolfsburg wird sich verabschieden müssen, steht aber immerhin vor dem größten Spiel der Vereinsgeschichte. Das Power-Ranking zum Champions-League-Viertelfinale.

In der Champions League wird es langsam heiß - das Viertelfinale steht an
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In der Champions League wird es langsam heiß - das Viertelfinale steht an

8. VfL Wolfsburg

Die letzten drei Ergebnisse: 0:3 (Bayer Leverkusen), 1:1 (Darmstadt 98), 0:1 (1899 Hoffenheim)

Mit dem Einzug ins Viertelfinale haben die Wölfe die Erwartungen an die erste Champions-League-Saison seit 2009/2010 bereits übertroffen. Zwar gehörte im Achtelfinale ein wenig Losglück dazu, doch wer es unter die acht besten Teams Europas schafft, der braucht sich nicht rechtfertigen. Nun kommt mit Real Madrid allerdings ein anderes Kaliber als das kleine Gent.

Zudem hat sich in den letzten Wochen wieder bestätigt, was sich durch die ganze Saison wie ein lästiger roter Faden zieht: Dieter Hecking schafft es nicht, Konstanz in sein Team zu bringen. Der Pokalsieger ist zu wichtigen Siegen fähig, wie die Spiele in der Königsklasse oder in der Liga gegen Gladbach beweisen. Gleichzeitig lässt der VfL gegen vermeintliche Underdogs regelmäßig Punkte liegen.

So auch in den letzten Wochen gegen Darmstadt und Hoffenheim. Und nicht zuletzt gab der indisponierte Auftritt in Leverkusen wenig Anlass zur Hoffnung für die Sensation. In der Liga ist das Rennen um die CL-Plätze für Wolfsburg so gut wie beendet. Da heißt es gegen Real noch zwei Mal die Luft der großen europäischen Bühne genießen. Und das ausgerechnet gegen eines der größten Teams der Welt. Es könnte schlimmer sein.

7. Manchester City

Die letzten drei Ergebnisse: 4:0 (Bournemouth), 0:1 (ManUnited), 0:0 (Kiew)

Manuel Pellegrini geht selbstbewusst in das erste CL-Viertelfinale der Vereinsgeschichte: "Momentan sehe ich nur den FC Barcelona eine Stufe höher angesiedelt. Alle anderen sieben Teams stehen auf einer Stufe. Deshalb dürfen wir auch zuversichtlich sein." Und das, obwohl mit Keeper Joe Hart und Kapitän Vincent Kompany zwei wichtige Säulen gegen Paris fehlen werden.

Dafür kehrte mit Kevin de Bruyne ein Spieler zurück, der von der ersten Minute seines Comebacks deutlich machte, wie wichtig der Ex-Wolf in seinem ersten Jahr für die Skyblues schon ist. Überhaupt könnte das 4:0 in der Liga gegen Bournemouth für Aufwind sorgen. Außerdem war es wahrscheinlich kein Nachteil, dass nach der Derby-Pleite gegen den Stadtrivalen United die Länderspielpause kam. So konnte sich City neu sammeln und die Niederlage im Prestige-Spiel schnell aus den Köpfen verbannen.

Und trotzdem: Alles in allem spielt ManCity eine durchwachsene Saison. In der Liga hat man sich vor allem durch die Niederlagen in den direkten Duellen gegen die Top-Teams vom Titelkampf verabschiedet. Der Fokus liegt jetzt darauf, Pep Guardiola eine Mannschaft zu übergeben, die auch im kommenden Jahr in der Königsklasse vertreten ist. Mit dem erstmaligen Einzug unter die besten Acht ist den Citizens der nächste Schritt in der Entwicklung des Vereins endlich geglückt. Der nächste folgt in dieser Saison nicht mehr.

6. Benfica

Die letzten drei Ergebnisse: 5:1 (SC Braga), 1:0 (Boavista Porto), 4:1 (CD Tondela)

Wer den portugiesischen Meister nicht auf dem Zettel hat, der sollte genau hinschauen. In der Liga feierte Benfica in den letzten 20 Spielen 19 Siege. Wettbewerbsübergreifend beträgt die aktuelle Siegesserie acht Partien, darunter die zwei Erfolge im Achtelfinale gegen Zenit. Mit Jonas hat man einen Stürmer in seinen Reihen, der im Kampf um den goldenen Schuh mit 30 Saisontreffern gemeinsam mit Gonzalo Higuain auf Rang eins liegt. Erst danach folgen mit Cristiano Ronaldo, Luis Suarez oder Robert Lewandowski die üblichen Verdächtigen.

Daneben zeigt sich der Grieche Konstantinos Mitroglu mit 18 Buden als kongenialer Sturmpartner, der jüngst beim 5:1-Kantersieg gegen den Tabellenvierten aus Braga doppelt zur Stelle war. Mit 76 Toren stellt Benfica die mit Abstand erfolgreichste Offensive in der portugiesischen Liga. Von den acht Viertelfinalisten waren nur Paris, Real Madrid und Barcelona in ihren Ligen erfolgreicher.

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Einziger Wermutstropfen einer durch und durch starken Saison: Die wenigen Niederlagen setzte es ausgerechnet gegen die beiden anderen portugiesischen Top-Teams, den FC Porto und Stadtrivale Sporting. Gegen Porto verlor Benfica beide Duelle in der Liga, gegen Sporting musste sich der Meister der letzten beiden Jahre neben dem Hinspiel auch im Pokal beugen. Trotzdem sind die Bayern gut beraten, ihren Viertelfinalgegner ernst zu nehmen, auch wenn Benfica auf europäischer Bühne gegen den deutschen Rekordmeister noch sieglos ist.

5. Atletico Madrid

Die letzten drei Ergebnisse: 5:1 (Real Betis), 1:2 (Sporting Gijon), 8:7 n.E. (PSV Eindhoven)

Souverän ist anders. Zwar war auf Atleticos Defensivverbund im Achtelfinale gegen den holländischen Underdog Eindhoven wie gewohnt Verlass. Trotzdem rettete man sich erst im Elfmeterschießen in die nächste Runde. Die anschließende Pleite gegen Gijon kam überraschend. Umso wichtiger ist der 5:1-Befreiungsschlag gegen Real Betis einzuordnen- es war der höchste Saisonsieg der Rojiblancos.

Auf Antoine Griezman ist zudem weiterhin Verlass, der Franzose traf im sechsten Ligaspiel in Folge und erzielte seine Saisontore 18 und 19. Mit dem FC Barcelona wartet ein Gegner, der zwar stärker nicht sein könnte, den man dafür aber aus dem Effeff kennt und der im Clasico gegen Real bewies, dass er doch nicht gänzlich unschlagbar ist. Trotzdem zogen Diego Simeone in der Liga zwei Mal knapp den Kürzeren.

Mit Diego Godin, Jose Gimenez und Stefan Savic fehlten zuletzt gleich drei Innenverteidiger, gegen Betis musste Nacho Monsalve aus der zweiten Mannschaft aushelfen. Zumindest mit Godin kann Simeone aber voraussichtlich wieder planen. Die Erfahrung des langjährigen Abwehrchefs wird auch nötig sein, um gegen den Titelverteidiger mithalten zu können. Hält man MSN im Griff und damit die Null so ähnlich lang wie gegen Eindhoven, ist für Atletico alles drin.

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Frederick Müller

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