FK Astana vor dem CL-Debüt

Wenn Kleine groß denken

Von Stefan Zieglmayer
Dienstag, 15.09.2015 | 14:48 Uhr
In den Vereinsfarben himmelblau und gelb jubeln die Spieler des FK Astana auch international
© getty
Advertisement
Bundesliga
SaJetzt
Alle Samstags-Highlights: HSV-FCB, BVB, VfB & RBL
Primera División
Villarreal -
Las Palmas
Eredivisie
PSV – Heracles
Serie A
Chievo Verona -
Hellas Verona
Championship
Ipswich -
Norwich
CSL
Guangzhou Evergrande -
Guizhou
Eredivisie
Feyenoord -
Ajax
Premier League
Everton -
Arsenal
Ligue 1
Nizza -
Strassburg
Serie A
Atalanta -
Bologna
Serie A
Benevento -
Florenz
Serie A
AC Mailand -
Genua
Serie A
SPAL -
Sassuolo
Serie A
FC Turin -
AS Rom
Premier League
ZSKA Moskau -
Zenit
Primera División
Celta Vigo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Troyes -
Lyon
Premier League
Tottenham -
Liverpool
First Division A
Anderlecht -
Genk
Serie A
Udinese -
Juventus
Premier League
Dynamo Kiew -
Schachtjor Donezk
Primera División
Leganes -
Bilbao
Super Liga
Roter Stern Belgrad -
Lucani
Primera División
Real Madrid -
Eibar
Serie A
Lazio -
Cagliari
Serie A
Sao Paulo -
Flamengo
Ligue 1
Marseille -
PSG
Allsvenskan
Malmö -
AIK
Primera División
Real Sociedad -
Espanyol
Primera División
La Coruna -
Girona
Copa del Rey
Saragossa -
Valencia
Serie A
Inter Mailand -
Sampdoria
League Cup
Arsenal -
Norwich
League Cup
Leicester -
Leeds
League Cup
Swansea -
Man United
League Cup
Man City -
Wolverhampton
Copa del Rey
Murcia -
Barcelona
Copa Libertadores
River Plate -
Lanus
Serie A
Atalanta -
Hellas Verona
First Division A
Genk -
Brügge
Serie A
Bologna -
Lazio
Serie A
Cagliari -
Benevento
Serie A
Chievo -
Milan
Serie A
Florenz -
FC Turin
Serie A
Genua -
Neapel
Serie A
Juventus -
SPAL
Serie A
AS Rom -
Crotone
Serie A
Sassuolo -
Udinese
Premiership
Aberdeen -
Celtic
League Cup
Chelsea -
Everton
League Cup
Tottenham -
West Ham
Coupe de la Ligue
Strasbourg -
Saint-Etienne
Copa del Rey
Elche -
Atletico Madrid
Copa Libertadores
Barcelona SC -
Gremio
Copa Sudamericana
Fluminense -
Flamengo
Copa del Rey
Fuenlabrada -
Real Madrid
Ligue 1
PSG -
Nizza
Championship
Leeds -
Sheffield Utd
A-League
Adelaide Udt – Melbourne City
Primera División
Alaves -
Valencia
Premier League
Man United -
Tottenham
Premiership
Hearts -
Rangers
1. HNL
Dinamo Zagreb -
Rijeka
Premier League
Liverpool -
Huddersfield
Championship
Cardiff -
Millwall
Primera División
Sevilla -
Leganes
Ligue 1
Bordeaux -
Monaco
Serie A
Milan -
Juventus
Premier League
Bournemouth -
Chelsea
Primera División
Atletico Madrid -
Villarreal
Championship
Hull -
Nottingham
Ligue 1
Caen -
Troyes
Ligue 1
Dijon -
Nantes
Ligue 1
Guingamp -
Amiens
Ligue 1
Montpellier -
Rennes
Ligue 1
Strasbourg -
Angers
Premier League
Arsenal -
Swansea (DELAYED)
Primera División
Bilbao -
Barcelona
Serie A
AS Rom -
Bologna
Primeira Liga
Boavista -
Porto
Premier League
Watford -
Stoke (Delayed)
Premier League
West Bromwich – Man City (DELAYED)
Premier League
Crystal Palace -
West Ham (Delayed)
Super Liga
Cacak -
Partizan
CSL
Hebei -
Guangzhou Evergrande
J1 League
Kofu -
Kobe
Primera División
Getafe -
Real Sociedad
Eredivisie
Vitesse -
PSV
Serie A
Benevento -
Lazio
Championship
Birmingham -
Aston Villa
Premier League
Zenit -
Lok Moskau
First Division A
Brügge -
Sint-Truiden
Premier League
Brighton -
Southampton
Ligue 1
Lyon -
Metz
Serie A
Crotone- Florenz
Serie A
Neapel -
Sassuolo
Serie A
Sampdoria -
Chievo Verona
Serie A
SPAL -
Genua
Serie A
Udinese -
Atalanta
Primera División
Girona -
Real Madrid
Ligue 1
Toulouse -
St. Etienne
Premier League
Leicester -
Everton
Primera División
Eibar -
Levante
Serie A
Ponte Preta -
Corinthians
Primera División
Malaga -
Celta Vigo
Serie A
FC Turin -
Cagliari
Ligue 1
Lille -
Marseille
Superliga
Boca Juniors -
Belgrano
Serie A
Hellas Verona – Inter Mailand
Premier League
Burnley -
Newcastle
Primera División
Espanyol -
Real Betis
Primera División
Las Palmas -
La Coruna
Copa Libertadores
Lanus -
River Plate
Championship
Preston -
Aston Villa
Copa Libertadores
Grêmio -
Barcelona
Copa Sudamericana
Flamengo -
Fluminense
A-League
Melbourne City -
Sydney
Ligue 1
Rennes -
Bordeaux Begles
Primera División
Real Betis -
Getafe
Primera División
Valencia -
Leganes
Championship
Bristol -
Cardiff
Premiership
St Johnstone -
Celtic
Championship
Aston Villa -
Sheffield Wednesday
Primera División
Deportivo -
Atletico Madrid
Ligue 1
Angers -
PSG
Serie A
Bologna -
Crotone
Primera División
Alaves -
Espanyol
Championship
Brentford -
Leeds
Ligue 1
Metz -
Lille
Ligue 1
Monaco -
Guingamp
Ligue 1
Montpellier -
Amiens
Ligue 1
Nantes -Toulouse
Ligue 1
Troyes -
Straßburg
Primera División
Barcelona -
Sevilla
Serie A
Genoa -
Sampdoria
Primeira Liga
Porto -
Belenenses

Bislang wurde dem FK Astana wenig bis überhaupt keine Beachtung geschenkt. Doch das ändert sich am Dienstag, denn der Klub aus der kasachischen Hauptstadt hat sich für die Champions League qualifiziert. In der kurzen Vereinshistorie entwickelte man sich vom zusammengewürfelten Haufen zum gefährlichen Vorzeige-Underdog. Auch ein Deutscher spielt dabei eine Rolle.

Die Zuschauer bringen sich schon in Position. Astana wieder im Vorwärtsgang, weiter Diagonalball von Linksverteidiger Shomko auf Dzholchiyev. Schöne Ballannahme vom Rechtsaußen. Der nimmt jetzt Tempo auf. Kurze, schnelle Schritte, den Ball eng am rechten Fuß. Er ist jetzt schon am Sechzehner-Eck. Gegen zwei... explosiv geht er rechts an Nikosias Astiz und Antonalades vorbei - dann eine scharfe, flache Hereingabe in Richtung des mitgelaufenen Maksimovic.

Torwart Waterman rauscht vorbei. Die ersten Arme zucken. Grätschende Beine. Aufgerissene Augen auf den Rängen. Der Ball kommt durch. Das MUSS es sein! Das ist es! DAS IST ES! Der Serbe schiebt mit rechts zum 1:1 ins Netz! Ausnahmezustand in Astana!

Eine unvergessliche Nacht in der kasachischen Hauptstadt, in der sich nun wohl selbst Katz' und Maus in den Armen liegen. Historisches ist geschafft. Der FK Astana zieht durch ein Remis nach gewonnenem Hinspiel gegen Nikosia in die Gruppenphase der Champions League ein. Moment... Rewind! Wer bitteschön? FK Astana? Champions League?

Als wäre es gestern gewesen

Das Team von Trainer Stanimir Stoilov hat als erste kasachische Mannschaft überhaupt die Endrunde des prestigeträchtigsten Turniers Europas auf Klub-Ebene erreicht. Dabei gibt es den Verein erst seit sechs Jahren.

2009 schlossen sich der FK Alma-Ata und Zweitligist FK Megasport zusammen. Die beiden Vereine aus der ehemaligen Hauptstadt Almaty, die 2000 und 2005 gegründet wurden, fusionierten aufgrund finanzieller Probleme.

Gesponsert von der staatlichen Eisenbahngesellschaft "Kasachstan Temir Scholy" sind diese Schwierigkeiten Vergangenheit. In der für 185 Millionen US-Dollar neu errichteten Astana Arena, bei deren Einweihung kurioserweise Schiedsrichter-Legende Pierluigi Collina als Referee und Stürmerstar Andriy Shevchenko als Spieler mitwirkten, absolvierte der Klub zunächst als FK Lokomotive Astana seine Heimspiele. Nach der Vize-Meisterschaft im ersten Jahr wurde Holger Fach Trainer in der kasachischen Hauptstadt.

Deutschland als Vorbild

Sein Anreiz: "Eine Frage des Geldes", gab der Ex-Gladbacher gegenüber der Westdeutschen Zeitung offen zu. Sportlich war der kasachische Fußball zu diesem Zeitpunkt jedoch nicht wirklich konkurrenzfähig. " Die ersten vier Mannschaften in Kasachstan haben Zweitliga-Niveau", führte Fach fort.

Missen wollte der 53-Jährige dennoch keine Sekunde: "Es war fantastisch, wahrscheinlich meine interessanteste Zeit im Fußball. Fußball ist auch dort ein Lebensgefühl. Ich konnte unheimlich viele Erfahrungen und Eindrücke sammeln."

Den größten Nachholbedarf sah Fach in Sachen Marketing, individueller Klasse und Infrastruktur. "Aber auch diese Dinge sind bereits angelaufen. Die Verantwortlichen schauen über den Tellerrand. Deutschland gilt als Vorbild", meinte der Wuppertaler, mit dem 2010 der Sieg im nationalen Pokal gelang.

Auf zu neuen Ufern

Mit der Umbenennung in FK Astana sollten die internationalen Ambitionen unterstrichen werden. Die ersten Auftritte auf internationaler Ebene veranlassten die Bosse allerdings nicht gerade zu Luftsprüngen: In der Europa-League-Qualifikation schied man 2013 gegen Botew Plovdiv und im darauffolgenden Jahr gegen Villarreal jeweils sehr deutlich aus.

2014 gelang es Neu-Trainer Stanimir Stoilov zum ersten Mal in der jungen Vereinsgeschichte, die Meisterschaft an Land zu ziehen. Die Konsequenz: Astana nahm an der Qualifikation für die Champions-League-Gruppenphase teil. Der Rest ist Geschichte: FK Astana schaltete NK Maribor, HJK Helsinki und schlussendlich auch APOEL Nikosia aus - eine kleine Fußball-Sensation.

In Gruppe C warten nun Benfica Lissabon, Galatasaray und Atletico Madrid auf den Außenseiter. Die dürfen sich auf hart umkämpfte Spiele freuen.

Mutige Ansage

Die Philosophie von Stoilov lässt sich wohl auf seine eigenen Stärken als Spieler zurückführen. Der ehemalige Verteidiger stellt ein kompaktes, zweikampfstarkes Kollektiv auf den Rasen. "Wir sind von Anfang bis Ende eine geschlossene Einheit", sagte Kapitän und Knipser Tanat Nuserbayev.

Aus einer gesicherten, großgewachsenen Abwehr um Routinier Branko Ilic sollen in der Offensive kleine Stiche gesetzt werden. Mit Nemanja Maksimovic, seines Zeichens Klub-Held und U20-Weltmeister, Foxi Kethevoama und Baurzhan Dzholchiyev verfügt Stoilov über technisch versierte, spielstarke und torgefährliche Offensivkräfte.

Zwar hapert es hier und da aufgrund fehlender individueller Klasse ein wenig an der Durchschlagskraft nach vorne, solange aber die Mannschaft als Einheit funktioniert, darf man Astana nicht unterschätzen. "Unsere Gegner werden in jedem Spiel die Favoriten sein, aber wir müssen einfach immer alles geben und 100 Prozent dabei sein. Wir wollen weiterkommen" sagt Coach Stoilov mutig.

Schritt für Schritt

Mit einem finanziell gesicherten Grundgerüst kann und wird man in Zukunft häufiger von Astana hören. Diese Meinung teilt auch Holger Fach im Interview mit dfb.de: "Internationale Spitzenklasse hat da kein Spieler. Nach und nach werden Spieler aus der ganzen Welt nach Kasachstan geholt. So steigt natürlich insgesamt die Qualität."

Der Prozess dürfte allerdings ein langwieriger sein, zumal es wegen der fehlenden sportlichen Herausforderung in der Premier League schwierig sein wird, junge Perspektivspieler zu holen und vor allem zu halten.

Maksimovic ist so ein Talent - zweikampfstark, technisch beschlagen und torgefährlich. Der 20-jährige Serbe ist seit seinem entscheidenden Tor gegen Nikosia nicht nur kasachischer Volksheld, sondern darf sich seit diesem Sommer auch Weltmeister nennen. Die U20-Junioren Serbiens schoss er höchstpersönlich gegen Brasilien zum Titel - ein absoluter Sieger-Typ.

Die Aufgabe der Verantwortlichen muss es sein, solche Qualität langfristig zu sichern. Das heißt: Der richtige Weg in eine erfolgreiche Zukunft führt nicht über teure Stars, sondern über junge Talente mit Zukunftsaussicht. Es gilt, die vorhandenen Mittel richtig einzusetzen.

FK Astana im Überblick

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung